Die Winzer der Landweine haben sich inzwischen ein gutes Renommé erarbeitet. Foto: Vinotecarium/Pixabay

Beim Badischen Landweinmarkt in Eimeldingen zeigen 27 Teilnehmer aus der Region die ganze Bandbreite der Möglichkeiten dieses Weintrends im Aufwind.

Vom Regelbruch hat sich der Landwein zu einem Trend entwickelt, weshalb es am Freitag, 24. April, der der inzwischen siebte Badische Landweinmarkt im Gasthaus Löwen in Eimeldingen ist: am Freitag, 24. April, wollen 27 Teilnehmer aus der Umgebung, aber auch aus Baden-Baden sowie aus Freiburg, Munzingen, Bötzingen, Ebringen oder Rauenberg die neue Stärke charaktervoller Weine aufzeigen. Schirmherrin ist die renommierte Weinexpertin Christina Fischer.

 

Die engagierte Sommelière gehört zu den Besten ihres Fachs, heißt es in der Ankündigung. Ihr Engagement in Verkostungsjurys, zahlreichen Veröffentlichungen und Büchern sowie Fernsehauftritte haben Fischer bundesweit bekannt gemacht.

Die teilnehmenden Weingüter nutzen die Kategorie „Landwein“ bewusst für Weine außerhalb starrer Gesetze. Mehr junge Talente und kleine Manufakturen trügen zum Profil des Landweinmarkts bei.

Darüber hinaus zeige sich eine Trendwende am Markt: Während der Gesamtabsatz sinke, steige die Nachfrage nach authentischen Weinen mit minimaler Intervention. In einer Zeit, in der sich der deutsche Weinmarkt im Umbruch befindet, setzt der siebte Badische Landweinmarkt ein Zeichen, heißt es weiter.

Landwein im Trend

Hochwertiger Landwein habe sein Image als „einfache Qualität“ längst abgelegt und entwickelt sich zu einem Vorreiter für Innovation und Charakter.

„Der Landweinmarkt hat sich nicht nur etabliert, er ist mittlerweile auch ein Hotspot für die Sommelier-Szene und Weinjournalisten geworden“, wird Christina Fischer, in der Ankündigung zitiert.

Sie ist eine der profiliertesten deutschen Sommelières, Weinautorinnen und Gastronominnen, heißt es. Einem breiten Publikum ist sie v als TV-Sommelière im Vox-Kochduell bekannt. Und sie passe zum Landweinmarkt, denn sie vertrete einen unkomplizierten, genussorientierten Ansatz.

Der Weinmarkt hat sich verändert, die junge Generation setzt dabei auch auf Nachhaltigkeit und Naturnähe (Symbolbild). Foto: Sebastian Kahnert/dpa

„Landwein läuft und wird schon längst nicht mehr als Petitesse abgetan“, heißt es in der Pressemitteilung. Unter den 27 teilnehmenden Betrieben setze sich ein Trend fort: Immer mehr kleine, junge, handwerklich arbeitende Weingüter zeigten Interesse an der Veranstaltung. Sie nutzten die stilistischen Freiheiten der Kategorie Landwein, um Charakterweine zu produzieren, die oft auf minimale Intervention oder auch „Natural-Wine-Stilistiken setzten.

Während der allgemeine Pro-Kopf-Verbrauch an Wein in Deutschland (2024 bei etwa 22,2 Litern) rückläufig sei, erlebe die Nische für Landweine eine Aufwertung. Immer mehr renommierte Winzer füllten ihre Top-Qualitäten bewusst als Landwein ab. Sie entzögen sich damit den Vorgaben des Qualitätsweinrechts, um Weine zu erzeugen, die bei einer klassischen amtlichen Prüfung wegen ihrer Eigenwilligkeit oft abgelehnt würden – die aber genau deshalb international, etwa in den USA oder Skandinavien, massiv an Wertschätzung gewinnen.

Weinmarkt verändert sich

Hinzu kommt: Die Trinkgewohnheiten junger Generationen wie „Z“ und „Millennials“ verändern den Weinmarkt. Stellvertretend seien dabei der Wunsch nach Authentizität, minimaler Intervention sowie Nachhaltigkeit.

Mitinitiator Hanspeter Ziereisen bringt es auf den Punkt: „Uns geht es um den puren Wein, um das Handwerk und um Charakter – genau das suchen die Leute heute“, wird er in der Mitteilung zitiert. Die Teilnehmer beim Markt im Gasthaus Löwen zeigten, dass Landwein ein Synonym für außergewöhnliches Handwerk sei.

Der Trend „Weniger, aber besser“ spiele ihnen in die Karten, „weil die Leute bereit sind, für echte, unverfälschte Produkte auch faire Preise zu zahlen“, heißt es weiter.

So haben Besucher am Freitag, 24. April, im Gasthaus Löwen in Eimeldingen die Gelegenheit, mehr als 300 Landweine zu verkosten. Die Winzer sind persönlich vor Ort und bieten die Gelegenheit zum Austausch. Dank der direkten Lage am Bahnhof Eimeldingen ist die Anreise auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich.

Den Winzern, die badische Landweine herstellen und vermarkten, geht es um Individualität und darum, ihre Produkte fernab eines Korsetts an Vorschriften zu entwickeln. Sie setzen auf die Individualität und den Charakter ihrer Weine

Zeit und Naturnähe

Darauf legen die teilnehmenden Winzer Wert: auf qualitativ hochwertigste Trauben, also eine naturnahe, aufwändige und intensive (Hand-)Arbeit im Weinberg und bei der Lese. Im Keller auf weitestgehenden Verzicht auf Manipulationen und auf Zeit: „Wein braucht Zeit um Wein zu werden“, heißt es in der Ankündigung.

Deshalb werden auf dem Landweinmarkt keine Weine des Jahrgangs 2025 präsentiert, sondern ausschließlich solche aus den Vorgängerjahren.

Termin: Badischer Landweinmarkt im Gasthaus Löwen in Eimeldingen (Haupstraße 23) am Freitag, 24. April, 14 bis 18.30 Uhr. Um 14 Uhr wird der Landweinmarkt von Schhirmherrin Christina Fischer eröffnet.