Gewählt und ausgezählt wurde am Wahlsonntag unter anderem im Rathaus in Balingen. Foto: Eyckeler

Die Landtagswahl ist vorbei, die Ergebnisse stehen fest. So reagieren unter anderem die IHK Reutlingen und Landrat Günther-Martin Pauli auf das Resultat.

Einen Tag nach der Landtagswahl mehren sich die Reaktionen auf das Wahlergebnis. So schreibt unter anderem die IHK Reutlingen in einer Pressemitteilung, dass sich der Wahlausgang mit der Mehrheit für die bisherigen Regierungsparteien abgezeichnet habe, zumal diese sich bereits kennen. „Das Wahlergebnis schafft klare Mehrheitsverhältnisse.

 

Grüne und CDU müssen jetzt zügig eine neue Regierung bilden“, kommentiert Johannes Schwörer, Präsident der IHK Reutlingen, den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg. „Die Verhandlungen über das Koalitionsprogramm können insofern bereits morgen beginnen“, so Schwörer weiter, „für langwierige Sondierungen oder gar Posten- und Positionsgerangel ist keine Zeit.“​

Aus Sicht der regionalen Betriebe brauche es nun einen Koalitionsvertrag mit klarer wirtschaftspolitischer Ausrichtung. Beide Parteien hätten im Wahlkampf versprochen, sich für den Erhalt von Unternehmen wie Arbeitsplätzen einsetzen zu wollen, betont der IHK-Präsident. „Wir erwarten einen ambitionierten Plan mit Fokus auf Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung, von dem das deutliche Signal ausgeht, dass es die neue Koalition ernst meint mit Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum.“

Deutschland schaut aufs Ländle

Die neue Landesregierung müsse die Zeichen auf Wachstum setzen, heißt es weiter in der Pressemitteilung. „Ganz Deutschland schaut auf Baden-Württemberg. Wir sind die Herzkammer für Unternehmertum und Innovationen und müssen Vorreiter für Transformation und Strukturwandel werden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp. Dabei dürfe das Land nicht auf Reformen des Bundes warten. „Fachkräftesicherung, Bürokratieabbau und eine Strategie, wie sich Baden-Württemberg im Wettbewerb der Regionen positioniert – auf Landesebene kann viel für die Wirtschaft bewegt werden“, so Epp.

Deutliche Worte zum Wahlergebnis

Auch Landrat Günther-Martin Pauli findet deutliche Worte zum Wahlergebnis. „Zunächst ist es erfreulich, dass es eine höhere Wahlbeteiligung gegeben hat“, sagt er. Im Wahlkreis Balingen hatte sie am Sonntag bei 68,3 Prozent gelegen. Jede Stimme zähle. Den Wahlabend bezeichnet er indes als dramatisch für manche Parteien. „Ich konnte mir Baden-Württemberg beispielsweise nicht ohne FDP vorstellen“, sagt er. Prognosen hätten aus seiner Sicht dazu geführt, dass die Wahl in einer Art Zweikampf zwischen Grünen und CDU, zwischen den Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Manuel Hagel, endete. Entlang der Umfragen werde „herumtaktiert. Wollen wir das haben?“

Zum Ergebnis der CDU-Kandidatin Nicole Hoffmeister-Kraut, die das Direktmandat mit 42,9 Prozent der Erststimmen verteidigte, sagte er: „Ich freue mich über das gute Ergebnis.“ Dass die AfD nun eine größere Rolle spiele, dass offenbar zahlreiche unzufriedene Wähler dieser Partei ihre Stimme gegeben hätten, nimmt Pauli mit gewisser Skepsis auf.

Die Partei habe im Kreis weder personell noch inhaltlich Präsenz gezeigt. „Der Zulauf muss alle demokratischen Parteien wachrütteln.“