Daniel Müller aus Freudenstadt ist 30 Jahre alt, Ingenieur und bekennender Christ. Sein politisches Credo heißt, etwas vereinfacht gesagt: Aus der Bibel lernen.
Kreis Freudenstadt - Für ihn ist die Bibel keine Sammlung von Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, an die man glauben kann oder nicht – die aber heute kaum mehr Relevanz haben. Müller sieht das anders: "In der Bibel gibt es Lösungsvorschläge, die man zunächst nicht erwartet hätte – etwa auch für die Wirtschaft und die Finanzen."
Deshalb habe er sich dem "Bündnis C – Christen für Deutschland" angeschlossen – und kandidiert am 14. März für den baden-württembergischen Landtag.
Müller (Religionszugehörigkeit: evangelisch) ist 1990 in Freudenstadt geboren, nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Maschinenbau, heute arbeitet er als Service- und Entwicklungsingenieur – er ist also durchaus ein Mann der Technik und der Wissenschaft. Aufgewachsen sei er in einem Elternhaus, "in dem der Glaube eine Sache war, die nicht nur auf dem Papier stand". Nach dem Abitur habe er ein Jahr in einem christlichen Zentrum für Jugendliche gearbeitet. Dort habe er viel erlebt und viel gelernt, eben auch, "dass es einen Gott gibt, der persönlich erfahrbar ist, und der auf meine Gebete antwortet".
Über den Wahlomat bei der Partei gelandet
Der Weg zum "Bündnis C" war dann eher banal: Bei den letzten Landtagswahlen habe er sich etwas im Wahlomat umgeschaut, das habe ihn irgendwie zum "Bündnis C" geführt. "Dann habe ich mir das Parteiprogramm angeguckt, das fand ich supergut", schwärmt er in waschechtem Schwäbisch.
An eine politische Karriere freilich habe er niemals gedacht, eigentlich wollte er die Partei lediglich als passives Mitglied unterstützen, doch dann kam die Anfrage aus der Partei, ob er nicht kandidieren wolle.
Gegen "Abtreibung und Gender-Mainstream"
Müller sagt, die Partei habe wohl "keinen anderen Kandidaten gefunden". Da habe er eben zugesagt. Das "Bündnis C" ist eine noch junge Partei, 2015 wurde sie gegründet. Müller schätzt die Zahl der Mitglieder im Land auf ein paar Hundert. Unter anderem gehört "Kampf gegen Abtreibung und Positionen des Gender-Mainstream" zum Programm.
Müller sagt, es gehe darum, "das Leben zu schützen". Abtreibung, sagt er, solle gesetzlich erschwert, den betroffenen Müttern und Familien stattdessen geholfen werden. Was er denn als Kampf gegen den "Gender-Mainstream" verstehe, will man wissen. Müller verweist auf vermeintliche "Frühsexualisierung in der Schule" – und meint damit offenbar den Sexualkundeunterricht.
Die Kinder, sagt er, würden dadurch verunsichert, "ob sie Junge oder Mädle sind". Die Ehe, so heißt es im Programm, sei die "gottgewollte Verbindung von Mann und Frau".
Das klingt ziemlich gestrig, von Homosexuellen etwa oder Homo-Ehe kein Wort. Allerdings sagt Müller, persönlich habe er nichts gegen die Homo-Ehe. Die Chancen aber, am 14. März tatsächlich einen Sitz im Landtag zu erobern, schätzt er als eher gering ein. "Sie gehen, ehrlich gesagt, fast gegen null."
Daniel Müller ist 30 Jahre alt; geboren und aufgewachsen in Freudenstadt, wo er 2010 das Abitur machte.
Zunächst studierte er in München Luft- und Raumfahrttechnik, anschließend in Stuttgart Maschinenbau, dort machte er auch seinen Masterabschluss. Heute arbeitet er als Service- und Entwicklungsingenieur.
Vor drei Jahren trat er dem "Bündnis C – Christen für Deutschland" bei. Müller ist auch Mitglied im Radsportclub RSG Heilbronn und aktiver Radrennfahrer.
Müller arbeitet ehrenamtlich im Württembergischen Christusbund im Freudenstädter Stadtteil Dietersweiler mit. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter.