In der beheizten Halle auf dem Hof Frey hielten sich die Besucher des „Tags der offenen Stalltür“ gerne auf. Foto: Kurtz

Die drei großen Höfe der Familien Steinwand, Trick und Frey zeigten den Besuchern, was Dürrenmettstetten in Sachen Landwirtschaft alles zu bieten hat. Eine Halle blieb aufgrund der aktuellen Situation jedoch geschlossen.

Die Zahlen sind dramatisch. Mehr als 500 000 Hühner, Enten, Gänse und Puten mussten bereits deutschlandweit aufgrund der Vogelgrippe getötet werden. Die Ausbreitung erfolge ungewöhnlich früh und rasant, teilt das Friedrich-Loeffler-Institut mit. Doch der Höhepunkt des Vogelzugs – das Virus wird durch infizierte Kraniche übertragen – stehe noch bevor.

 

Kein Wunder, dass das Infektionsgeschehen auch Thema bei den Dürrenmettstettener Landwirten ist: Auf dem Hof Trick werden knapp 5000 Hühner in Bodenhaltung gehalten. Weil es bereits Fälle der Vogelgrippe in Baden-Württemberg gab, war eine Stallbesichtigung der Hühnerhalle beim Tag der offenen Stalltüren nicht möglich, auch wenn durch die geschlossene Halle das Risiko einer Ansteckung gering sei.

Büffelgulasch und Maultaschen

Betroffen sei der Hof aber noch nie gewesen, so Alexander Trick, und auch beim Hof Frey gab es bisher keinen einzigen Fall. Momentan dürfen die Tiere dort noch nach draußen – die Hühnermobile sind prinzipiell auch nicht auf Stallhaltung ausgelegt, erzählt Lorenz Frey.

Doch weder die in Deutschland inzwischen ganzjährig vorkommende Tierseuche noch das nasskalte Herbstwetter hielten Besucher von nah und fern davon ab, in den kleinsten Teilort von Sulz zu kommen. Denn der Tag der offenen Stalltür bot die perfekte Gelegenheit, um gutes Essen zu genießen und sich über die Hofproduktion der Familienbetriebe zu informieren.

Und kulinarisch war einiges geboten: Der Büffelhof Steinwand bot Büffelgulasch mit eigenem Frischkäse, Camembert-Burger und „Fred“-Burger sowie Büffelwurst vom Grill an. Beim Hof Trick konnten Maultaschen aus eigener Herstellung mit Kartoffelsalat, Nudeln mit verschiedenen Soßen, Kartoffelchips und Süßes genossen werden.

Entspannung für Mensch und Tier

Bratwurstburger, rote Wurst und „Wilde Kartoffeln“ gab es beim Biohof Frey. Bei allen konnten sich die Besucher außerdem einen Einblick in die Hofproduktion und die Ställe verschaffen und beispielsweise den Melkroboter beim Hof Steinwand besichtigen, der seit April im Einsatz ist.

Dort können die Tiere rund um die Uhr automatisch gemolken werden, und die Maschine kontrolliert per Transponder an jedem Tier beim Hereinlaufen, ob wieder Zeit zu melken ist. Das sei für Mensch und Tier viel entspannter als zuvor, erzählt Stefan Steinwand.

Die Kartoffelpreise sinken

Er zeigt sich auch sehr zufrieden mit der Ernte des Jahres: Außer dem Brotgetreide, dessen Qualität unter dem Regen litt, sei die Ernte sehr gut gewesen, besonders bei den Kartoffeln. Auch Lorenz Frey berichtet von 30 Prozent nicht verarbeitbarem Brotgetreide und einer zehnmal so starken Kartoffelernte im Vergleich zum letzten Jahr, ebenso Alexander Trick, der je nach Kartoffelsorte bis zu 50 Prozent mehr im Vergleich zum sonst üblichen Ertrag verzeichnete.

Durch die überdurchschnittlichen Ernteerträge sinkt allerdings auch der Großhandelspreis, wodurch die Landwirte Schwierigkeiten haben, die große Menge an Kartoffeln loszuwerden. Dennoch zeigen sie sich zufrieden mit der Ernte. „Die Getreidesilos sind voll“, so Lorenz Frey.

Zusammenarbeit lohnt sich

Interessante Einblicke boten die Produktionsräume der Höfe, etwa die Nudelproduktionshalle auf dem Hof Trick. Unzählige Kilos Nudeln werden hier gefertigt, für Alexander Trick ist es der „schönste Betriebszweig“.

Auf dem Biohof Frey konnten die Besucher unter anderem Einblicke in die Leinöl- und Leindotterölproduktion erhalten. Eine Zusammenarbeit der Landwirte ermöglicht zum Beispiel den gemeinsamen Anbau von Leindotter für das Frey’sche Schwarzwaldöl und die Linsen, die vom Hof Steinwand angebaut werden.

Schmackhafte Landwirtschaft genießen

Mit dem Tag der offenen Stalltüren zeigen sich alle drei Landwirte sehr zufrieden: Stefan Steinwand freut sich, dass an die gute Erfahrung aus dem letzten Jahr angeknüpft werden konnte, Alexander Trick findet es besonders schön, dass viele junge Leute und Familien der Einladung gefolgt sind und Interesse an der Produktion der vielfältigen landwirtschaftlichen Produkte zeigen.

Auch die Freys können auf einen erfolgreichen Tag zurückblicken. So bleibt zu hoffen, dass diese neue Tradition des „Tags der offenen Stalltür“ weitergeführt wird und auch 2026 viele Besucher nach Dürrenmettstetten kommen, um die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produkte zu bestaunen und kulinarisch zu genießen.