Zum ersten Mal gab es Erst- und Zweitstimmen bei der Landtagswahl. Foto: tx-foto.com

Die AfD hat gegenüber dem Landesergebnis in Donaueschingen überdurchschnittlich zugelegt.

Auch wenn die AfD gegenüber 10,8 Prozent im Jahr 2021 auf 23,6 Prozent bei den Erststimmen für den Kandidaten Kay Rittweg und 24 Prozent bei den Zweitstimmen zulegte, gelang es der CDU und ihrem Landtagsabgeordneten Guido Wolf, sich nach den damals herben Verlusten und einem Ergebnis von 22,8 Prozent in Donaueschingen mit nun 28,8 Prozent an Erst- und 28,4 Prozent an Zweitstimmen wieder an die Spitze zu setzen.

 

Ihre Hochburgen in der Kernstadt hatte die AfD in der Erich-Kästner-Halle mit 51,8 Prozent Erst- und 51,5 Prozent der Zweitstimmen, ebenso im Landwirtschaftlichen Technologiezentrum mit 42 Prozent der Erst- und 41,2 Prozent der Zweitstimmen.

Außer in Pfohren fuhr die AfD in den Ortsteilen überall mehr als 20 Prozent ein und setzte sich in Wolterdingen mit 35,1 Prozent Erst- und 37,8 Prozent der Zweitstimmen an die Spitze, in Heidenhofen waren es 30,5 der Erst- und 29 Prozent an Zweitstimmen. Bei den Zweitstimmen machten hingegen die Grünen in Grüningen mit 29,3 Prozent das Rennen.

Ansonsten konnte auch die CDU in den Ortschaften punkten. So sicherte sich Guido Wolf in Hubertshofen 35,3 Prozent der Erststimmen, bei den Zweitstimmen kam die Partei auf 31,2 Prozent.

Starker Rückhalt für Niko Reith

Überall zeigte sich, dass der FDP-Abgeordnete Niko Reith, der 2021 über die Liste in den Landtag eingezogen war, starken Rückhalt in seiner Heimatstadt Donaueschingen samt den Ortsteilen genießt. 19,9 Prozent hatte der Kreis- und Stadtrat damals für die FDP geholt. Dieses Ergebnis konnte er mit 16,5 Prozent der Erstimmen nicht ganz halten, die Zweitstimmen lagen bei 8,6 Prozent.

Aus dem Landtag raus

Sein bestes Ergebnis in den Ortschaften erzielte Reith nun in Neudingen mit 25,6 der Erststimmen, die FDP kam auf 10,9 Prozent. Mit 21,4 Prozent der Erststimmen landete Reith zudem in Aasen auf dem zweiten Platz hinter dem AfD-Kandidaten und holte auch für die FDP 8,9 Prozent der Zweitstimmen.

Dennoch ist das Kapitel Landtag für ihn vorerst abgeschlossen. „Die Enttäuschung ist groß, dass die FDP im nächsten Landtag nicht vertreten ist“, erklärt der bisherige FDP-Abgeordneter für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen. Er hatte sich vor der Wahl schon mit der Familie zusammengesetzt und gesagt, dass man mit so etwas immer rechnen muss. „Aber wenn es soweit kommt, will ich mir nicht vorwerfen wollen, ich hätte noch einen Meter mehr machen können.“

Reith ist überzeugt: „Wir hatten quantitativ und qualitativ viele und gute Veranstaltungen.“ Man müsse jetzt auch die Stimmenbewegungen betrachten. Er selbst sieht sein persönliches Wahlergebnis in der Erststimme positiv.

Der SWR meldete, dass es beispielsweise rund 60 000 Stimmen an die AfD abgewandert seien. Nach den ersten Einschätzungen hat es auch an Prozentpunkten gekostet, dass die CDU vehement auf die Zweitstimmen pochte.

Vor fünf Jahren hatte sich Guido Wolf im Wahlkreis ganz knapp das Direktmandat vor dem Grünen-Kandidat Jens Metzger geschnappt, doch dieser hatte in Donaueschingen mit 29,7 Prozent die Nase vorn, Jetzt waren es hingegen nur noch 20,5 Prozent der Erststimmen für Metzger und 25,8 Prozent der Zweitstimmen. Metzger schafft auch den Sprung in den Landtag.

SPD im Sinkflug

Wie im ganzen Land ist auch in Donaueschingen die SPD weiter im Sinkflug, betrug das Ergebnis vor fünf Jahren für die Kandidatin Christine Treublut und die Partei noch sieben Prozent, so kam sie am Sonntag noch auf 5,1 Prozent bei den Erst- und bei den Zweitstimmen auf 4,4 Prozent.

Etwas besser als 2021 fiel das Resultat für die Linke in Donaueschingen aus, während sie mit Philipp Polster damals auf 2,4 Prozent kam, waren es nun für Heinrich Alexandra Hermann 3,4 Prozent bei den Erststimmen, bei den Zweitstimmen waren es 3,3 Prozent.

Insgesamt hat die Landtagswahl auch in Donaueschingen mehr Menschen zur Urne gelockt als 2021, die Wahlbeteiligung ist von 61,7 Prozent auf 67,2 Prozent gestiegen.