Die Parteien buhlen zur Landtagswahl um die Wählergunst. Foto: Siegfried Feuchter

Wie die Parteien in Kandern ihre Wahlkreiskandidaten unterstützen und was sie bis zur Wahl noch vorhaben, das wollte unsere Zeitung von den Vorsitzenden der Ortsvereine wissen.

Wenn am 8. März der 18. Landtag von Baden-Württemberg gewählt wird, gibt es Neuerungen. Zum einen sind seit der Wahlkreisreform Kandern, Malsburg-Marzell und Schliengen dem Wahlkreis 48 (Breisgau) zugeschlagen, zum anderen wird das reformierte Wahlrecht angewandt.

 

Das heißt, die Wähler haben erstmals bei der Landtagswahl zwei Stimmen analog der Bundestagswahl, nämlich eine Erststimme für die Wahlkreiskandidaten sowie eine Zweitstimme für die Partei, die über die Sitzverteilung via Landeslisten entscheidet. Außerdem ist das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt worden.

Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Kandern/Malsburg-Marzell hat, wie Vorsitzender Yannik Heckel sagt, drei Veranstaltungen mit der Wahlkreiskandidatin und ehemaligen Europaabgeordneten Anna Deparnay-Grunenberg geplant. Am Freitag, 13. Februar, wird der Vorstand die Kandidatin von 14 bis 16 Uhr beim Haustürwahlkampf in Kandern begleiten, ehe es direkt danach eine Waldbegehung mit Förster Reiner Dickele gibt (Treffpunkt Sozialstation in der Papiermatt).

Anschließend machen Heckel und seine Vorstandskollegen mit Deparnay-Grunenberg einen Rundgang durch Kandern und sprechen dabei aktuelle Themen an. Darüber hinaus gibt es am 28. Februar sowie am 7. März zwei Informationsstände auf dem Blumenplatz mit der Wahlkreiskandidatin jeweils von 9 bis 12 Uhr.

3000 bis 4000 Flyer

Der Ortsverband der Grünen, der aktuell 32 Mitglieder zählt, wird vor der Wahl noch weitere Plakate aufhängen und zwischen 3000 und 4000 Flyer in Kandern, den Ortsteilen sowie in Malsburg-Marzell verteilen. Heckel gibt sich vor der Wahl zuversichtlich: „Die Erwartung ist groß und die Hoffnung da, dass unser Spitzenkandidat Cem Özdemir am Ende die Nase vorne haben wird.“

Das sieht Andreas Schneucker, Vorsitzender des fusionierten CDU-Ortsverbands Kandertal, der im vergangenen Jahr aus den Ortsvereinen Kandern und denen aus dem Vorderen Kandertal hervorgegangen ist, anders. „Ich gehe davon aus, dass wir unseren Vorsprung in den Umfragen halten und mit unserem Spitzenkandidaten Manuel Hagel den Ministerpräsidenten stellen werden“, sagt der Binzener Bürgermeister und fügt hinzu: „Ich erwarte eine schwarz-grüne Landesregierung und damit einen Wechsel bei der bisherigen Konstellation von Grün-Schwarz.“

Kandidatenvorstellung in Binzen

Während die Stadt Kandern und Malsburg-Marzell dem Wahlkreis Breisgau mit dem Wahlkreiskandidaten Patrick Rapp, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, zugeschlagen ist, gehören Binzen und das Vordere Kandertal zum Wahlkreis Lörrach mit dem Kandidaten Peter Schelshorn. Ende Januar gab es in Binzen eine Kandidatenvorstellung.

Der Ortsverband Kandertal mit seinen 65 Mitgliedern wird sich noch an zwei Samstagen vor der Wahl jeweils auf dem Wochenmarkt in Kandern und vor dem Hieber-Markt in Binzen mit Info-Ständen präsentieren. Außer der Plakatierung werden ein paar tausend Flyer unter die Wähler gebracht.

Anliegen und Probleme der Töpferstadt kennenlernen

Zuversichtlich, ein zweistelliges Ergebnis am 8. März einfahren zu können, gibt sich Elisabeth Kurtenbach-Sepp, die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Kandern-Malsburg mit seinen 40 Mitgliedern. „In Kandern lagen wir bei den zurückliegenden Wahlen immer über dem Schnitt“, sagt Kurtenbach-Sepp. Philip Wolf, der Wahlkreiskandidat der Sozialdemokraten, war jüngst in Begleitung der Kanderner SPD-Vorsitzenden sowie der Stadt- und Kreisrätin Gabriele Weber bei Bürgermeisterin Simone Penner, um Anliegen und Probleme der Töpferstadt kennenzulernen. Auch die Werksiedlung der Christopherus-Gemeinschaft hat Wolf besucht, um sich ein Bild von dieser Einrichtung der Eingliederungshilfe zu machen. Der Wahlkreiskandidat wird demnächst ein weiteres Mal nach Kandern kommen, um sich bei einem Haustürwahlkampf bekannt zu machen.

Die SPD wird in Kandern und Malsburg-Marzell weniger plakatieren und weniger Flyer verteilen als üblich, da es bei der Bestellung ein Kommunikationsproblem gegeben habe, wie Kurtenbach-Sepp sagt. Kurtenbach-Sepp verweist auch auf die Veranstaltung des SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch am 28. Februar in Lörrach.

„Wir sind mit mehreren Wahlständen auf dem Blumenplatz präsent“, betont Christoph Hoffmann, der Vorsitzende des Ortsverbands Markgräflerland der FDP, zu dem die Gemeinden Kandern, Schliengen, Bad Bellingen und Efringen-Kirchen gehören. Rund 20 Mitglieder zählt der Ortsverband.

Briefaktion für Erstwähler

Die Liberalen werden eine Erstwählerbriefaktion starten, bei der in Kandern 500 junge Wähler im Alter von 16 bis 21 Jahren angeschrieben, zur Stimmabgabe aufgerufen und über das Wahlprogramm der Liberalen informiert werden. Eine eigene Parteiveranstaltung in Kandern wird es laut Hoffmann nicht geben. Dagegen wird FDP-Wahlkreiskandidat Lothar Hansen an Veranstaltungen des BLHV auf Bauernhöfen in der Region teilnehmen, bei denen es vor allem um landwirtschaftliche Themen geht.

„In Kandern war die FDP immer stark“, sagt Hoffmann, der seine Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke bei der Landtagswahl „deutlich über fünf Prozent“ sieht und der sich freut, dass jüngst zwei Frauen aus Kandern der FDP beigetreten seien. „Deutschland braucht eine liberale Partei, durch den Liberalismus ist unser Land stark geworden“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.