Malu Dreyer (mit ihrem Mann Klaus Jensen) hat die Wahl klar gewonnen. Foto: dpa/Thomas Frey

Die rot-grün-gelbe Regierung bleibt Rheinland-Pfalz wohl erhalten. Die Masken-Affäre hat der CDU geschadet – aber das war bei weitem nicht der einzige Grund, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Erfolg und Misserfolg haben viele Mütter und Väter. Der offensichtlichste ist Malu Dreyer. Die Ministerpräsidentin ist überdurchschnittlich beliebt, auch bei manchen, die der SPD nicht besonders zugetan sind. Doch es sind nicht nur Sympathiewerte, mit denen Dreyer punktet. Ihr wenig ideologischer, pragmatischer Politikstil kommt an. Sie hat über fünf Jahre eine Koalition geführt, die noch vor ein paar Jahren unmöglich gewesen wäre. Rot-grün-gelb hat weitgehend geräuscharm funktioniert, das muss man erst einmal schaffen. Rheinland-Pfalz wird diese Regierung wohl behalten.

 

Zwei drittel stimmen per Briefwahl ab

Ihr Herausforderer Christian Baldauf ist gescheitert. Das wäre er auch, wenn man der CDU all die Stimmen zuschlüge, die an die Freien Wähler gegangen sind. Der Korruptionsskandal im Bund ist nicht der wichtigste Grund für das schlechte CDU-Ergebnis. Zwei Drittel aller Wähler haben per Briefwahl abgestimmt, viele bevor die Raffgier einiger Abgeordneter bekannt wurde. Das spricht dafür, dass das Berliner Corona-Krisenmanagement zu Lasten der CDU gewertet wird. Vor allem Jens Spahn überzeugt dort nicht mehr. Dass Rheinland-Pfalz in Sachen Corona gut da steht, kommt der SPD zu Gute.