Sarah Hagmann (Grüne) liegt in der Stadt Lörrach bei den Erststimmen vor Peter Schelshorn (CDU). Auch bei den Zweitstimmen waren die Grünen stärkste Partei.
In Lörrach liegt Sarah Hagmann mit 32,3 Prozent der Erststimmen vor Peter Schelshorn (23,0 Prozent) und Wolfgang Koch (17,0 Prozent). Jonas Hoffmann wurde von 13,2 Prozent der Wahlberechtigten gewählt, Felix Düster (FDP) erhielt 4,4 Prozent der Stimmen, Lars Biesenthal (Die Linke) 5,2 Prozent.
Bei den Zweitstimmen lagen die Grünen (37,2 Prozent) vor der CDU (22,7 Prozent) und der AfD (16,7 Prozent). Die Ergebnisse der anderen Parteien: SPD (6,7 Prozent), FDP (3,8 Prozent) und die Linke (5,2 Prozent).
„Cem Özdemir ist erfahren und glaubwürdig“
Josha Frey erreichte in Lörrach bei der Landtagswahl 2021 für die Grünen 39,1 Prozent der Stimmen. 2024 rückte Sarah Hagmann für den ausscheidenden Frey in den Landtag nach.
Grünen-Urgestein Margarete Kurfeß zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung „erfreut, dass es für die Grünen aller Wahrscheinlichkeit nach doch noch gereicht hat.“ Auf Landesebene sieht sie die Person von Cem Özdemir als einen entscheidenden Faktor an: „Er ist erfahren und glaubwürdig. Die Menschen trauen ihm zu, dass er das Land als Ministerpräsident regieren kann.“ Aber auch Sarah Hagmann habe einen „überzeugenden Wahlkampf geliefert“, so Kurfeß in der Anfangsphase der Auszählung.
„CDU hätte sich pointierter positionieren müssen“
Die Christdemokraten waren bei der Wahl 2021 hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Bekam Christof Nitz im Wahlkreis noch 21,4 Prozent der Stimmen, schaffte es die Union in Lörrach mit 18,6 nicht über die 20-Prozent-Marke. Peter Schelshorn scheint in Lörrach ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende im Lörracher Gemeinderat, Ulrike Krämer, zeigte sich nach den ersten Hochrechnungen vom Landesergebnis enttäuscht. Sie hatte auf einen Wahlsieg der CDU gehofft – und damit auf „Schwarz-Grün“ statt „Grün-Schwarz“. Die CDU hätte sich nach ihrer Einschätzung im Wahlkampf noch deutlicher, noch pointierter mit ihren Themen positionieren müssen, sagte sie.
Der AfD-Kandidat Dubravko Mandic schnitt 2021 mit 6,8 Prozent der Stimmen schwach ab. Wolfgang Koch, Lörracher Stadt- und Kreisrat für die AfD, konnte dieses Ergebnis deutlich verbessern.
„Ein Tiefschlag und ein schwarzer Tag für die SPD“
Die SPD erzielte in der Lerchenstadt schon bei der vorigen Landtagswahl mit 13,9 Prozent ein eher schwaches Ergebnis. Programmatisch, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Schlecht, habe der SPD-Kandidat Jonas Hoffmann einen guten Wahlkampf geführt. Gleichwohl sei das Ergebnis auf Landesebene „ein Tiefschlag und ein schwarzer Tag für die SPD“, sagte Schlecht. Die Sozialdemokraten seien zwischen dem personalisierten Wahlkampf der CDU und den Grünen „zerrieben worden.“ Sollte es Jonas Hoffman nicht in den Landtag schaffen, wäre dies von Nachteil für den Landkreis Lörrach, sagte Schlecht.
Zu den Wahlgewinnern zählte bei der Wahl 2021 die FDP: Felix Düster erhielt damals in Lörrach 9,2 Prozent der Stimmen. Nun blieb er hinter diesem Resultat weit zurück.