Bildung, Wohnen, Integration: Auf diesen drei Themen fußt der Wahlkampf von SPD-Landtagskandidatin Katja Weiger-Schick.
Katja Weiger-Schick ist Närrin mit Leib und Seele. Dass sich Fasnet und Wahlkampf nicht ausschließen müssen, berichtet uns die SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Balingen am Aschermittwoch im Redaktionsgespräch, das wir mit allen Direktkandidaten vor der Landtagswahl am 8. März führen.
Im März 2025 wurde die geborene Ebingerin und SPD-Kreisvorsitzende des Zollernalbkreises mit großer Mehrheit als Kandidatin gewählt. Als Zweitkandidat tritt Dominik Ochs an, der aktuell für die SPD im Balinger Gemeinderat sitzt.
Seit dem Jahreswechsel sind die beiden viel unterwegs: „Ich war bei Vereinen zu Gast, bei Organisationen, Bürgermeistern und vielen weiteren Veranstaltungen“, berichtet die Mutter zweier Söhne. Und eben auch auf der Fasnet – als Westerbergteufel der Narrenzunft Tannenburg Nusplingen und als SPD-Kandidatin.
Zufrieden mit dem Austausch
„Auch in der Besenwirtschaft an der Fasnet war es möglich, über politische Themen zu diskutieren. So ein niederschwelliger Rahmen eignet sich oft ebenso gut wie eine offizielle Podiumsrunde.“
Sowohl auf der Fasnet als auch am Wahlstand in der Innenstadt: Bislang ist Weiger-Schick sehr zufrieden mit dem Austausch. Weitgehend verlaufe dieser friedlich und konstruktiv. Dennoch merkt die gelernte Journalistin an: „Der Ton verschärft sich hin und wieder im Wahlkampf.“ Sie spricht von unschönen anonymen Briefen und vereinzelten Bedrohungslagen, die auch die Polizei auf den Plan gerufen hatte.
In ihrem Wahlkampf hat sich die SPDlerin drei große Aspekte auf die Fahne geschrieben: Bildung, Wohnen und Integration. Bei Letzterem konnte sie als Ehrenamtskoordinatorin im Ankunftszentrum Ukraine in Meßstetten wertvolle Einblicke gewinnen und Erfahrungen sammeln.
„Ich setze in erster Linie auf die Integration der Menschen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration liegt in den Sprach- und Integrationskursen“, betont Weiger-Schick. Viel zu oft würden Sprachbarrieren und lange bürokratische Prozesse die Integration der Menschen bremsen und auch verhindern, so die SPD-Kandidatin. „Da müssen wir künftig viel schneller werden.“
Schneller und mehr sind auch ihre Wünsche und Vorsätze, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Um schnell bauen zu können, „müssen wir unsere Kommunen stärken und ihnen nicht finanziell das Wasser abdrehen“, heißt es auf ihrer Homepage. Dort und im Gespräch in unserer Redaktion äußert Weiger-Schick den Wunsch nach einer Landeswohnbaugesellschaft.
Diese solle, so ihre Vorstellung, nicht als Konkurrenz zu regionalen Genossenschaften, sondern als unterstützendes Element den Bau und die Wohnungssuche für die Menschen im Land vereinfachen. Denn: „Wohnen ist ein Menschenrecht.“ Wie schwer es aktuell für Genossenschaften im regionalen Raum ist, günstigen Wohnraum zu schaffen, zeigt das gescheiterte Bauprojekt der Balinger Wohnbaugenossenschaft auf dem Strasser-Areal in der Eyachstadt.
Mehr Luft und Flexibilität
Erfahrungen mit den Schulen, auf die ihre Söhne gehen und gegangen sind, hat sie eigentlich gute gemacht. „Trotz aller Herausforderungen, mit denen Schulen heute konfrontiert sind, geben sich viele Lehrer alle Mühe, auf individuelle Begebenheiten einzugehen“, so die Direktkandidatin. Das könne sie aus Erfahrung sagen, da einer ihrer Söhne aufgrund eines Unfalls mit Einschränkungen beim Schreiben zu kämpfen hat.
Trotz des Lobes wünscht sich die Genossin noch mehr Luft und Flexibilität beim Personal. Gerade bei der Vertretungsstruktur sieht sie noch Luft nach oben. Weiter fordert sie noch viel mehr Augenmerk auf die Schulung der Medienkompetenz und den Umgang mit Medien.
Politik für junge Menschen ist Weiger-Schick wichtig. Deshalb freut sie sich über die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. „Wenn wir wollen, dass junge Menschen sich politisch beteiligen, dann müssen wir sie auch mitmachen lassen. Demokratie lebt von Vielfalt, da wäre es Unsinn, junge Menschen davon auszuschließen.“
Noch sind es rund zwei Wochen bis zur Wahl. Bis dahin stehen noch zahlreiche Termine im Wahlkampf-Kalender - unter anderem zwei Wahlforen von Südwest Presse und Schwarzwälder Bote. Am Wahltag selbst wird Katja Weiger-Schick voraussichtlich daheim sein. Abends ist dann noch ein gemeinsames Treffen mit Parteikollegen geplant. Wie die Stimmung dort sein wird, hängt davon ab, wie die Wahl am Ende ausgeht.