Der Abgeordnete Manuel Hailfinger will im Parlament bleiben. Zum zweiten Mal tritt er als Kandidat der CDU für Hechingen-Münsingen an.
Es war das Werteverständnis, das Manuel Hailfinger schon kurz nach dem Zivildienst zur Union führte: ein christlich-sozialer Glaube an die Bedeutung von Gemeinschaft, gepaart mit einem konservativen und liberalen Ansatz, der zusammenbringen statt spalten soll. Mit 22 Jahren kommunalpolitischer Erfahrung und fünf Jahren Landtagsarbeit im Rücken tritt der Sonnenbühler nun erneut als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 61 Hechingen-Münsingen zur Landtagswahl an.
Wichtig dabei ist ihm vor allem eines: eine gewisse Portion Demut. „Von meinem ersten Tag an war mir bewusst, dass ich für 118.000 Wahlberechtigte in Stuttgart sitze“, betont der Rechtswissenschaftler.
Das A und O sei für ihn, sich den Sorgen und Nöten der Bürger zu stellen und viele persönliche Gespräche zu führen. Getreu dem Motto „zuhören, ernst nehmen und nicht wegducken“ will er nahe bei den Menschen sein und Grundverlässlichkeit ausstrahlen. „Wenn ich etwas verspreche, dann halte ich das auch“, sagt der 43-Jährige, wohl wissend, dass manchmal durchaus auch Jahre der Überzeugungsarbeit notwendig sind, um Gesetzesänderungen anzustoßen. In der Politik gehe es nicht um Populismus, sondern um Fakten und Kompromisse.
Fehler eingestehen und daraus lernen
Und freilich auch darum, zu reflektieren, Fehler einzugestehen und daraus zu lernen. Als Beispiel nannte er im Gespräch mit dieser Zeitung die Flüchtlingskrise. Angela Merkel habe diese nicht mit Absicht herbeigeführt, sondern weil sie helfen wollte. Um künftig Turbulenzen zu vermeiden, sollten Geflüchtete so lange in den Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen, bis ihr Schutzstatus geklärt ist, und erst dann auf die Städte und Gemeinden verteilt werden.
Bilanz zu Corona-Pandemie
Auch in puncto Pandemie hätte vieles anders laufen können, so Hailfinger. „Die Schulen hätten im zweiten Corona-Winter nach Weihnachten wieder öffnen sollen“, sagt der Sprecher für Arbeit, Integration, Jugend, Naturschutz und Sport. Während die ehemalige CDU-Spitzenkandidatin und Kultusministerin Susanne Eisenmann dafür gekämpft hatte, waren die damalige Bundeskanzlerin, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und weitere Experten dagegen. Jetzt sei man „stark hinterher“, alles aufzuarbeiten und im Fall der Fälle eine Blaupause in der Schublade zu haben.
Denn ohne Zweifel seien viele mentale Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit begründet. Apropos Nachwuchs: Manuel Hailfinger votiert ganz klar für ein verpflichtendes, kostenfreies drittes Kindergartenjahr zur Förderung der Deutschkenntnisse und Chancengleichheit für alle. „Erst die deutsche Sprache, dann die erste Klasse“, sagt der Vater eines Kindes: Buben und Mädchen, welche die Grundlagen beherrschen, haben gleiche und faire Voraussetzungen und entlasten zudem die Lehrer.
Ein weiteres Thema, das dem Christdemokraten unter den Nägeln brennt, ist die Technologieoffenheit. Das Ziel sei Klimaneutralität und Energiesicherheit, doch solle der Weg dahin nicht unumstößlich sein. Er sei nie ein großer Fan der Windkraftanlagen gewesen, die mit Waldrodung einhergehen, dennoch seien diese wichtig, um autark und nicht abhängig von anderen Ländern zu sein. Doch auch wenn bald 55 Anlagen in der nahen Umgebung errichtet sein werden, spreche nichts dagegen, diese langfristig durch neue Lösungen zu ersetzen. Schließlich habe man hervorragend ausgebildete Ingenieure in Deutschland, denen es gelingen könne, bessere und effizientere Ansätze zu entwickeln.
Brille für den ländlichen Raum
Wichtig ist dem stellvertretenden Bürgermeister seiner Heimatgemeinde außerdem, gleiche Lebensbedingungen für Stadt und Land zu schaffen. Dazu gehören schnelles Internet, bessere Mobilität durch autonomes Fahren und eine flächendeckende Versorgung. Sehr zufrieden ist er damit, dass man an das „Tante-M-Gesetz“ nun endlich einen „Knopf gemacht hat“ und so auch an den umsatzreichen Sonntagen geöffnet werden darf. Ein Erfolg sei zudem die landesweite Einführung der Ehrenamtskarte, auch wenn diese noch einiges an Verbesserungspotenzial habe.
Weitere Projekte, die er vorantreibt, sind die Entbürokratisierung des Ehrenamts sowie die Verlängerung des Solidarpakts Sport in Baden-Württemberg und die finanzielle Aufstockung der Förderung, um eine echte 30-Prozent-Förderung der Bausummen zu erreichen.
Enttäuscht zeigt sich Hailfinger von Sozialminister Manne Lucha (Grüne), der sich „nicht bemüht hat, die Bereitschaftspraxis in Münsingen zu erhalten“. Man habe sicher eine Sonderlösung finden können. Es müsse im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden, dass alle Menschen innerhalb von 30 Autominuten eine Praxis erreichen können.
Nach seiner ersten Legislaturperiode im Landtag sieht sich Manuel Hailfinger routiniert in den Abläufen und inhaltlich sattelfest, um an der Ausgestaltung neuer Gesetze – und an einer dringend notwendigen bürokratischen Entfesselung – mitzuwirken. Wenn er sich einen Koalitionspartner wünschen dürfte, würde er sich ganz klar für die FDP entscheiden.