Das Team der freiwilligen Wahlhelfer sorgt im Wahlbüro Rathaus II für eine geregelte Abstimmung (von links): Jessica Hannabach, Daniela Rauch, Milena Maier und Jaqueline Reifenstahl. Foto: Hans Herrmann

Dass die AfD als Rechtsaußen-Partei ein hohes Ergebnis erzielt, darüber äußern Stadträte große Besorgnis.

Im Gegensatz zum Gesamtergebnis der Landtagswahlen steht in Blumberg ein etwas anderes Endergebnis zu Buche. Mit 35 Prozent der Zweitstimmen und einem Plus von 1,8 Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2021 biegt die CDU in Blumberg klar auf die Siegesstraße ein.

 

Dank eines Zugewinns von 13,8 Prozentpunkten platziert sich die AfD (27,8 Prozent) auf dem zweiten Platz. Nur die Nummer drei in der Stadt sind hier die Grünen. 17,8 Prozent bedeuten einen Verlust von 2,5 Prozentpunkten.

Die FDP muss mit 5,9 Prozent einen herben Verlust von 9,2 Prozentpunkten hinnehmen. Ein ohnehin schwaches Ergebnis macht die SPD noch schlechter: Gegenüber der Landtagswahl 2021 gibt die Partei um weitere 2,1 Prozentpunkte nach und landet bei 4,6 Prozent. Die Linke verliert leicht und kommt auf 2,2 Prozent.

Mit 42,7 Prozent der Erststimmen erzielt Direktkandidat Guido Wolf (CDU) in Blumberg einen noch beachtlicheren Anteil als bei den Zweitstimmen. Es folgen Kay Rittweg von der AfD (26,2 Prozent) und Jens Metzger von den Grünen (12,9 Prozent). Niko Reith erzielt mit 8,5 Prozent einen höheren Erststimmen-Anteil, als die sonstige FDP. Für Christine Treublut (SPD) entschieden sich 5,2 Prozent der Wähler und Wählerinnen, für Alexander Hermann (Linke) nur 3 Prozent.

Teilweise überrascht

Für Kommunalpolitiker sind die Ergebnisse der Landtagswahl überraschend. Der Sprecher der Freien Liste, Hannes Jettkandt, bewertet es positiv und ist zuversichtlich, dass Grün-Schwarz eine sehr stabile Regierung auf Augenhöhe in der Mitte der Gesellschaft bilden werde. „Mit dem populären Guido Wolf konnte in Blumberg der klare CDU-Sieg erwartet werden“, analysiert er. Bedenklich sei für ihn der hohe Wählerzuspruch für die AfD, die in drei Wahllokalen der Kernstadt mehr als 36 Prozent der Zweitstimmen erhalten hat.

Bei ihnen laufen im Wahlamt zur Landtagswahl im Rathaus II die Fäden zusammen (von links): Celina Lucke, Larissa Ganter (beide Ordnungsamt) sowie die Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy. Foto: Hans Herrmann

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dieter Selig, bedauert den landesweit knappen CDU-Abstand zum Wahlsieger Cem Özdemir. „Von den 70 Wahlkreisen gingen aber 56 Direktmandate an die CDU und lediglich 13 an die Grünen“, stellt er für seine Partei zumindest ein erfolgreiches Ergebnis fest. Sein Glückwunsch gilt Guido Wolf für den souveränen Gewinn des Direktmandats. „Leider ist es uns nicht gelungen, die nötigen Zweitstimmen für die CDU zu gewinnen“, lautet sein Fazit.

Herber Rückschlag

Für den Blumberger FDP-Sprecher Silvio Waimer ist das Wahlergebnis ein herber Rückschlag. „Mit Niko Reith verlieren wir leider einen Landtagsabgeordneten, der sich stark für die Südbaar und auch für Blumberg eingesetzt hat“, bedauert er. „Wir hoffen nun auf eine zügige Regierungsbildung“, sagt er mit einem Blick, der nach vorn gerichtet ist.

Für den stellvertretenden Bürgermeister Rainer Gradinger (Freie Liste) war die Nichtanlehnung an die Bundespartei für den knappen Sieger Cem Özdemir ein klarer Vorteil. Einen erschreckend hohen Stimmenanteil hat für ihn die AfD verbucht, die sich für ihn als vermeintlicher Heilsbringer darstelle. „Die Wahl war wie im Fußball, erst nach dem Schlusspfiff endet das Spiel“, sagt er.

Für die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Blumberger SPD, Uschi Pfeiffer, war nur die Wahlbeteiligung erfreulich. Ihrer Meinung nach hätten viele SPD-Wähler aus taktischen Gründen ihre Stimme den Grünen gegeben. „Von der Regierung erhoffe ich mir neue Impulse, um die Zukunft positiv zu gestalten“, so Pfeiffer.

Die Wahl in Zahlen

Daten
In Blumberg lag die Wahlbeteiligung bei 62,2 Prozent. Von 7111 Wahlberechtigten gaben 4421 ihre Stimmen ab. Davon waren 44 ungültig. Nach Auskunft der Wahlamtsleiterin Nicole Schautzgy lief das Wahlprozedere ohne Probleme ab. Insgesamt waren rund 90 Wahlhelfer in den drei Blumberger sowie den neun Wahllokalen der Ortsteile im Einsatz.