Stapelweise Stimmzettel: Die Schopfheimer Wahlhelfer waren am Sonntag ebenso wie die Wähler doppelt gefragt. Foto: Anja Bertsch

In den großen Zügen zeigt sich das Wahlergebnis in Schopfheim auf der allgemeinen Linie. Beim Detailblick auf Dörfer und Parteien gibt es aber einige Besonderheiten.

Auch in Schopfheim lieferten sich Grüne und CDU zumindest bei der Erststimme ein Kopf-an-Kopf-Rennen – das letztlich die Grünen mit 28 gegenüber 26,3 Prozent für sich entscheiden. Deutlicher der Abstand bei den Zweitstimmen: 33,3 gegenüber 23,7, Prozent. Die AfD profilierte sich klar als drittstärkste Partei: Jeder fünfte Wähler gab dem Direktkandidat Wolfgang Koch seine Erststimme, beinahe ebenso viele setzten bei der Zweitstimme ihr Kreuz bei der AfD. Exakt auf Kreislinie waren die Ergebnisse für die SPD: 12,3 Prozent bei den Erst- und sieben Prozent bei den Zweitstimmen. Die Linke vor FDP, Freien Wählern und BSW – allesamt aber unter der Fünfprozent-Marke: Auch hier spiegelt das Ergebnis in der Markgrafenstadt den allgemeinen Trend.

 

Die Ortsteile

Ein Blick in die Ortsteile zeigt unterschiedliche Partei-Färbungen. Besonders grün ist man schon traditionell in Kürnberg (30,2 Erststimmen, 40 Prozent Zweitstimmen), in Gersbach hingegen lässt sich mit dieser Färbung kein Blumentopf gewinnen (15,5/18,5 Prozent). Dafür fährt es sich dort am besten „schwarz“: Die CDU erreichte im Höhendorf 41,7 beziehungsweise 43 Prozent. Besser schneiden die Christdemokraten nur in Enkenstein ab – zumindest bei den Erststimmen: 42,6 Prozent. Mit Anteilen zwischen 20 und 25 Prozent holte die CDU in dem in der Wahlstatistik zusammengefassten Bezirk „Schopfheim Kernort/Fahrnau“ sowie in Raitbach den geringsten Anteil.

Dafür war die AfD in Schopfheim/Fahrnau besonders erfolgreich, wo sie etwa ein Viertel der Erst- und Zweitstimmen einfahren konnte. Ebenso in Eichen und Langenau, wo sie mit je etwa 26 Prozent innerhalb Schopfheims am besten abschnitt. Am wenigsten Zuspruch erhielt sie in Enkenstein mit 12/14 Prozent.

Bei der SPD gingen die Erst- und Zweitstimmenanteile teils weit auseinander. Die meisten Erststimmen holten die Genossen in Enkenstein mit 14,8 Prozent, die wenigsten in Gersbach mit 6,8 Prozent. Bei den Zweitstimmen war wiederum Enkenstein das „roteste“ Dorf (8,3 Prozent, in Wiechs, in Gersbach und Eichen blieben die Genossen unter der Fünf-Prozent-Marke. Ebenso wie die Linke, die diese Hürde nur in Schopfheim/Fahrnau knapp übersprang. Vergleichs- und teilweise erfolgreich waren unter den „Sonstigen“ am ehesten die Freien Wähler, die etwa in Enkenstein auf 8,3 Prozent Erststimmen kamen, in Langenau und Gersbach immerhin über fünf.

Was sagen die Parteien?

„Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis: Die CDU hat in Baden-Württemberg gegenüber 2021 hinzugewonnen und liegt landesweit nur knapp hinter den Grünen. Für das Amt des Ministerpräsidenten reicht das zwar noch nicht, aber der Trend zeigt klar in die richtige Richtung“, so Co-Vorsitzender Thomas Kuri auf Anfrage unserer Zeitung. Der CDU-Stadtverband Schopfheim blicke zuversichtlich auf die kommenden Entwicklungen. „Gerade in einer Zeit, in der unsere Kommunen finanziell stark unter Druck stehen, setzen wir darauf, dass die neue Landesregierung die Belange der Städte und Gemeinden ernst nimmt und für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.“

Namens des SPD-Ortsvereins bedankt sich Peter UIrich bei Jonas Hoffmann und Martina Hinrichs „für einen sehr guten und engagierten Wahlkampf.“ Hoffmann habe sein persönliches Ergebnis im Vergleich zu 2021 halten können – „eine positive Rückmeldung seiner bisherigen Arbeit als Landtagsabgeordneter.“ Als „erschreckend“ bezeichnet Ulrich den Rückgang an Zweitstimmen für die SPD. Das habe viele Gründe – einer sei sicherlich die Zuspitzung des Wahlkampfs auf die beiden Spitzenkandidaten der Grünen und der CDU, Cem Özdemir und Manuel Hagel.