Cem Özdemir (Grüne) war der Einladung von Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner (CDU) gefolgt und nahm an der Gesprächsreihe „Epfenger Dorfgegespräche“ teil. Zuvor war auch sein Kontrahent Manuel Hagel (CDU) zu Gast gewesen. Foto: Christopher Heinz

Das Empfinger Ergebnis zeigt ein klar konservativ geprägtes Wählerprofil. Bürgermeister Truffner schaut besorgt auf das „politische Monopol auf der Oppositionsbank“.

Die Landtagswahl 2026 hat auch in der Gemeinde Empfingen ein klares politisches Bild hinterlassen. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,4 Prozent und damit deutlich über dem Wert der letzten Landtagswahl 2021 (64,0 Prozent).

 

Das entspricht einem Anstieg um 6,4 Prozentpunkte – ein Zeichen für eine deutlich stärkere Mobilisierung der Wählerschaft.

Das Ergebnis bei den Erst- und Zweitstimmen Bei den Zweitstimmen wurde die CDU mit großem Abstand stärkste Kraft. Sie kam auf 38,2 Prozent (850 Stimmen). Dahinter folgt die AfD mit 26,7 Prozent (594 Stimmen). Die Grünen erreichen 19,7 Prozent (437 Stimmen). Deutlich dahinter liegen FDP mit 4,7 Prozent, SPD mit 2,9 Prozent und die Linke mit 1,8 Prozent.

Auch bei den Erststimmen zeigt sich die starke Stellung der CDU in der Gemeinde. Die CDU-Direktkandidatin Katrin Schindele erhielt 48,6 Prozent der Stimmen und gewann damit klar vor Andreas Grammel (AfD) mit 25,0 Prozent. Dahinter folgen Daniel Belling (Grüne) mit 13,3 Prozent, Bettina Ahrens-Diez (SPD) mit 4,3 Prozent und Veit Grünberg (FDP) mit 4,0 Prozent.

Bürgermeister Ferdinand Truffner sieht darin auch eine Bestätigung der Arbeit vor Ort. „Katrin Schindele hat ihr Direktmandat erneut gewonnen – und das mit genau der Art von Politik, die viele Menschen sich wünschen: erreichbar, ansprechbar und engagiert für Kommunen und Bürger. Und zwar nicht nur vier Wochen vor der Wahl.“

Verschiebungen im Wählerverhalten Ein Blick auf die Veränderungen gegenüber 2021 zeigt deutliche Verschiebungen im Wählerverhalten. Die CDU legte um 10,8 Prozentpunkte zu, die AfD sogar um 11,8 Punkte. Die Grünen verloren 7,8 Punkte, die FDP 10,3 Punkte und die SPD 3,7 Punkte.

Truffners Wahlanalyse Auch landespolitisch ordnet Truffner den Wahlabend ein. „Die Landtagswahl 2026 ist entschieden. Glückwunsch an Cem Özdemir. Eine Aufholjagd, die selbst erfahrene politische Wetterfrösche überrascht hat: Vor Monaten noch klar hinter der CDU – am Ende reicht es doch noch für den Weg Richtung Villa Reitzenstein. Politisch betrachtet war das ungefähr so wahrscheinlich wie ein Schneesturm im August. Aber: Respekt, das muss man erst einmal schaffen.“

Gleichzeitig blickt der Bürgermeister kritisch auf das Gesamtergebnis. „Ich persönlich hätte mir für Baden-Württemberg eine andere Lösung gewünscht. Mit Manuel Hagel stand eine junge, dynamische Kraft bereit – jemand, der unserem Land frischen Schwung und zugleich einen klaren christlichen Wertekompass gegeben hätte.“

Während landesweit über Prozentpunkte diskutiert werde, zeige sich in vielen Wahlkreisen ein anderes Bild. „Die CDU hat fast überall die Direktmandate geholt. Das passiert nicht zufällig. Das ist das Ergebnis von Präsenz, Engagement und dem manchmal altmodisch klingenden Prinzip: hingehen, zuhören, kümmern.“

Truffner sorgt sich um SPD und FDP Sorge bereitet Truffner die Entwicklung einiger Parteien. „Die SPD schrumpft weiter Richtung politische Fußnote. Die FDP ist gleich ganz aus dem Landtag geflogen – ausgerechnet in ihrem einstigen Stammland.“ Für eine stabile Demokratie brauche es jedoch das richtige Umfeld: „Eine Demokratie lebt aber von einer breiten, pluralen politischen Landschaft – nicht von einem politischen Monopol auf der Oppositionsbank.“ Zur FDP findet Truffner deutliche Worte: „Im Fußball würde man sagen: Die Trainerfrage stellt sich. Und zwar dringend.“

Unabhängig von politischen Präferenzen betont der Bürgermeister die Bedeutung des Wahlergebnisses. „Trotz allem gilt: Demokratie bedeutet auch, Wahlergebnisse zu akzeptieren – selbst wenn sie nicht dem eigenen Wunschzettel entsprechen.“

Kommt Özdemir zur Fasnet nach Empfingen? Mit Blick auf die kommenden Jahre kündigt er an, die Arbeit der neuen Landesregierung aufmerksam zu verfolgen: „Aber unterm Strich werde ich die Ergebnisse von Cem und seiner Arbeit streng beobachten – zumindest ist ja seine Zusage zur Teilnahme am Rußigen 2027 in Empfingen digital festgehalten.“

Die Ergebnisse der Landtagswahl zeigen damit auch in Empfingen ein klares politisches Profil: eine starke CDU, eine starke AfD und schwächere Werte für SPD, FDP und Grüne im Vergleich zum Landesdurchschnitt.