Jasmin Schwer aus Furtwangen-Rohrbach und Robin Schönegg aus dem oberen Linzgau sprechen beim Landesbauerntag über die Herausforderungen, vor denen sie als junge Landwirte stehen. Foto: Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband

Jasmin Schwer diskutiert mit Kollegen über Chancen, Herausforderungen und Erwartungen. Die jungen Landwirte wollen mehr Möglichkeiten, sich zu vernetzen.

Mit jungen Kollegen tauschte sich die Landwirtin bei einer Podiumsdiskussion beim Landesbauerntag des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) in Bräunlingen über ihre Zukunft aus. Im Mittelpunkt standen die Perspektiven der jungen Generation.

 

In der interaktiven Diskussion sprachen vier junge Landwirtinnen und Landwirte über Chancen, Herausforderungen und Erwartungen an die Landwirtschaft.

„Was mich an der Landwirtschaft begeistert, ist das starke Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig brauchen junge Menschen mehr Möglichkeiten, sich zu vernetzen, weiterzubilden und auch neue Wege zu gehen. Gerade auch für diejenigen, die keinen eigenen Hof zuhause haben“, betonte die 23-jährige Jasmin Schwer aus Rohrbach laut einer Pressemitteilung des BLHV.

Die Diskussion zeigte: Junge Landwirte stehen vor doppelten Herausforderungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten durch steigende Kosten und Preisdruck einerseits, wachsende gesellschaftliche Erwartungen an Nachhaltigkeit, Tierwohl und Regionalität andererseits. Gleichzeitig wird klar, wie stark Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Praxisnähe in der jungen Generation ausgeprägt sind.

Es geht um Grundsätzliches

„Viele junge Landwirte fragen sich, ob ihre Zukunft noch in der Landwirtschaft liegt. Zwischen steigenden Kosten, unsicheren Preisen und wachsendem politischen Druck geht es für uns um eine grundlegende Frage: Können wir mit unserer Arbeit auch künftig unseren Lebensunterhalt sichern und ist das, was wir leisten, gesellschaftlich und politisch überhaupt noch erwünscht?“, erklärte Robin Schönegg, 23, aus dem oberen Linzgau.

Und Oskar Ketterer, 22, Landwirt aus dem Elztal betonte: „Wir produzieren hochwertige Lebensmittel direkt vor der Haustür. Die Herausforderung ist, die Verbraucher auch zu erreichen und ihnen zu zeigen, warum regionale Produkte ihren Wert haben.“

Auf die angespannte Lage im Weinbau ging Magdalena Kiss, 23, Winzermeisterin aus Ihringen am Kaiserstuhl, ein. Und dennoch: „Winzerin zu sein ist für mich der schönste Beruf der Welt“, betonte sie.

Austausch

Klar wurde auch: Wer die Landwirtschaft für die Zukunft sichern will, muss jungen Menschen Vertrauen schenken, sie bei Betriebsführung und Weiterbildung unterstützen und ihnen Austauschplattformen bieten.

Abschließend ging es um die Rolle des Bauernverbands: Die jungen Landwirte wünschen sich niedrigschwellige Formate und gezielte Angebote für junge Mitglieder, um sich einzubringen, Netzwerke aufzubauen und die eigene berufliche Entwicklung zu fördern.

Sie sind stolz auf ihre Arbeit

Trotz aller Herausforderungen zeigten sich die jungen Landwirte stolz auf ihre Arbeit und den Beitrag, den sie für Umwelt, Region und Gesellschaft leisten. Als Botschaft an die ältere Generation formulierten sie: „Hört auf unsere Perspektive, lasst uns Verantwortung übernehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Wir wollen die Landwirtschaft weitertragen.“

Immer älter

Betriebsleitung
Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 waren rund 23 Prozent der Leitungspersonen jünger als 45 Jahre, während 77 Prozent älter waren; darunter befanden sich etwa 12 Prozent über 65 Jahre. Im Vergleich zu 2010 zeigt sich eine klare Verschiebung hin zu älteren Betriebsleitenden: Damals gehörten noch 32 Prozent zur Gruppe der unter 45-Jährigen, während 68 Prozent älter waren.