Die Landwirte haben mit einer Großdemonstration auf der B27 lautstark gegen die Politik der Bundesregierung protestiert. Auch bei der Abfahrt Steinhofen kam es zu Staus und Behinderungen.
Der Wind weht rund um den Geflügelhof Fecker nahe der B27 erbarmungslos. Doch auch Minusgrade und Frost haben die Landwirte im Zollernalbkreis nicht davon abgehalten, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Und das taten sie: unüberhörbar mit Hupen, unübersehbar mit eingeschalteten Warnblinkern und Scheinwerfern.
Bauernprotest: „Regionale Lebensmittel brauchen regionale Landwirte“
An den Traktoren prangten Plakate, die skandierten: „Ohne Landwirtschaft wärst Du hungrig, nackt und nüchtern“; „Aufgrund von Wartungsarbeiten an der Ampel an der Ampel, wird es ab Montag, 8.1., zu massiven Verkehrsbehinderungen kommen“; „Regionale Lebensmittel brauchen regionale Landwirte“ oder „Ohne Bauern keine Zukunft“.
Manch ein Autofahrer macht nahe der B27 bei Steinhofen mit
Ein Traktorfahrer haben zum Mitmachen aufgerufen, etwa mit diesem Spruch: „Seid nicht sauer, macht mit.“ Manch ein Autofahrer hat genau das getan, setzte den Warnblinker, hat sich in den Korso mit dem Pkw eingereiht und fährt ein Stück weit mit. In Steinhofen waren mehrfach Passanten zu beobachten, die ihre Unterstützung für die Landwirte zum Ausdruck brachten. Ein Daumen hoch hier, ein kräftiges „weiter so!“ waren zu hören.
Sabrina Fecker-Seibold und ihr Team sind derweil mit einem Kaffee-Stand direkt gegenüber des Hofs präsent. Die Traktorfahrer halten kurz an, nehmen das wärmende Getränk mit und fahren weiter. Fecker-Seibold will mit dieser Aktion die Solidarität „mit den Kollegen“ zum Ausdruck bringen.
Bauern: Steigende Preise betreffen gesamte Gesellschaft
Während der Corona-Zeit habe man gemerkt, was man an der Landwirtschaft hat, doch das schien in Vergessenheit zu geraten. Jeder Unternehmer müsse doch für seine Entscheidungen seinen Kopf hinhalten.
Nur in der Politik sei das anders. Die Lage würde anders aussehen, würden die politischen Entscheider für ihre Beschlüsse ebenso geradestehen müssen – auch im Hinblick auf die Landwirtschaft, denn steigende Preise würden die gesamte Gesellschaft betreffen.
Mehr als 400 Fahrzeuge sind auf der B27 dabei
Nach Angaben des Kreisbauernverbands, der den Protestzug auf der B27 von Balingen-Endingen nach Bisingen-Steinhofen organisiert hatte, haben am Montag mehr als 400 Fahrzeuge teilgenommen.
Im Einsatz war die Straßenmeisterei, die die Bundesstraße bei Steinhofen mit zwei Transportern abriegelte. Nur das Abfahren von der B27 war möglich. Über den Kreisverkehr konnten Autofahrer sich Autofahrer wieder Richtung Hechingen einfädeln.
Größerer Einsatz für die Polizei entlang der B27
Im Einsatz waren darüber hinaus 16 Polizisten mit acht Fahrzeugen, um den Korso abzusichern und den Verkehr, insbesondere bei Stau zu regeln. Nach der Abfahrt bei Steinhofen fuhren die Traktoren und Lastwagen wieder zurück.
So kam es auch nach der vorgesehenen Auflösung der Großdemonstration auf der Bundesstraße 27 und den Nebenstraßen insbesondere Richtung Bisingen, Engstlatt und Haigerloch zu Staus.