Endspurt für die Landtagswahl – auch in den Rathäusern in Hausen, Hasel und dem Kleinen Wiesental, wo die Fäden zusammenlaufen. Die Stimmung: Konzentrierte Gelassenheit.
Insgesamt 1715 Hausener dürfen bei der Landtagswahl am Sonntag in Hausen ihre Stimme abgeben.
Kreuzchen machen, Kaffee trinken
Ein knappes Viertel von ihnen – etwa 400 – haben im Vorfeld die Briefwahl beantragt, bislang aber haben nur etwa 200 diese auch schon wieder abgegeben. In Sachen Wahllokalen geht es im Hebeldorf sehr übersichtlich zu: Ein Briefwahlbezirk, ein Urnenwahlbezirk, das war’s. Wer nicht „briefwählt“, kommt am Sonntag zur Stimmabgabe in die Festhalle, wo der Elternbeirat des Kindergartens tagsüber zum Wahlcafé lädt, und, wo später auch die öffentliche Auszählung stattfindet.
Hauptamtsleiterin:Premiere als Wahlleiterin
Für den reibungslosen Ablauf ist Christiane Hulla, die nach ihrem Einstieg als Hausener Hauptamtsleiterin vor einem knappen Jahr mit den Landtagswahlen ihre Premiere als Wahlleiterin absolviert – zumindest in der Position direkt vor Ort. In ihrer früheren Tätigkeit in der Kommunalaufsicht des Landratsamts hat sie den Vorgang auch früher durchaus schon eng begleitet: „Europawahl und Landtagswahlen – das war meins“, erzählt sie – „jetzt ist es interessant, das Ganze einmal aus anderer Perspektive mitzubekommen.“ Jede Menge Schützenhilfe und Erfahrung steuert Maria Zipfel bei, die gemeinsam mit Hulla das Wahlteam stellt. Unterstützt werden die beiden von 24 Wahlhelfern aus Gemeinderat, Rathausmitarbeitern und Bürgerschaft.
Neu: Zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl
Neu ist bei diesen Landtagswahlen, dass die Wähler – analog zur Bundestagswahl – Erst- und Zweitstimme haben. Das macht das Auszählen etwas aufwendiger als bislang, als die Wähler nur ein Kreuzchen (für den Wahlkreiskandidaten) setzen konnten. Zugleich aber ist das Wähl- und Zählsystem von den Bundestagswahlen bestens bekannt, sodass die Auszählung einigermaßen rasch und eingespielt vonstatten gehen dürfte. Nimmt man diese als Anhaltspunkt, dürften die Ergebnisse aus Hausen gegen 19.30 Uhr vorliegen.
Wahlergebnis 2021 lag im Landesschnitt
Und wie hat Hausen bei den jüngsten Landtagswahlen im März 2021 gewählt? Die meisten Wähler – 343 Stimmen/32 Prozent – vereinte damals Josha Frey von den Grünen auf sich, Christof Nitz von der CDU kam auf 235 Stimmen/22 Prozent, auf dem dritten Rang landete mit 146 Stimmen/13,5 Prozent Jonas Hoffmann, der auch diesmal wieder als Direktkandidat der SPD antritt. Mit diesem Ergebnis spiegelte sich im Hebeldorf ziemlich genau der kreis- und landesweite Trend, mit einem leichten Minus für die Grünen zugunsten der SPD.
Kleines Wiesental: Viele Bezirke, viele Helfer
Im Kleinen Wiesental sind 2198 Bürger zur Wahl aufgerufen, etwa ein Fünftel von ihnen (426) hat bis Mittwoch die Briefwahl beantragt. Die Zahl der Rückläufer hingegen lässt sich nicht verlässlich angeben: „Viele Briefwahlunterlagen werden bei uns persönlich in die Briefwahlurne eingeworfen – da haben wir keinen Überblick, da die Urne verschlossen ist“, erläutert Hauptamtsleiterin Claudia Brachlow, die die Wahlen im Kleinen Wiesental unter ihren Fittichen hat.
Etwa 50 Wahlhelfer sind den Sonntag über im Einsatz. Die vergleichsweise hohe Zahl erklärt sich mit den vielen Wahlbezirken, die es im Tal gibt: Für (fast) jeden Ortsteil einen (nur Bürchau und Elbenschwand teilen sich ein Wahllokal), plus ein Briefwahlbezirk – macht insgesamt acht. Die Helfer rekrutieren sich zum größten Teil aus den Rathausmitarbeiterin und den Ortschaftsräten.
Ausgezählt sein sollten die Stimmen bis spätestens 19 Uhr, schätzt Wahlleiterin Brachlow, die dem Wahlsonntag ausgesprochen gelassen entgegensieht: „Wir sind ja nach dem letzten Jahr – einmal Bundestags-, zwei Wahlgänge für die Bürgermeisterwahl – geübt“, erklärt sie schmunzelnd.
2021 stimmte das Kleine Wiesental gegen den Trend
Bei den Landtagswahlen 2021 stimmten die Kleinwiesentäler ein wenig gegen den Trend: Zwar kam Josha Frey mit 27 Prozent (379 Stimmen) auch hier auf den ersten Platz – ließ die übrigen Bewerber aber nicht so weit hinter sich wie anderswo: Mit 26,8 Prozent (363) wählten überdurchschnittlich viele den CDU-Kandidaten Nitz, während FDP-Kandidat Felix Düster mit 12,6 Prozent das drittbeste Ergebnis im Tal einfuhr.
900 Bürger in Hasel sind gefragt
In Hasel sind genau 899 Bürger zur Wahl gerufen, und auch hier hat ein knappes Viertel – knapp 200 nämlich – die Briefwahl beantragt. Etwa 130 Briefwähler haben ihre Unterlagen auch schon wieder abgegeben, berichtet der Hasler Hauptamtsleiter Horst Weiß.
Auch hier gibt es neben dem Briefwahlbezirk nur einen Urnenwahlbezirk, der seine Zelte im Rathaus-Foyer aufschlägt. Insgesamt zwölf Wahlhelfer schieben am Sonntag im Erdmannsdorf Urnen- und Zähldienst. Die Ergebnisse sollten gegen 19 Uhr vorliegen, schätzt Weiß.
Mit großem Abstand auf die übrigen Bewerber landete der Grünen-Kandidat Frey in 2021 auch hier auf dem ersten Rang: Er bekam 35,6 Prozent der Stimmen. Deutlich abgeschlagen im direkten Vergleich kam die CDU mit 21,9 Prozent auf den zweiten Platz, wiederum mit deutlichem Abstand gefolgt vom damaligen AfD-Kandidaten Mandic und SPD-Mann Hoffmann – diese beiden waren mit 11,7 und 11 Prozent beinahe gleichauf.