Cindy Holmberg hat über den Wahlsieg der Grünen gejubelt. Später wurde klar, dass ihr Direktmandat verloren ist.
Manuel Hailfinger (CDU) holt das Direktmandat im Wahlkreis Hechingen-Münsingen. Der 43-Jährige aus Sonnenbühl sagte am Wahlabend: „Im Wahlkreis ist das Ergebnis sensationell.“ Und tatsächlich: Er hat im „Bananenwahlkreis“ 38,5 Prozent der Erststimmen erhalten. Das sind im Vergleich zum Ergebnis aus dem Jahr 2021 13,5 Prozentpunkte mehr – ein Erdrutschsieg.
Damit liegt Hailfinger, der im Kreise von Parteifreundinnen und -freunden in seinem Hechinger Wahlkreisbüro feierte, deutlich vor seiner Hauptkonkurrentin von den Grünen, Cindy Holmberg (21,9), die sogar noch vom AfD-Kandidaten Alexander Gräff (22,9) überflügelt wurde. In fast jedem Wahlbezirk hat Hailfinger die meisten Erststimmen erhalten.
Zahlreiche Termine in den vergangenen Jahren
„Mit einem Ergebnis in dieser Höhe hätte ich nicht gerechnet. Das freut mich wirklich sehr“, so Hailfinger. Wie der CDU-Abgeordnete berichtet, will er das Votum „mit Demut“ annehmen und die bisher erfolgreiche Arbeit in Stuttgart fortsetzen. Es gehe ihm darum, die Stimmung der Menschen und was sie bewegt, im Landesparlament umzusetzen.
Worauf er das hervorragende Ergebnis zurückführt? Die „hohe Präsenz“ vor Ort, und er habe sich den „Problemen der Leute angenommen“, erklärt Hailfinger. In den vergangenen fünf Jahren hatte er zahlreiche Termine, auch in kleineren Ortschaften, um sich ein Bild von der Situation dort zu machen. Dazu spricht er von mehreren Tausend Bürgern, die ihn in der ablaufenden Legislatur im Landtag besuchten.
Bestätigung seiner Arbeit
Das Wahlergebnis kann Hailfinger nun als klare Bestätigung für seine Arbeit werten. Rückblick: Manuel Hailfinger erhielt bei der Landtagswahl 2021 25,0 Prozent der Stimmen. Die Grüne Cindy Holmberg hatte damals mit 31,6 Prozent das Direktmandat geholt. Mit dem Wahlsonntag hat die CDU den Wahlkreis Hechingen-Münsingen wieder übernommen.
Cindy Holmberg hatte am frühen Abend noch herzhaft im Kreise ihrer Parteifreunde über den unerwarteten Triumph der Grünen auf Landesebene gejubelt. Je länger der Abend dauerte, desto schmerzlicher wurde ihr klar: „Wird wohl nicht reichen fürs Direktmandat.“ Ein Zweitmandat sollte ihr wegen des guten Landeslistenplatzes aber sicher sein.
Das Wahlkreis-Ergebnis nach 185 von 187 ausgezählten Stimmbezirken (Stand 21 Uhr): Zweitstimmen: CDU 32,5 Prozent, Grüne 25,7, AfD 23,5, FDP 5,0, SPD 4,2, Linke 2,7, Freie Wähler 1,7.
Erststimmen. Manuel Hailfinger (CDU) 38,5 Prozent, Alexander Gräff (AfD), 22,9, Cindy Holmberg (Grüne) 21,9, Yannik Hummel (SPD) 6,7, Timm Kern (FDP) 5,2, Luisa Lentini (Linke) 3,4.