In Bieselsberg entsteht gerade ein neuer Bauernhof. Foto: Meinrad Hemme

Manche Landwirte geben ihre Höfe auf. Monica und Meinrad Hemme gehen in Bieselsberg den umgekehrten Weg. Sie bauen einen neuen. Der hat einige Besonderheiten.

Viele bürokratische Hürden überwanden Monica und Meinrad Hemme, um ihren Traum zu verwirklichen. Sie bauen in Bieselsberg gerade einen Bauernhof. Vor knapp einem Jahr war der erste Spatenstich für den Wengelsbachhof.

 

Wie ist momentan der Stand der Arbeiten? „Wir sind mittendrin“, erzählt Monica Hemme im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zwei Gebäude

Der Hof besteht aus zwei Gebäuden. In einem sind der Stahl, das Maschinenlager und die Scheune untergebracht, berichtet Monica Hemme. Die Betonarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Das betrifft etwa den Boden, den Melkstand und den Futtertisch. Auch die Güllegrube ist betoniert. Ein Teil dieses Gebäudes wird mit Holz errichtet. Monica Hemme geht davon aus, dass Ende August das Grundgerüst steht. Ende Jahres ist das Bauwerk wohl fertig.

Im Stall ist Platz für zwölf Kühe und die Nachzuchten. Hinzu kommt ein Laufhof für die Tiere. Nach den Worten von Monica Hemme sind es Hinterwälder-Rinder – eine sehr alte Rasse.

Rinder sind im Sommer auf der Weide

Etwa von März bis Oktober sind die Tiere auf der Weide und fressen Gras. Wenn sie in der kalten Jahreszeit im Stall sind, bekommen sie Heu.

Vielleicht ein Streichelzoo

Unter Umständen wollen Monica und Meinrad Hemme später noch einen Streichelzoo mit Hund, Katze, Ziege und einigen Hühnern verwirklichen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Wenn in ein paar Wochen der Kran frei ist, beginnen die Arbeiten für das zweite Gebäude. Dort gibt es eine Gastronomie mit einem Hofcafé und einem Biergarten. Vorgesehen sind 20 Innen- und 30 Außenplätze. Hinzu kommen vier Ferienwohnungen, in denen jeweils bis zu sechs Personen untergebracht werden können.

Hofladen mit eigenen Produkten

Außerdem erhält das Anwesen einen Hofladen. Hier werden Milchprodukte und Fleisch aus eigener Produktion angeboten. Das Getreide für das Mehl bauen Monica und Meinrad Hemme selbst an. Das Gleiche gilt für das Gemüse, das es im Hofladen zu kaufen gibt. Zudem sind Produkte des täglichen Bedarfs erhältlich, sodass ein kompletter Einkauf möglich ist. „Mitte oder Ende 2027 wollen wir in Betrieb gehen“, sagt Monica Hemme zum Zeitplan. Die Kosten für das Projekt beziffert sie auf rund 1,1 Millionen Euro. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) erhält das Ehepaar Hemme einen Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro.

Kompliziertes Verfahren

Um das Vorhaben zu verwirklichen, mussten einige Hürden genommen werden. So war ein Bebauungsplan nötig. Auch den Flächennutzungsplan änderten die Behörden. Ein solch kompliziertes Verfahren ist notwendig, weil der neue Hof kein rein landwirtschaftlicher Betrieb ist und damit nicht einfach im Außenbereich gebaut werden darf.