Zunächst wird das Heu, wie hier in Schonach, in Schwaden gelegt. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Erst regnet es lange – und dann müssen die Landwirte plötzlich Gas geben, um viel trockenes Heu einzufahren. Denn mehr und mehr kehren die Bauern der Region wieder zur echten Heuernte zurück.

Nach einem sehr nassen Frühjahr mussten die Landwirte der Raumschaft Triberg in den vergangenen Tagen Überstünden machen – es galt, den ersten Grasschnitt einzubringen. Und da keiner so recht wusste, wie lange das aktuell gute – und vor allem trockene – Wetter anhält, hieß es, Gas zu geben.

 

Gut war dran, wer dabei auf Silierung des grünen Futters setzte – dabei wird das Gras mehr oder weniger nur angewelkt und dann entweder direkt in Pressballen verpackt oder aber in sogenannte Fahrsilos untergebracht. Da machen auch mal ein paar Tropfen Regen nicht sehr viel aus. Das Futter enthält noch sehr viel Eiweiß und gilt daher als besonders hochwertig, weil es auch Kraftfutter einspart. Andererseits heißt es, dass sowohl Fleisch- als auch Milchqualität abnähmen, so die Wissenschaftlerin Susanne Weyrauch in ihrer Veröffentlichung „Silage – das Unfutter“.

Wer Silage macht, wie hier in Nußbach, versorgt diese heutzutage in solch großen Rundballen, wo das Produkt in Ruhe reifen kann – in diesem Jahr war der erste Schnitt sehr ordentlich. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Anders sieht das bei der Heuernte aus, zu der mittlerweile wieder viele Landwirte zurückkehren. Dazu braucht es schon einige Tage trockenes Wetter, letztlich auch mehr Platz.

Hier braucht es einige Tage trockene Witterung. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Menge und Qualität gut

Heu zu machen ist ein Wettlauf mit dem Wetter – je schneller das Gras getrocknet ist, desto geringer das Risiko, dass es durch Regen wieder nass wird. Sonne und Wind, der mithalf, das Gras zu trocknen – ideale Bedingungen also – gab es in den vergangenen Tagen reichlich in der Raumschaft Triberg. Heuernte ist allerdings auch deutlich mehr Arbeit, denn das Gras muss zum Trocknen häufiger gewendet und geschüttelt werden, um Fäulnis zu vermeiden, dann geht es wie beim Silieren: In Schwaden abgelegt, wird es entweder mit der Ballenpresse oder dem Ladewagen aufgenommen.

In der Raumschaft ist die Mehrzahl der Wiesen bereits abgemäht, nur mehr an wenigen Stellen steht das Gras noch, was nicht unbedingt gut für die Qualität ist. Denn wenn das Gras zu reif ist, sind die Nährstoffe bereits in die Samen und Knospenanlagen gewandert, und das Heu enthält kaum mehr Nährstoffe. Mit zunehmender Entwicklung nimmt der Rohfaseranteil zu.

Hier auf dem Schönwälder Pfiefesepplehof am Mühleberg wird seit Jahren nur mehr Heu geerntet – in diesem Jahr in besonders guter Qualität und Menge. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Dieses Jahr, so Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins (BLHV), aus Schonach, müsse differenziert betrachtet werden. Wer Silage gemacht habe, stelle fest, dass man 2023 später dran sei. Für die Heuernte sei man aber relativ früh dran, auch wenn nicht jeder bereits gemäht habe. Die Menge und Qualität des Futters sei in fast allen Fällen sehr ordentlich. Und wer die Heuernte in der vergangene Woche erledigt habe, konnte aufgrund der sehr trockenen Böden eine ausgezeichnete Ernte einfahren.