Stefan Teufel (CDU, links) hat das Direktmandat verteidigt, Daniel Karrais (FDP) ist raus. Foto: Otto

Was für ein Abend: Im Wahlkreis Rottweil wird die Landtagswahl zum Kopf-an Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. Stefan Teufel sichert das Direktmandat, Daniel Karrais ist raus.

Die Politik hat ihre eigenen Gesetze. Und so endet die Landtagswahl im Kreis Rottweil mit einem Schock für Daniel Karrais. Die FDP ist raus aus dem Landtag, der Rottweiler Abgeordnete wird vom gefeierten Wahlgewinner 2021 zum Wahlverlierer. Das Ergebnis im Wahlkreis zeigt eine deutlich Verschiebung: Die FDP hat bei den Zweitstimmen ein Minus von elf Prozent eingefahren, die AfD ein Plus von 12,3 Prozent. Die CDU gewinnt 6,5 Prozent.

 

Das Ergebnis bei den Zweitstimmen im Kreis lautet: CDU 33,1, AfD 25,1,Grüne 21,9 Prozent, FDP 5,2, SPD 4,3, Linke 2,6. Bei den Erststimmen ist der Vorsprung der CDU deutlicher: Stefan Teufel 37,7 Prozent, Emil Sänze (AfD) 24,5 Prozent, Daniel Karrais (FDP) 8,6 Prozent, Artur Eichin (Grüne) 15,3 Prozent, Ali Zarabi (SPD) 5,4 Prozent, Daniel Hettich (Linke) 3,0 Prozent.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel hat damit sein Direktmandat verteidigt, Emil Sänze ist für die AfD weiter im Landtag vertreten. Artur Eichin von den Grünen ist auf Platz 50 der Landesliste – je nach Größe des Landtags könnte es auch für ihn reichen.

Und was sagen die Kandidaten selbst? Hier die Stimmen zum Wahlergebnis:

Stefan Teufel, CDU: „Für das Landesergebnis hätten wir uns natürlich etwas anderes gewünscht“, bedauert Teufel, dass die CDU zuletzt weitere Punkte verlor. Dass er das Direktmandat wieder errungen hat, erfülle ihn „mit Freude, Demut und Dankbarkeit“. Es sei ein großer Vertrauensbeweis der Wähler.

Emil Sänze, AfD: „Das ist das beste Ergebnis, das wir jemals hatten“, freut sich der Landtagsabgeordnete, den wir in Stuttgart erreichen, über das verdoppelte Ergebnis im Wahlkreis. Man habe der CDU ein Koalitionsangebot gemacht – nur so lasse sich der konservative Wählerwille umsetzen. „Nach der Farbenlehre gibt Schwarz und Grün Dunkelgrün“, sagt Sänze.

Artur Eichin, Grüne: „Der Wahlkampf war für mich eine tolle Erfahrung, ich habe viel Unterstützung erfahren“, freut er sich. Sein Erststimmen-Ergebnis könne sich sehen lassen, vor allem für ihn als Neuling „und mit hörbarem Migrationshintergrund“. Er ist bei Redaktionsschluss zuversichtlich, dass es über die Landesliste für ein Mandat reicht. „Das wäre historisch für den Wahlkreis Rottweil. Dann können wir noch stärker die Themen vor Ort voranbringen.“

Daniel Karrais, FDP: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt der bisherige Abgeordnete zum Aus der FDP im Landtag. Der omnipräsente Wahlkämpfer trägt das Ergebnis „gefasst“, sieht aber mit Sorge, dass die Arbeit und das Engagement vor Ort und in den Parlamenten scheinbar bei den Wählern der AfD eine untergeordnete Rolle spielt. Das Ergebnis seiner Erststimmen sehe er als Wertschätzung. Wie es nun für ihn persönlich weitergeht, damit werde er sich jetzt erst beschäftigen.

Ali Zarabi, SPD: „Das Ergebnis im Wahlkreis war nicht wie erwartet, aber unser Wahlkampf war gut, ich bin dankbar für die Genossen.“ Seine Arbeit gehe nun weiter, es gelte, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. „Es ist ein trauriger Tag, aber nicht der letzte Tag.“