Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist über die Bühne gegangen. Das sind die Auffälligkeiten im hiesigen Wahlkreis. Ein Blick in die einzelnen Kommunen.
Es dauerte nicht allzu lange, bis die ersten Bezirke im Zollernalbkreis ausgezählt waren am Wahlsonntag. Um 18.42 Uhr gingen die Ergebnisse aus Unterdigisheim ein. Im Meßstetter Teilort siegte CDU-Kandidatin Nicole Hoffmeister-Kraut, dahinter folgte mit 33,8 Prozent AfD-Mann Hans-Peter Hörner. Ein ähnliches Bild gab es am Ende auch im gesamten Wahlkreis 63, die CDU ist vor der AfD angesiedelt. Aber hier und da dann doch auch knapp.
Als erstes über die Ziellinie ging an diesem Abend die Gemeinde Ratshausen. Eine Wahlbeteiligung von 80,8 Prozent stand am Ende, die im Vergleich zum Gesamtwahlkreis (68,6) doch heraussticht. Mit den Zweitstimmen kommt die AfD im Heuberg-Ort auf 30,3 Prozent, die CDU auf 32,7. Als Direktkandidatin siegt hier aber klar Hoffmeister-Kraut mit 43 Prozent. Größer ist der Abstand in Dotternhausen, hier ist die AfD bei den Zweitstimmen mit 20,7 Prozent gar hinter den Grünen (25,7). Die amtierende CDU-Wirtschaftsministerin bekommt auch hier das Vertrauen der Wähler ausgesprochen. Im gesamten Baden-Württemberg tragen die Grünen zwar den Sieg davon, dieser fußt aber mit Sicherheit nicht auf den Stimmen von der Zollernalb. Bestes Beispiel die Stadt Rosenfeld: Hier landet der grüne Kandidat Maurice Rößler nur bei 14,4 Prozent, während Hörner 27,8 und Hoffmeister-Kraut 42,5 holen.
Hoffmeister-Kraut mit 45,4 Prozent der Stimmen
Noch krasser die Diskrepanz in der Heuberg-Metropole Meßstetten. Die Grünen holen lediglich 18,3 Prozent der Zweitstimmen, die AfD ergattert 28,9, die Christdemokraten sind auch hier stärkte Kraft mit 36,5 Prozent. Nicole Hoffmeister-Kraut, freilich Parteifreundin von Schultes Frank Schroft, holt starke 45,4 Prozent der Erststimmen. Bemerkenswert der Zuwachs bei der AfD, die 15,6 Prozent bei den Zweitstimmen zulegt im Vergleich zur letzten Landtagswahl in 2021. Auch in anderen Heuberg-Kommunen sieht es nicht anders aus: Arge AfD-Zuwächse, in Straßberg, Bitz und Obernheim sind es jeweils zweistellige Prozentzuwächse. Im letztgenannten Ort kommt Hörner gar auf 31,4 Prozent der Erststimmen, ist klar zweitstärkster Mann im Ort – gleiches gilt für seine Partei mit 30,6 Prozent der Zweitstimmen. In Grosselfingen holt sich die AfD sogar die meisten Zweitstimmen mit 34 Prozent im Vergleich zur CDU (30,7).
In Albstadt erstarkt die Rechtsaußenpartei
In Albstadt erstarkt die Rechtsaußenpartei ebenfalls kräftig, legt im Vergleich zu 2021 14,6 Prozentpunkte zu, Hörner holt 28 Prozent der Erststimmen, muss sich aber trotzdem Nicole Hoffmeister-Kraut geschlagen geben.
Stark zeigt sich die CDU nicht zuletzt auch in Rangendingen, wo Hoffmeister-Kraut unangefochten mit 44,6 Prozent die Frau der Wahl ist, die CDU mit 35,7 Prozent der Zweitstimmen auch stark daherkommt. Auch in Hirrlingen obsiegt die politische Lokalmatadorin aus der CDU, holt 46,1 Prozent – ist hier klar vor Hans-Peter Hörner (20,6).
Ein Ausreißer nach oben im Vergleich zum restlichen Wahlkreis sind die Zweitstimmen in Balingen: Hier vereinen die Grünen 26,6 Prozent auf sich, liegen nur knapp hinter den Christdemokraten (30,8) und dann doch klar vor der AfD (23,2). Selbiges ist auch in Hirrlingen zu sehen, wo die Grünen 24 Prozent der Zweitstimmen holen und 20,6 die AfD. Schwacher Trost, denn bei den Erststimmen holt sich Hans-Peter Hörner den zweiten Rang.
Ein allgemein trauriges Schicksal ereilen SPD und FDP gleichermaßen. Die SPD kommt im Wahlkreis 63 immerhin über das desaströse Landesergebnis hinaus, holt mit Katja Weiger-Schick 6,6 Prozent der Erststimmen, bei den Zweitstimmen sieht es aber ähnlich mau aus mit 4,3 Prozent. Die FDP schneidet in der Region gleich schwach ab wie im Gesamtergebnis, kommt ebenfalls nur auf 4,4 Prozent der Zweitstimmen.