Die Landtagswahl am 8. März naht. Wir haben die Kandidaten im Wahlkreis Rottweil zum Thema Bildung befragt. Hier die Antworten.
Wie möchten Sie Schulen, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe in der Region stärken, um junge Menschen im Landkreis zu halten? Das sagen die Landtagskandidaten zu dieser Frage.
Artur Eichin (DIE GRÜNEN): Wir müssen Schulen und Berufsschulen modern ausstatten, digitale Infrastruktur ausbauen und Ausbildungsbetriebe stärker vernetzen. Berufsorientierung ab frühen Klassen, enge Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen sowie attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten erhöhen die Chancen vor Ort. Junge Menschen bleiben, wenn sie hier Perspektiven sehen.
Stefan Teufel (CDU): Wir werden eine stärkere Berufsorientierung in die Schulen einführen und handwerkliche sowie duale Ausbildungswege weiter vorantreiben, etwa durch eine höhere Meister-Prämie. Wir bauen die erfolgreiche Kooperation von Schule und Wirtschaft aus. Durch gezielte Schulbauförderungen haben wir interessante Lernstätten, die wir weiterentwickeln wollen. Das Berufsbild Mechatroniker ist auf meinen Einsatz hin im Kreis fest verankert. Wohnortnahe Beschulung ist auszubauen.
Ali Zarabi (SPD): Schulen und Berufsschulen müssen deutlich besser ausgestattet werden. Das Land muss die Kommunen stärker entlasten und sicherstellen, dass kein Schüler dauerhaft in Containern unterrichtet wird, wie es derzeit beispielsweise in Schramberg der Fall ist. Gleichzeitig brauchen wir mehr Unterstützung für Ausbildungsbetriebe. Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist entscheidend, damit junge Menschen früh unabhängig von ihren Eltern werden und im Landkreis bleiben.
Daniel Karrais (FDP): Das erfolgreiche mehrgliedrige Schulsystem muss erhalten bleiben. Dieses bereitet Jugendliche gezielt auf Ausbildung oder Studium vor. Den Werkrealschulabschluss will ich wieder einführen, Realschulen und berufliche Schulen besser ausstatten. Die Berufsausbildung muss in allen Schularten stärker vorkommen. Der Mensch fängt nicht beim Abitur an. Durch die Gleichstellung von Berufsausbildung mit Studium und wohnortnahe Ausbildung halten wir junge Leute hier.
Emil Sänze (AfD): Ich setze mich dafür ein: Schulen und Berufsschulen modern auszustatten, Betriebe enger zu vernetzen und die wohnortnahe Ausbildungswege zu sichern. Durch gute Lernbedingungen, verlässliche Praxisangebote und klare berufliche Perspektiven entsteht ein starkes regionales Bildungsökosystem, das junge Menschen im Landkreis hält und ihnen Zukunft vor Ort ermöglicht.
Daniel Hettich (Linke): Schulen als lebenswerte Orte gestalten, damit ist gemeint: Sanierung, digitale Ausstattung, kostenlose Schulmaterialien und Kooperation mit Betrieben für duale Studiengänge; ganz besonders in Zukunftsbranchen. Über eine kommunale Ausbildungsgarantie wollen wir Sicherheit schaffen – jeder Jugendliche bekommt einen Platz in Betrieb oder Berufsschule.
Marius Dettki (Volt): Die digitale Ausstattung von Schulen muss weiter vorangetrieben werden, um einen zeitgemäßen Unterricht zu fördern. Berufsschulen und Ausbildungen können mit verbessertem ÖPNV gestärkt werden, der es mehr Azubis ermöglicht, die Schulen und Arbeitsstätten zu erreichen, ohne von Anfang an Auto fahren zu dürfen. Ebenso müssen überbetriebliche Ausbildungsstätten finanziell und personell gestärkt werden, um eine qualitative Ausbildung für alle zu ermöglichen.
Karl-Heinz Eith (BSW): Die Stärkung der Schulen, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe in der Region kann nur mit einer guten finanziellen und personellen Ausstattung gelingen. Wenn wir hier mehr investieren, haben wir das Geld gut angelegt. Eine gute Bildung braucht auch ein gutes Umfeld mit guter Infrastruktur, günstiger Energie, gut aufgestellte Kommunen, die ihre Aufgaben erfüllen können, einen guten Nahverkehr anbieten und kulturelle und sportlichen Angebote mit den Vereinen zusammen anbieten können.
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Matthias Schultz (WerteUnion): Zurück zum mehrgliedrigen Schulsystem, damit Jugendlichen mit ihren verschiedenen Voraussetzungen wieder die notwendige Aufmerksamkeit gegeben werden kann, damit weitgehend Chancengleichheit gewährleistet wird.
Info
Für die Kandidaten galt die die Herausforderung, ihre Antworten innerhalb einer maximalen Längenvorgabe kurz und knackig auf den Punkt zu bringen. Längere Ausführungen darüber hinaus konnten nicht berücksichtigt werden. Es gibt elf zugelassene Kandidaten im Wahlkreis 53 Rottweil. ÖDP und Bündnis C haben innerhalb der Frist nicht geantwortet.