Die Grünen-Landtagskandidatin Sarah Hagmann (rechts) mit der Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner (links) und Daniela Huber vom Kreisvorstand Foto: Uwe Thomes

Der Wahlkampfauftakt des Kreisverbands Lörrach fiel gelöst, aber auch kämpferisch aus.

Die Lörracher Kulturkneipe Nellie Nashorn sah am Freitagabend einen stimmungsvollen wie gelösten Auftakt des Kreisverbands Lörrach des Bündnis 90/Die Grünen mit der Landtagsabgeordneten Sarah Hagmann und der Bundesvorsitzenden Franziska Brantner als kämpferisch gelaunten Hauptrednerinnen.

 

Josha Frey, der Kreisvorsitzende der Partei, von 2021 bis 2023 selbst Landtagsabgeordneter und als solcher Vorgänger von Hagmann, durfte im Theatersaal des Nellie zahlreiche Gäste begrüßen. Eingestimmt wurden sie von der Sängerin Steffi Lais und ihrem Mann „Salz“ Daniel Maier an der Gitarre.

Eingeleitet wurde der Abend durch die Mitglieder des Kreisvorstands, die sich gegenseitig vorstellten und ihre Gründe, warum sie der Partei beigetreten und sich in dieses Gremium wählen ließen. Neben Klima und Umwelt, den „klassischen“ Themen der Grünen, spielten dabei auch Beweggründe vorwiegend aus dem sozial- wie wirtschaftspolitischen Bereich eine Rolle.

Den Modernisierungspfad gemeinsam weitergehen

Hagmann ist in der Grünen Landtagsfraktion Sprecherin für Internationales sowie für Demokratie und Bürgerbeteiligung und die Kandidatin der Grünen des Landkreises Lörrach für ein erneutes Mandat im baden-württembergischen Landtag. Ihr geht es nach eigenen Worten um eine funktionierende Demokratie, eine offene und gerechte Gesellschaft, einen lebenswerten Planeten.

In ihrer Rede verwies sie auf die Errungenschaften einer unter Ministerpräsident Wilfried Kretschmann 15 Jahre lang verlässlich geführten Landesregierung: „Wir sind die Innovationsregion Nr. 1 in Europa“, sagte sie. Es sei jetzt wichtig, diesen Modernisierungspfad weiterzugehen.

Die Bundestagsabgeordnete Brantner nahm in ihrer Rede vor allem die Politik des US-Präsidenten Donald Trump ins Visier und und berührte gleich einen wunden Punkt. Das Abstimmungsverhalten im Europaparlament zum Handelsabkommen mit Mercosur, bei dem sich die Grünen Europas nicht ganz grün waren und sich mehrheitlich den Politikern von Links- und Rechtsaußen Europas anschlossen, bedauerte sie als einen Fehler. „Das Handelsabkommen ist wichtig für uns. Europa muss zusammenhalten und den Pokertisch Trump verlassen.“ Die deutschen Grünen stünden dahinter.

Den „Pokertisch“ von Donald Trump verlassen

Die aktuelle Politik der Bundesregierung halte am Stillstand fest, behauptet Brantner, die wirtschaftlichen Prioritäten müssten jedoch weiter auf Innovation gelegt werden. „Wir wollen uns unabhängig machen vom russischen Gas, dürfen jedoch nicht abhängig werden vom amerikanischen“, sagte sie und fordert Investitionen in den Ausbau nachhaltiger Energie. Es gehe dabei um weit mehr als Nachhaltigkeit und Klimaschutz – es gehe um Frieden und Freiheit.

Aber auch andere Themen seien der Partei wichtig wie eine Abgrenzung zu als populistisch bis extremistisch angesehenen politischen Gruppierungen: „Wir werden als Grüne nicht populistisch werden, sondern standhaft bleiben.“