Die Stimmung im neuen Wahllokal im Balinger Jugendhaus war entspannt: So lief der Wahlsonntag in der Eyachstadt.
Die Leiterin des Wahlamtes in Balingen, Madeleine Schanz, atmete kurz vor der Schließung der Wahllokale am Sonntag erst einmal durch. „Bisher gab es keine besonderen Vorkommnisse. Es verlief so weit alles nach Plan“, so Schanz im Balinger Rathaus.
Aufpassen mussten bei dieser Landtagswahl vor allem die Balinger Wähler, die dort ihre Kreuzchen machen. Vorab wurden rund 1000 Wahlberechtigte aus dem Verzeichnis des Wahllokals Rathaus herausgenommen. Die durften in einem neu eingerichteten Wahllokal im Jugendhaus wählen. Damit sollten lange Wartezeiten verhindert werden.
Diese Premiere kam bei den Wählern im Jugendhaus sehr gut an. Ein Balinger Bürger, der gegen 17 Uhr am Jugendhaus eintraf, meinte: „Nun habe ich es deutlich kürzer zu meinem Wahllokal. Das ist sehr angenehm für mich.“ Eine Bürgerin sagte: „Ich wohne keine fünf Minuten entfernt von hier.“ Sie würde es begrüßen, wenn sie auch bei künftigen Wahlen ihre Kreuzchen im Jugendhaus machen kann.
Drei Wahlkabinen standen den Wählern im neuen Wahllokal zur Verfügung. „Alle Wahlstandorte in der Kernstadt sind mit drei Kabinen ausgestattet. Damit können wir noch mal auf die Wartezeiten einwirken“ sagte Schanz unserer Redaktion. In den Ortsteilen reichten teils zwei Kabinen aus.
Sowohl im Jugendhaus als auch im Rathaus machte sich diese Änderung bemerkbar. Während die Warteschlange bei vergangenen Wahlen im Rathaus kurz vor Schluss noch enorm war, herrschte am Sonntag um 17.45 Uhr das komplette Gegenteil von Hektik und Trubel. Lediglich vereinzelt kamen Wähler ins Rathaus, die die Änderung nicht auf dem Schirm hatten und von den Wahlhelfern Richtung Jugendhaus geschickt wurden.
Eyachstadt spielt wichtige Rolle in Sachen Statistik
Ein Zufall mit Folgen: Bei der diesjährigen Landtagswahl hat die Eyachstadt eine wichtige Rolle in Sachen Statistik gespielt. Einige Wahlbezirke in Balingen wurden bei der diesjährigen Landtagswahl für die repräsentative Wahlstatistik ausgewählt. Sie soll helfen, das Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen besser zu verstehen.
Die repräsentative Wahlstatistik wurde am Sonntag nur in einem kleinen Teil der Wahllokale durchgeführt. Landesweit betrifft sie 272 Wahlbezirke – rund 2,5 Prozent der insgesamt etwa 11 000 Wahlbezirke in Baden-Württemberg. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip durch die Landeswahlleitung in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. Balingen gehört damit zu den Orten, die Daten für diese landesweite Auswertung liefern. Für die Wählerinnen und Wähler änderte sich dabei kaum etwas. Der Wahlvorgang lief am 8. März wie gewohnt ab. Der einzige Unterschied bestand darin, dass in den ausgewählten Wahlbezirken spezielle Stimmzettel verwendet wurden: Diese enthalten eine Kennzeichnung nach Geschlecht und Altersgruppen. Dadurch kann später statistisch ausgewertet werden, welche Altersgruppen und Geschlechter wählen gehen und welche Parteien sie bevorzugen. Das Wahlgeheimnis bleibt dabei gewahrt: Persönliche Daten wie Name oder Adresse werden nicht erfasst. Außerdem werden die Stimmen nur in größeren Gruppen ausgewertet, so dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Auch Ergebnisse einzelner Wahlbezirke dürfen nicht veröffentlicht werden.
Die Auswertung erfolgt nach der Wahl im Statistischen Landesamt. Die Ergebnisse sollen später veröffentlicht werden und Einblicke in das Wahlverhalten im Land geben.