Yannik Hummel aus Römerstein kandidiert für die SPD im Wahlkreis Hechingen-Münsingen. Wo er die größten Herausforderungen sieht.
Es war die Balance zwischen sozialen und ökonomischen Themen, die mich abgeholt hat. Das erklärt Yannik Hummel, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen, auf die Frage, was ihn zu den Sozialdemokraten geführt hat. Soziales Engagement spielt dabei in Hummels Leben schon lange eine große Rolle.
Mit 16 Jahren ist er Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz geworden. „Da finde ich meine Grundwerte und mich wieder“, erklärt der 28-Jährige, der in Zainingen wohnt. In der Römersteiner Ortsgruppe des DRK ist er Bereitschaftsleiter und war auch bei der Gründung des örtlichen Jugendrotkreuzes dabei.
Hummel ist außerdem in der Schützengilde aktiv – als Sportschütze und als Kassier. Mitglied ist er zudem im Albverein und im Sportverein. In Letzterem war er einige Zeit Betreuer. „Ich bin ein ganz schlechter Kicker“, gesteht er lachend. Er hoffe deshalb, dass sein vierjähriger Sohn, der jetzt mit dem Fußballspielen angefangen hat, eher nach dem Opa kommt.
Dem Kraftsport verschrieben
Unsportlich ist der 28-Jährige dennoch nicht. Er hat sich aber eher dem Kraftsport verschrieben, der ihm hilft, zu entspannen. Dafür zieht es ihn zwar regelmäßig ins Fitnessstudio, doch das Vereinsleben hat für ihn eine besondere Bedeutung: „Ehrenamt verbindet“, sagt Hummel und betont die heilende Wirkung von Vereinen auf das soziale Miteinander.
Politisches Interesse, soziales Engagement und die am Anfang angesprochene Ökonomie: Dass der SPD-Landtagskandidat Sozialwissenschaften studiert, scheint stimmig. In eine andere Richtung ging seine Ausbildung als Forstwirt, die er vor dem Studium als Landessieger abschloss. „Ich wollte dem Studium erst eine Ausbildung zugrunde legen“, berichtet der Zaininger. „Ich bin ein großer Freund davon, zu arbeiten.“ Zudem liebe er die Natur.
„Der Wald ist eines meiner Hauptthemen“, erklärt Yannik Hummel und zieht damit den Bogen zu seinem Wahlkampf. „Der Wirtschaftswald hat nicht mehr viel mit Natur zu tun, so ehrlich muss man sein.“
Wald hat sehr viele Funktionen
Doch: „Wir brauchen ihn auch für den Klimaschutz.“ Der Wald habe sehr viele Funktionen – ob als Wirtschaftsfaktor, Erholungsgebiet und Lebensraum, zur Hangsicherung oder als Wasserspeicher –, es sei deshalb wichtig, dass man den Umbau des Waldes in Bezug auf Klimaschutz weiter vorantreibe.
Naturschutz ist für Hummel ebenfalls ein wichtiges Thema, doch auch hier findet er ehrliche Worte: „Man muss abwägen. Es braucht verträglichen Naturschutz.“ 47 Prozent der Fläche würden landwirtschaftlich bewirtschaftet. „Man darf nicht vergessen, dass die Bauern damit ihr Geld verdienen und sie es auf dem Weltmarkt nicht einfach haben“, so Hummel.
Wenn es nach der SPD und damit auch nach Yannik Hummel geht, soll ein Weiterbildungsfonds angelegt werden. Einerseits gibt es einen Fachkräftemangel, andererseits viele Arbeitslose – ein Problem, das sich verschärfen werde. „Umschulung und lebenslanges Lernen sind extrem wichtig“, so der 28-Jährige, und erklärt, dass sich Jobs verändern. Die Menschen bräuchten deshalb die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Kleine und mittlere Unternehmen müssten dabei unterstützt werden.
Jungen Menschen eine Perspektive geben
Änderungsbedarf sieht Hummel auch darin, jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Dass man für einen Meistertitel mehrere Tausend Euro zahlen müsse, bei einem Studium „nur“ Semestergebühren anfallen, sei unfair. Klar seien das alles zunächst Investitionen, „aber jeder Euro, den man in die Bildung steckt, kommt vierfach zurück.“ Deshalb müsse das Personal im Lehrerberuf aktiv aufgebaut und pädagogische Fachkräfte eingestellt werden.
Auch sonst gibt es auf Landesebene viel zu tun, das ist Hummel bewusst. Bürokratieabbau, die Lücken im ÖPNV schließen und ihn zuverlässiger machen, ehrenamtliche Strukturen fördern, Kommunen entlasten sind nur einige zusätzliche Beispiele. Viele Menschen hätten ihre Zufriedenheit verloren, das bekomme er in Gesprächen mit. „Die Sorgen darf man nicht kleinreden. Ich zähle dann die Dinge auf, die gut laufen, und das ist gar nicht so wenig“, erklärt der 28-Jährige.
Klare Meinung hat er deshalb auch zur
Wer mit Yannik Hummel spricht, bekommt schnell dieses positive Lebensgefühl mit. Er sieht dennoch die Herausforderungen. Auch im Wahlkampf hat er schon seine Erfahrungen gemacht: „Da geht es teilweise nicht mehr um einen als Person.“ Er habe das Gefühl, dass die politische Bildung stark abgenommen habe. Er frage dann, was denn der Unterschied zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sei. „Zum Wahlrecht gehört auch ein gewisses Pflichtgefühl und sich zu informieren.“
Eine klare Meinung hat er deshalb auch zur AfD: „Ich stelle inzwischen tatsächlich fest, dass die Leute die Bedrohung nicht wahrnehmen.“ Weil die Partei demokratisch gewählte Vertreter hat, müsse man das nicht gutheißen. „Nur weil die AfD mittlerweile in der Mitte angekommen ist, heißt das nicht, dass die Werte richtiger geworden sind“, so Hummel. „Wir fordern eine juristische Prüfung eines Verbotsverfahrens. Das ist ein brutales demokratisches Mittel. Aber es muss drin sein, dass sich der Staat verteidigen kann.“