Ein atemloses Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich bei den Erststimmen Peter Schelshorn (CDU) und Sarah Hagmann (Grüne). Bei den Zweitstimmen lagen die Grünen deutlich vorn.
28 Prozent Prozent für Hagmann, 26,3 Prozent für Schelshorn: Hauchdünn war der Abstand bei den Erststimmen in Schopfheim. AfD-Kandidat Wolfgang Koch kam auf 20 Prozent der Stimmen, SPD-Mann Jonas Hofmann auf 12,3 Prozent.
Bei den Zweitstimmen war das Ergebnis klarer: Die Grünen lagen bei 33,3 Prozent, die CDU mit 23,7 Prozent deutlich dahinter. Wiederum mit deutlichem Abstand kam die AfD mit 19,3 Prozent auf den dritten Platz. Noch deutlicher war damit zugleich der Abstand auf die viertplatzierte SPD, die gerade einmal sieben Prozent auf sich vereinen konnte. Alle übrigen Parteien konnten in Schopfheim die Fünf-Prozent-Hürde nicht knacken.
Vergleich mit der Wahl 2021
Mit ihrer Grünen-Präferenz bei den Erststimmen blieben sich die Schopfheimer gegenüber der Landtagswahl 2021 treu: Damals wurden nur Erststimmen vergeben – und Direktkandidat Josha Frey von den Grünen heimste knapp 35 Prozent ein. Für den CDU-Direktkandidaten Christof Nitz, Ex-Bürgermeister der Markgrafenstadt, gab es damals kaum einen Lokalmatadoren-Bonus: Er landete ebenso wie im übrigen Wahlkreis mit großem Abstand auf Rang zwei, mit 23,5 Prozent der Stimmen.
Einen echten Erdrutschsieg kann auch in Schopfheim die AfD verbuchen: 2021 bekam der damalige Kandidat Dubravko Mandic auf 8,5 Prozent der Erststimmen. Dieses Mal kam die AfD bei den Erststimmen auf 19,9, bei den Zweitstimmen auf 19,3 Prozent – etwa doppelt so viel wie damals.
SPD-Kandidat Jonas Hofmann fuhr in etwa das Ergebnis von 2021 ein: Damals wie heute knapp über zwölf Prozent der Erststimmen.
Enkenstein war am schnellsten
Als erster Schopfheimer Wahlbezirk hatte Enkenstein ausgezählt – mit seinen etwa 200 Wahlberechtigten der zweitkleinste Bezirk. Beim Ergebnis indes zeigte sich das Dorf nicht gerade repräsentativ für das, was da noch kommen sollte: Die Erststimmen gingen zu 43 Prozent an Peter Schelshorn, und auch bei den Zweitstimmen lag die CDU mit 34 Prozent da noch deutlich vorn.
Wie viele Schopfheimer gingen zur Wahl?
Die Wahlbeteiligung lag in Schopfheim mit etwa 65,8 Prozent. Hier waren die Wähler gleich doppelt gefragt – neben der Landtagswahl stand auch ein Bürgerentscheid zur Zukunft des Schwimmbads an. Die meisten Wähler beteiligten sich denn auch an beiden Abstimmungen, wusste ein Wahlhelfer zu berichten. „Ich finde es gut, dass durch den Bürgerentscheid alle Schopfheimer bei der Schwimmbad-Frage einbezogen werden“, hinterlegte passend eine Wählerin, die gerade in diesem Moment die beiden Wahlurnen bestückte.
Wahl am Weltfrauentag
„Ich finde es einen schönen Zufall, dass in diesem Jahr der Weltfrauentag mit dem Wahltag zusammenfällt“, erklärte eine Wählerin am THG: „Es erinnert uns daran, welche Verantwortung gerade wir als Frauen haben, unser demokratisches Recht auszuüben – auch angesichts dessen, dass es auf der ganzen Welt Tendenzen gibt, die uns Frauen die Rechte wieder absprechen wollen, für die unserer Mütter und Großmütter hart gekämpft haben. Ich finde auch, dass wir hier Verantwortung tragen für Frauen in anderen Ländern, die teilweise heute noch ihr Leben dafür lassen, für Gleichberechtigung zu kämpfen. Da kann es nicht sein dass wir uns hier zurücklehnen und sagen: Ist mit egal, wie die Wahl ausgeht.“