Auf dem Hof in Holzhausen, bei Instagram und auch im SWR-Fernsehen – Paula Altner von „Paulas Landleben“ ist überall präsent. Sie erzählt, warum es ihren Rindern gut geht.
Das Bier rinnt das blaue Bikini-Oberteil herab, Schaum sammelt sich auf Paulas Haut, im Hintergrund ein schwerer Traktor. „Der Kalender ist praktisch schon ausverkauft“, erklärt die 23-Jährige. Und meint damit den Fankalender von „Paulas Landleben“ für 2026.
Und die Landwirtschaft-Influencerin mit mehr als 260 000 Followern auf Instagram ist nicht nur im Netz oder auf Kalendern präsent, sondern auch im Fernsehen. Ende November waren sie und ihr Freund Jakob Schon bei der Landesschau des SWR.
Authentischer Auftritt
Ein authentisches Paar im SWR-Studio
Doch wie kommt das Paar vom Holzhauser Hof „Rosenfeld“ in die Sendung? „Der SWR hat uns bei der Maisernte begleitet und gedreht“, erklärt Paula. Aufmerksam sei der Sender durch ihren Social-Media-Auftritt geworden. Im Anschluss kam die Einladung ins Studio.
„Wir wurden erstmal in der Maske abgepudert und konnten bei den anderen Beiträgen zuschauen“, erzählt Paula. Deshalb sei sie gar nicht aufgeregt oder nervös gewesen. „Alle unsere Bekannten sagten, dass wir sehr authentisch waren“, kommt sie auf die Rückmeldungen ihres Umfelds zu sprechen.
Viel zu erzählen
Und auch in der Community im Netz habe es nur rundweg positive Resonanz gegeben. „Es hat keine einzige negative Nachricht gegeben“, hält sie fest. Das sei in Social Media ja auch mal was Besonderes. Stattdessen gab es auf Instagram 3699 Herzen.
Nur einen „Kritikpunkt“ hat Paula. „Ich hätte noch viel mehr über Landwirtschaft erzählen können“, sagt sie. Doch im Rahmen der vorgegebenen 15 Minuten habe sie wichtige Punkte gesetzt – wobei sie die gezeigte Maisernte aber nur eine Woche im gesamten Jahr beschäftige.
Tod ohne Angst
Der Herbst sei die Zeit für die Aussaat gewesen, auch musste der Mist als Dünger auf die Felder gebracht werden. Nun wolle man Landschaftspflege betreiben, also die Wegränder mulchen und Hecken zurückschneiden. Und sich natürlich um die Rinder kümmern. „Die Tiere müssen jeden Tag versorgt werden“, bringt Paula das Arbeitspensum auf den Punkt.
Bis zuletzt mit der Herde auf der Weide
Doch was ist das Besondere am Hof Rosenfeld? „Die Rinder stehen praktisch ganzjährig auf der Weide und sterben mit dem Grasbüschel im Mund“, beschreibt sie die Philosophie bildhaft. Denn statt enger Tiertransporte und industrieller Schlachthöfe bedeute der letzte Weg für ihre Tiere ein Zusammensein in der Herde.
Landwirtschaft erlebbar machen
„Der Metzger kommt extra zu uns und schießt das Tier bei uns auf dem Hof“, beschreibt die Landwirtin das Prozedere. Das Fleisch werde entweder in Paketen zu je fünf oder zehn Kilogramm verpackt oder auch in Einzelstücke zerlegt. „Kunden, die nur einen Sonntagsbraten wollen, ist das ‚Komplett-Sortiment‘ oft zu viel“, erklärt Jakob.
Seiner Einschätzung nach führe die Schlachtung am Hof dazu, dass weniger Stresshormone im Fleisch seien und es deshalb einfach besser schmecke. Auch würden die Tiere nicht gemästet, sondern könnten sich volle zwei Jahre entwickeln.
Doch nicht nur das Fleisch, auch das Fell und die Knochen verwerte man. „Die Gesellschaft hat sich von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion entfernt“, sagt Paula. Mit ihrer Arbeit wollen sie das den Menschen wieder näher bringen.
Mit Erfolg. Denn neben dem jetzigen Laden in Oberndorf sei demnächst auch ein eigener Verkauf am Hof geplant, damit die Produkte direkt vor Ort gekauft werden können.