Die AfD holte viele Wählerstimmen ein. Ein Leser warnt. (Symbolbild) Foto: Carsten Koall/dpa

Die Wahl der AfD bei der Landtagswahl hat Folgen für die Bildung, sagt Leser

Schon im Jahr 2015 äußerte sich der jetzige Spitzenkandidat der AfD, Markus Frohnmaier, wie folgt: „Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet.“ Er will „(...) in den ersten 100 Tagen eine fundamentale Überarbeitung der Lehrpläne in Auftrag“ geben. Da Bildungspolitik überwiegend Ländersache ist, hat eine Regierung durchaus Einfluss auf Inhalte und Struktur schulischer Bildung.

 

Wie im Regierungsprogramm der AfD für die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt könnte darin beispielsweise die Förderung rein deutscher Geschichte und Identität als Teil einer ausschließlich national-patriotischen Leitkultur enthalten sein.

Die Leitperspektive „Bildung zu Toleranz und Vielfalt“ oder das Projekt „Schule der Vielfalt“ gäbe es dann nicht mehr. Vereine, die Fördergelder beantragen wollten, müssten sich ebenfalls zum Patriotismus bekennen. Theater und Opernhäuser dürften nur noch deutsche Stücke spielen, die die AfD für wertvoll hält, wenn sogenanntes „Staatsgeld“ fließen soll.

Politische Bildung schreibt aktives Eintreten für demokratische Grundordnung vor

Bereits im Jahre 2018 gab es in Baden-Württemberg ein Denunziationsportal (www.mein-lehrer-hetzt.de) über Lehrkräfte, die sich kritisch zur AfD äußerten, vermeintlich linke Ideologien verbreiteten, oder ein angebliches „Neutralitätsgebot“ verletzten, das es so gar nicht gibt.

Der Beutelsbacher Konsens von 1976 zur politischen Bildung schreibt im Gegenteil ein aktives Eintreten für die Freiheitlich demokratische Grundordnung vor! Aus Datenschutzgründen verschwand es in Baden-Württemberg bald wieder, doch in Sachsen-Anhalt taucht es im AfD-Programm für die Wahl im Herbst wieder auf.

Wer also diese Partei weiterhin wählt, sollte sich darüber im Klaren sein, was er für sein „Kreuzle“ bekommt. Das Abschneiden in Baden-Württemberg dürfte die Wählerinnen und Wähler doch dazu ermutigen, diese Ziele der AfD in anderen Bundesländern mit Vehemenz zu verfolgen!

K.P. Krämer, Ostdorf

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