Daniela Evers (Dritte von rechts) und Nadyne Saint-Cast (links daneben) haben ihre Direktmandate verteidigt. Foto: Grüne

In den Wahlkreisen Freiburg I und II holen die Grünen beide Direktmandate. Bei der Zweitstimme liegt die Partei deutlich über dem Landesschnitt.

Die Nachricht klingt zunächst nüchtern: Die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Nadyne Saint-Cast und Daniela Evers haben in den Wahlkreisen Freiburg I (Evers) und Freiburg II (Saint-Cast) bei der Landtagswahl ihre Direktmandate souverän verteidigt. Schaut man sich die Zahlen jedoch näher an, zeigen sich dahinter einige rekordverdächtige Ergebnisse.

 

Die Neue Dass mit der Realschullehrerin und Freiburger Gemeinderätin Viviane Sigg (45) im Wahlkreis Freiburg II auch eine SPD-Kandidatin mit Schwerpunkten in der Bildungspolitik über die Landesliste (Platz 4) den Einzug in den Landtag geschafft hat, gerät fast zur Nebensache. „Das Ergebnis ist bitter“, erklärt Sigg am Montag in einer ersten Reaktion. Für sie sei es angesichts des Gesamtergebnisses ihrer Partei zwar immerhin ein Trost, dass sie mit ihrem Erststimmen Ergebnis deutlich über dem Zweitstimmenergebnis der SPD gelandet sei. Wobei Sigg mit 9,0 Prozent der Erststimmen deutlich schlechter abschnitt als Karl Schwarz (AfD, 9,8 Prozent), Sarah Schnitzler (Linke, 16,5 Prozent) und Annette Kern (CDU, 20,0 Prozent). Alle drei verpassten den Sprung nach Stuttgart.

Die Lokalmatadorin Nadyne Saint-Cast (Grüne) holt mit 37,8 Prozent ein starkes Ergebnis. „Das ist ein starkes Signal aus Freiburg für das ganze Land“, sagte die 47-jährige Saint-Cast am Montag. „Dass ich abermals mit großem Vorsprung das grüne Direktmandat holen konnte, freut mich unglaublich und macht mich dankbar.“ Sie danke den Menschen für ihr Vertrauen. Das Ergebnis sei für sie Ansporn, sich weiterhin für gerechte Bildungschancen, starken Klimaschutz und die wirtschaftliche Stärke des Landes einzusetzen. „Meine Heimatregion Freiburg will ich weiter voranbringen – mit starken Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, einer guten Gesundheitsversorgung und einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur.“

Die Freiburger Gemeinderätin Viviane Sigg (SPD)zieht in den Landtag ein. Foto: Sigg

44,7 Prozent für die Grünen

Die Zweitstimmen Bei der Zweitstimme erreichten die Grünen im Wahlkreis, der den Freiburger Westen umfasst, 44,7 Prozent der Stimmen. Die CDU folgt mit großem Abstand und erreichte 17,2 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,0 Prozent.

Die Mandatsverteidigerin Auch die 54 Jahre alte Juristin Daniela Evers, die in Titisee-Neustadt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, also im ländlicheren Teil des Wahlkreises Freiburg I, zuhause ist, freute sich am Montag über ihren Erststimmenanteil von 35,6 Prozent. Dass CDU-Kandidat Ingo Bauer vor allem im Freiburger Umland viele Stimmen gewonnen habe, habe sie am Wahlabend „schon gepikst“ und einiges an Nerven gekostet. Für sie gelte es nun, Wege zu finden, grüne politische Ziele auch im ländlichen Raum besser zu vermitteln.

Die Zweitstimmen Im Wahlkreis Freiburg 1, der das westliche Freiburger Stadtgebiet, Gemeinden des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald und des Landkreises Waldshut umfasst, lag die Wahlbeteiligung bei 76,2 Prozent. Auch dort erreichen die Grünen mit 40,6 Prozent der Zweitstimmen ein starkes Ergebnis.

Die Grüne Stadt Die Stadt Freiburg blieb bei der Wahl am Sonntag die Grünen-Hochburg, als die sie im Land und darüber hinaus bekannt ist. Die Partei holte 48,7 Prozent der Zweitstimmen im Stadtgebiet vor CDU (15,3 Prozent), Linke (14,7 Prozent), AfD (7,4 Prozent) und SPD (5,2 Prozent). In allen Stadtteilen lagen die Grünen am Ende des Wahlabends bei den Zweitstimmen vorne, nur bei den Erststimmen gingen vier Stadtteile an die CDU. Im Öko-Viertel Vauban erreichten die Grünen bei einer Wahlbeteiligung von 83,9 Prozent 52,4 Prozent der Erst- und 64 Prozent der Zweitstimmen.