Ab dem Nachmittag bis tief in die Nach loderte das Mahnfeuer. Foto: Kost

Der von Landwirten organisierte Protest gegen die Bundesregierung geht weiter. Nach Protestfahrten durch den Zollernalbkreis und Mahnfeuern bei Owingen und Rangendingen brannte am Samstag ein Feuer in Gruol.

Es ist keine politische Kundgebung mit großen Reden oder Aktionen, sondern eher ein Protest, der Raum für persönliche Gespräche lässt.

 

Die Signalwirkung ist aber nicht nur wegen des bis nach Mitternacht lodernden und weithin sichtbar Feuers unmissverständlich: wir sind da, wir sind unzufrieden und wir sind nicht gerade wenige.

Nach groben Schätzungen dürften sich in der Spitze zwischen 200 und 300 Leute auf der Wiese am südwestlichen Ortsrand von Gruol aufgehalten haben, es herrscht jedoch viel Kommen und Gehen.

Es geht inzwischen mehr als um Argrardiesel und Kfz-Steuerbefreiung

Längst, und das wird auch bei dieser Protestaktion in Gesprächen mit einzelnen Veranstaltungsbesuchern deutlich, geht es nicht mehr bloß um die Subventionierung des „Agrardiesel“ oder die inzwischen zurückgenommene Streichung der Kfz-Steuerbefreiung für land- und forstwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge, sondern um eine generelle Unzufriedenheit mit Politik und Regierung.

Das Mahnfeuer steht unter dem Motto „Bauern, Bürger, Mittelstand gehen ab jetzt Hand in Hand!“. Organisiert haben sie die Gruoler „Bauernfamilien“ Flaiz und Wiest, die Landwirtschaft im Nebenberuf betreiben, wie Simon Flaiz im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Beworben wurde die Aktion über WhatsApp, Instagram und Facebook und tatsächlich waren am Samstag nicht nur Landwirte aus Gruol und der unmittelbaren Nachbarschaft auf die Wiese gekommen, sondern auch aus anderen Teilen des Zollernalbkreises.

Gruoler Feuerwehr weist den Besuchern des Mahnfeuers den Weg

Die Gruoler Feuerwehr weist den Besuchern des Mahnfeuers an den Zufahrtsstraßen den richtigen Weg, damit kein Parkchaos entsteht, dafür sorgten vom Veranstalter eingesetzte Ordner. Insgesamt sind etwa 20 im Einsatz, zu erkennen sind sie an gelben Warnwesten.

Neben dem großen Mahnfeuer, dass in einem Schüttgutcontainer knistert und immer wieder mit Holz angefacht werden muss, brennen auch viele kleine Feuersäulen. Für Wärme an diesem sonnigen, aber sehr frostigen Tag sorgen aber nicht nur sie, sondern auch eine Bewirtung mit Getränken, Glühwein, Kaffee und heißen Roten vom Grill.

Diese kommen von der Gruoler Firma Albfood, unterstützt wird die Veranstaltung auch von der BayWa (Glühwein), der Klostermühle in Heiligenzimmern und der Lehner-Brauerei in Rosenfeld.

„Weshalb wir dies machen, brauchen wir nicht mehr zu erklären“

Als die Dämmerung einsetzt, hält Christoph Flaiz eine kurze Begrüßungsrede. „Es freut uns, dass so viele Leute unserem Aufruf zum Mahnfeuer gefolgt sind. Weshalb wir dies machen, brauchen wir ja nicht mehr zu erklären, dies dürfte in der Zwischenzeit allen bekannt sein“, spricht er ins Mikrofon.

Er dankt allen Sponsoren und wünscht den Teilnehmern ein paar schöne Stunden mit interessanten Gesprächen und Diskussionen. Christoph Flaiz fordert außerdem zu kleinen Geldgaben für Getränke und Speisen auf, den Erlös des Tages wolle man spenden.

Die angemeldete Kundgebung verläuft friedlich; bis in den Abend hinein sind auch Heike Roth vom Ordnungsamt der Stadt Haigerloch und Andreas Beiter vom Landratsamt des Zollernalbkreises vor Ort. Eine Polizeistreife fährt kurz vor, ist aber schnell wieder weg.