Wahlhelfer sortieren in Freudenstadt die Stimmzettelumschläge der Briefwahl. Foto: Niklas Ortmann

Nachdem 2021 noch die Grünen stärkste Kraft in Freudenstadt waren, ist die CDU wieder zurück an der Spitze. In den Wahlbezirken gibt es aber teils heftige Ausreißer.

Hätten nur die Freudenstädter gewählt, würde der neue Ministerpräsident Manuel Hagel heißen: 30,8 Prozent der Zweitstimmen gehen an die CDU, die damit den ersten Platz in der Stadt zurückerobert, den sie 2021 an die Grünen verloren hatte. Die Grünen (25,6) landen mit einem knappen Vorsprung vor der AfD (23,8), die mit mehr als 12 Prozent den höchsten Zuwachs verbucht.

 

Die SPD rutscht von 9,5 auf 5,2 Prozent. Mit Abstand am meisten verliert aber die FDP, die 2021 mit 14,4 Prozent noch drittstärkste Kraft in der Stadt wie auch im ganzen Wahlkreis war: Nur noch 4,2 Prozent der Freudenstädter stimmten für die Liberalen.

Bei den Erststimmen ergibt sich das gleiche Bild wie im Wahlkreis: Katrin Schindele vor Andreas Grammel und Daniel Belling. Auffällig ist, dass Belling mit 18,8 Prozent auch in Freudenstadt deutlich schlechter abschneidet als seine Partei (25,6), während wiederum Schindele mit 37,6 Prozent besser als die CDU abschneidet.

Schindele ist also auch in Freudenstadt Profiteurin des neuen Wahlmodus mit Erst- und Zweitstimme – so ist anzunehmen, dass ihr zweiter Platz in 2021 darauf zurückzuführen ist, dass die Wähler damals Kandidat und Partei gemeinsam wählen mussten.

Wo die AfD auf Platz eins ist

Schindele konnte jedoch nicht überall in der Stadt punkten – in den Bezirken Falkenrealschule, Christophorus-Schule, Campus Schwarzwald und Rathaus liegt AfD-Kandidat Grammel vorne, so auch dessen Partei bei den Zweitstimmen.

Ein ungewöhnliches Bild ergibt sich im Bezirk Theodor-Gerhardt-Schule. Dort liegt die AfD (30,2) hauchdünn vor der CDU (30) – bei den Erststimmen hat Schindele (36,2) aber einen klaren Vorsprung vor Grammel (29,5). SPD, FDP und Linke verschwinden mit je 2,5 Prozent in der Bedeutungslosigkeit, wie auch in vielen anderen Wahlbezirken.

Als AfD-Hochburg kann in Freudenstadt zweifelsohne der Bezirk Campus Schwarzwald bezeichnet werden – dort holen sowohl Kandidat Grammel als auch die Partei mehr als 45 Prozent der Stimmen und damit fast doppelt so viele wie die CDU.

Absolute Mehrheit für CDU in Igelsberg

Das gegenteilige Bild ergibt sich in Igelsberg: Dort erreicht die CDU mit 55,4 Prozent (2021: 45,6) eine absolute Mehrheit, während Grüne nur auf 13,7 Prozent und AfD nur auf 11,5 Prozent kommen. Noch größer ist der CDU-Vorsprung bei den Erststimmen: Schindele steht in Igelsberg bei 62,1 Prozent – oder in absoluten Zahlen: 87 von 140 Stimmen.

Klar auf dem ersten Platz ist die CDU auch in den Stadtteilen Kniebis (35,4), Grüntal-Frutenhof (35,1) und Musbach (38,2) während der Vorsprung der CDU gegenüber der AfD in Dietersweiler und Wittlensweiler knapper ausfällt. Auch in den vier Briefwahlbezirken liegen überall die Christdemokraten vorn.

Hier sind die Grünen vorn

Im Bezirk Kurhaus stehen derweil die Grünen (33,9) vor der CDU (32,6) auf Platz eins, während es dort große Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimmen gibt: Schindele erreicht mit 40,5 Prozent fast doppelt so viele Stimmen wie Grünen-Kandidat Belling (20,7).

Auch in den Bezirken Facharztzentrum und Martin-Haug-Stift liegen die Grünen bei den Zweitstimmen vor der CDU, Kandidat Belling kann aber auch dort nicht von der Stärke seiner Partei profitieren und landet an beiden Orten auf Platz zwei.

Die Wahlbeteiligung liegt mit 65,5 Prozent höher als 2021 (57,2) und wieder auf dem Niveau von 2016 (65,9).