Wer in Burgberg, Erdmannsweiler oder Weiler bei der Landtagswahl per Briefwahl seine beiden Stimmen abgibt, fließt in die repräsentative Wahlstatistik ein. Dazu müssen die Wähler Angaben zu Geschlecht und Alter machen. (Symbolfoto) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Wer in Burgberg, Erdmannsweiler oder Weiler lebt und bei der anstehenden Landtagswahl per Briefwahl abstimmt, dient damit der Statistik. Das steckt dahinter.

Spannend wird es bei der anstehenden Landtagswahl am Sonntag, 8. März, ohnehin – doch für den Königsfelder Briefwahlbezirk 900-01, in den die Briefwahl-Stimmen aus Burgberg, Erdmannsweiler und Weiler einfließen, gilt das ganz besonders.

 

Denn nach Angaben der Gemeindeverwaltung fließt dieser Königsfelder Wahlbezirk in die repräsentative Wahlstatistik ein. Das bedeutet konkret: Mit jedem Stimmzettel, der hier in der Wahlurne landet, werden auch demografische Daten gesammelt. Sie fließen in die Wahlstatistik ein, die einen tieferen Einblick in das Verhalten der Wähler ermöglichen soll.

Eine große Umstellung für diejenigen aus Burgberg, Erdmannsweiler und Weiler, die ihre Stimmen per Briefwahl abgeben, bedeutet das nicht. Eines sollten sie aber beachten.

Was bringt die Wahlstatistik?

Die repräsentative Wahlstatistik zur Landtagswahl soll tieferen Einblick ins Ergebnis ermöglichen – denn mit ihrer Hilfe werden Rückschlüsse auf das Wählerverhalten verschiedener Geschlechter- und Altersgruppen möglich, informiert die Bundeswahlleiterin. Welche Altersgruppen haben sich wie stark an der Wahl beteiligt? Welches Geschlecht hat im Schnitt wie abgestimmt? Antworten auf all diese Fragen soll die Wahlstatistik liefern.

Wie viele Wähler fließen in die Stichprobe ein und wie werden die entsprechenden Wahlbezirke ausgewählt?

Wie aus einer Handreichung der Landeswahlleiterin und der Präsidentin des statistischen Landesamts zum Thema hervorgeht, werden die Wahlbezirke, welche in die Statistik einfließen, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die ausgewählten Briefwahlbezirke – also auch der Bezirk mit Briefwählern aus Burgberg, Erdmannsweiler und Weiler – müssen dabei mindestens 500 Wähler umfassen. Bei der jüngsten Landtagswahl im Jahr 2021 gaben in diesem Wahlbezirk insgesamt 624 Wähler ihre Stimme ab.

Nach Angaben der Landeswahlleiterin wurden von den landesweit etwa 11 000 Urnen- und Briefwahlbezirken 272 Stichprobenwahlbezirke zufällig ausgewählt, davon 186 Urnenwahlbezirke und 86 Briefwahlbezirke – das entspricht etwa 2,5 Prozent aller Wahlbezirke.

Was ändert sich für Briefwähler aus Burgberg. Erdmannsweiler und Weiler?

Nicht viel – außer, dass ihr Stimmzettel für die Landtagswahl etwas anders aussieht. Die Stimmzettel enthalten einen Aufdruck nach Geschlecht und sechs Altersgruppen.

Welche Daten werden erhoben und ausgewertet?

Konkret werden die Wähler in zwei Geschlechtergruppen unterteilt: Weibliche Wähler bilden die eine Gruppe, männliche zusammen mit Wählern jedes anderen Geschlechts die andere. Darüber hinaus werden die Wähler in eine von sechs Altersgruppen eingeordnet. Bei der anstehenden Wahl handelt es sich um die folgenden Gruppen: unter 25 Jahre, 25 bis 34 Jahre, 35 bis 44 Jahre, 45 bis 59 Jahre, 60 bis 69 Jahre sowie 70 Jahre und älter.

Ausgewertet wird dann zum einen, wie groß der Anteil der Wähler einer demografischen Gruppe an den Wahlberechtigten derselben Gruppe ist. Zum anderen wird im Nachgang analysiert, welche demografischen Gruppen ihr Kreuz verstärkt bei welcher Partei gesetzt haben. Dazu werden nicht nur die abgegebenen Stimmzettel, sondern auch die Wählerverzeichnisse der entsprechenden Wahlbezirke ausgewertet.

Ist die Stimmabgabe noch anonym?

Ja, betont unter anderem die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung: Auch beim Verwenden der Stimmzettel mit Unterscheidungsaufdruck bleibe das Wahlgeheimnis gewahrt. Dass das oberster Grundsatz ist, stellt auch die Landeswahlleiterin heraus. „Deshalb lässt die repräsentative Wahlstatistik keine Rückschlüsse auf das Wahlverhalten einzelner Personen zu.“ Personenbezogene Daten wie Name, Anschrift und Geburtsdatum werden nicht erhoben.

Können Briefwähler aus Burgberg. Erdmannsweiler und Weiler auch wählen, ohne sich an der Statistik zu beteiligen?

Nein. Eine Wahl auf einem Stimmzettel ohne Unterscheidungsaufdruck ist nicht möglich. Wer vermeiden möchte, Teil der repräsentativen Wahlstatistik zu sein, hat allerdings eine einfach Möglichkeit: die Stimmabgabe im jeweiligen Wahllokal.

Wie werden die Ergebnisse ausgewertet?

Im Nachgang der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, werden die Daten für die repräsentative Wahlstatistik ausgezählt. „Die Auszählung der Wählerverzeichnisse und Stimmzettel muss in strikt getrennten Bereichen erfolgen“, heißt es in der Handreichung der Landeswahlleiterin. „So erfolgt die Auswertung der Stimmzettel für die repräsentative Wahlstatistik nicht in den Gemeinden oder gar Wahllokalen, sondern örtlich und zeitlich davon getrennt im statistischen Landesamt.“

Wie sind die Daten der Wahlstatistik verfügbar?

Verfügbar sind die Daten im Nachgang der Wahl auf der Webseite des statistischen Landesamts Baden-Württemberg unter www.statistik-bw.de. Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke werden jedoch nicht veröffentlicht.