Mit neuem Wahlrecht und vielen Fragen diskutierten Jugendliche in Schramberg mit Landtagskandidaten – direkt, kritisch und auf Augenhöhe.
Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt – erstmals nach einem reformierten Wahlrecht. Künftig haben Wähler zwei Stimmen, zudem dürfen bereits 16-Jährige ihre Stimme abgeben. Entsprechend groß war das Interesse am „Jugendforum zur Landtagswahl“, das am Dienstagnachmittag in der Mensa des Gymnasium Schramberg stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Jugendreferate im Landkreis Rottweil.
Die Kandidaten
Eingeladen waren die Kandidaten der Parteien, die laut Umfragen vom Oktober 2025 mindestens drei Prozent Stimmenanteil erreicht hatten. Der Einladung folgten Artur Eichin (Grüne), Stefan Teufel (CDU), Ali Zarabi (SPD), Daniel Karrais (FDP), Daniel Hettich (Linke) und Karl-Heinz Eith (BSW). Emil Sänze (AfD) ließ sich durch Klaus Fuchs, Referent der AfD-Landtagsfraktion, vertreten.
„Nutzen Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen – und nutzen Sie Ihre Stimme bei der Landtagswahl am 8. März“, appellierte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr zur Begrüßung an die Jugendlichen. Die Moderation übernahmen Christiane Bondzio vom Kinder- und Jugendbüro Oberndorf und Kathrin Fehrenbacher vom JUKS³ in Schramberg, unterstützt von weiteren Fachkräften aus den Jugendbüros der Region.
Offener Austausch
Eine kurze Umfrage unter den Teilnehmenden zeigte: Die Mehrheit der Jugendlichen hatte ihre Wahlentscheidung noch nicht getroffen – beste Voraussetzungen also für einen offenen Austausch. Nach einem informativen Video zum Ablauf der Landtagswahl stellten sich die Kandidierenden mit kurzen Videobotschaften vor. Während die AfD ein allgemeines Wahlkampfvideo zeigte, hatten die übrigen Parteien eigens Beiträge für das Jugendforum vorbereitet. Thematisch standen dabei unter anderem Digitalisierung, Mobilität im ländlichen Raum sowie Schule und Ausbildung im Fokus.
Anschließend wurden die Kandidaten per Los in wechselnde Zweier- und Dreiergruppen eingeteilt und an drei sogenannten „Tisch-Inseln“ platziert. In jeweils 20-minütigen Gesprächsrunden konnten die Jugendlichen direkt mit ihnen diskutieren. Besonders stark frequentiert war dabei der Tisch mit dem AfD-Vertreter.
Pizza und Getränke
Die Diskussionen waren lebhaft und teils ausführlich – gelegentlich bremsten die Moderatorinnen die erfahrenen Politiker, um auch neuen Kandidaten ausreichend Raum zu geben.
In einer offenen Abschlussphase setzten sich die Gespräche an Stehtischen fort. Bei Pizza und Getränken kamen Jugendliche und Kandidaten unkompliziert ins Gespräch. Auch ein Vertreter der Volt-Partei war vor Ort. Obwohl seine Partei unter der Drei-Prozent-Marke lag und offiziell nicht eingeladen war, stellte er sich den Fragen der Jugendlichen. Als zentrale Themen kristallisierten sich die Mobilität im ländlichen Raum, die Qualität der Ausbildung – vielfach als zu theoretisch empfunden –, die wirtschaftliche Entwicklung der Region, die Situation der Landwirtschaft sowie der Krieg in der Ukraine heraus.
Fazit
Am Ende zog das Organisationsteam ein positives Fazit: Die Jugendlichen nahmen zahlreiche Impulse für ihre Wahlentscheidung mit – und auch die neuen Kandidaten nutzten die Gelegenheit, sich überzeugend zu präsentieren.