AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf 25 Prozent, Verluste für Grüne, SPD und FDP: Die Landtagswahl hat das politische Kräfteverhältnis in Schramberg spürbar verschoben.
Die Wahlbeteiligung liegt bei knapp 66 Prozent. Das erste Ergebnis in Schramberg stand gestern um kurz vor 19 Uhr fest und es kam aus Heiligenbronn. Dort gingen knapp 40 Prozent der abgegebenen Stimmen an die AfD (CDU rund 35 Prozent). Und auch beim zweiten ausgezählten Bezirk (Sulgen 3) lag die AfD mit knapp 30 Prozent vorne. „Es handelt sich um eine demokratische Entscheidung, die es zu akzeptieren gilt“, kommentiert Birgit Kronenbitter (AfD), Mitglied des Schramberger Gemeinderates und des Kreistages, die Wahl. Insgesamt lag ihre Partei bei rund 25 Prozent (2021 waren es noch zwölf Prozent).
Erst beim Ergebnis im Bezirk Innenstadt Süd dominierte an diesem Abend die Farbe Grün mit rund 27 Prozent. Am Schluss kamen die Grünen auf knapp 22 Prozent und verlieren im Vergleich zur Landtagswahl 2021 rund sechs Prozentpunkte.
Mit sein bestes Ergebnis holte die SPD mit acht Prozent in der Innenstadt, in anderen Bereichen lag sie gerade mal bei drei Prozent. Am Schluss landete sie bei fünf Prozent (2021 waren es noch 8,5 Prozent).
„Katastrophe für SPD“
Mirko Witkowski, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, zeigt sich enttäuscht: „Das voraussichtliche Wahlergebnis ist schlichtweg eine Katastrophe für die SPD. Es ist noch schlechter als das schwache Ergebnis, das uns die Umfrageinstitute vorhergesagt haben.“
Er selbst habe auf ein Ergebnis zwischen acht und zehn Prozent gehofft – „was bereits deutlich hinter unserem Anspruch zurück geblieben wäre“, so Witkowski. „Am Ende ging es um die Frage Hagel oder Özdemir. An den Infoständen haben uns zahlreiche Wählerinnen und Wähler gesagt, dass sie zwar SPD-Wähler seien, diesmal aber die Grünen wählen wollen, um CDU-Kandidat Manuel Hagel als Ministerpräsident zu verhindern.“
FDP stürzt ab
Von knapp 13 Prozent 2021 stürzte die FDP auf nun vier Prozent ab. Die Linke landet bei knapp drei Prozent, die Freien Wähler bei zwei Prozent.
Bei den sechs Briefwahlbezirken ließ sich die Besonderheit feststellen, dass alle klar an die CDU gingen. Teilweise sogar mit mehr als 40 Prozent. Auch kamen „fast alle von den versendeten Briefwahlunterlagen zurück“, so Cornelia Penning von der Stadtverwaltung. Offensichtlich konnte Stefan Teufel motivieren: Die CDU holte in Schramberg auf und lag bei 33 Prozent (2021: knapp 25 Prozent).
Die Wahlbeteiligung lag insgesamt in Schramberg bei knapp 66 Prozent.
Anerkennung seiner Arbeit
„Nach dem aktuellen Stand liegt die Partei der Grünen landesweit knapp vor der CDU. Das ist aus meiner Sicht ein enttäuschendes Ergebnis für die CDU, die in diesem Wahlkampf alles auf eine Karte gesetzt hatte, um an die Spitze zu kommen“, so die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Alexandra Zink-Colacicco. „Stefan Teufel liegt derzeit als direkt gewählter Vertreter für den Wahlkreis vorne. Sein Ergebnis werte ich als Anerkennung für seine kontinuierliche Arbeit im Landkreis.“
Und weiter: „Die kommenden Tage werden nun geprägt sein von Sondierungsgesprächen und der Suche nach tragfähigen Regierungsmodellen für das Land Baden-Württemberg. Und ich kann nur hoffen, dass die CDU ihr Profil durchsetzen kann, vor allem im Bezug auf die Wirtschaftspolitik in unserem Land.“