Dieses Bild spricht Bände: Die Grünen feiern bei der Wahlparty in der Café-Bar Act Yves in Rottweil. Vorne in der Mitte strahlt der neue Landtagsabgeordnete Artur Eichin. Foto: Wiest

Jetzt steht es fest: Artur Eichin von den Grünen hat es für den Kreis Rottweil in den Landtag geschafft. Mit Stefan Teufel (CDU) und Emil Sänze (AfD) hat der Kreis drei Vertreter.

Nach einiger Rechnerei in Stuttgart steht es am Montag fest: Artur Eichin, Kandidat der Grünen im Wahlkreis Rottweil, zieht in den neuen Landtag ein. Damit hätte man zu Beginn des Wahlkampfs nicht unbedingt gerechnet.

 

Die Grünen erhalten insgesamt 56 Sitze im Landtag, 13 Wahlkreissitze und 43 Landeslistensitze. Damit hat es Eichin, der in Löffingen wohnt und im April vergangenen Jahres zum Kandidaten für den Wahlkreis Rottweil gekürt wurde, geschafft.

In Polen geboren – in Europa zuhause

Der 43-Jährige ist in Polen geboren, „in Deutschland verwurzelt und in Europa zu Hause“, wie er sich selbst beschreibt. Sein Weg nach Deutschland „war ein Weg voller Herausforderungen, aber auch voller Chancen“, und so wisse er auch, was es heißt, hart zu arbeiten. Und kenne die Herausforderungen des ländlichen Raums aus erster Hand, von Mobilität über Fachkräftemangel bis zum bezahlbaren Wohnen.

Er ist im Projektmanagement tätig und habe „als langjährige Führungskraft gesehen, wie Transformation funktioniert – und wo es hakt“, wie er bei seiner Vorstellung betont hatte.

11 005 Stimmen für Eichin

Jetzt beginnt für ihn ein ganz neuer Abschnitt. „Wir Grüne können regieren“, sagt Eichin, für den das Wahlergebnis – er vereinte als Neuling auf dem politischen Parkett im Kreis 11 005 Erststimmen auf sich (15,3 Prozent) – ein großer Ansporn für seine Arbeit ist.

Kay Rittweg aus Oberndorf für die AfD im Landtag

Es gibt zudem einen weiteren neuen Abgeordneten, der aus dem Kreis Rottweil kommt, aber nicht für den Kreis kandidiert hat. Kay Rittweg hat für die AfD im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen den Einzug in den Landtag geschafft. Der 46-Jährige wohnt in Oberndorf und ist Mitglied im Gemeinderat und im Kreistag.

Teufel: Für Politik mit Maß und Mitte

CDU-Landtagsabgeordneter und Direktmandat-Verteidiger Stefan Teufel sieht im Wahlergebnis für die CDU und deren Sieg im Wahlkreis Rottweil „einen klaren Vertrauensbeweis für Politik mit Maß und Mitte“, wie er in einem ausführlichen Statement zur Wahl mitteilt. Das Vertrauen der Wähler sei für ihn Auftrag und Verpflichtung zugleich, sein Dank gelte seinem ganzen „Team Teufel“.

Weniger Ideologie – mehr Pragmatismus

„Die Menschen erwarten weniger Ideologie und mehr Pragmatismus – genau dafür steht die CDU“, so Teufel. Sein Dank gelte ebenso Spitzenkandidat Manuel Hagel, „der sich mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz für unser Land eingesetzt hat“.

Dass er nun nun zum fünften Mal das Direktmandat im Wahlkreis Rottweil gewinnen durfte, bedeute ihm persönlich sehr viel, so Teufel. Der direkte Kontakt zu den Menschen im Wahlkreis sei für ihn immer zentral gewesen – „und er wird es auch in Zukunft bleiben“.

Kaum Rückenwind

Er sagt aber auch: „Der Rückenwind aus Berlin war in diesem Wahlkampf nicht besonders ausgeprägt. Gleichzeitig haben uns die großen Herausforderungen unserer Zeit stark beschäftigt: der Krieg in der Ukraine, neue handelspolitische Spannungen etwa durch US-Zölle, Fragen der Migration sowie die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe.“

Gerade deshalb hätten im Wahlkampf vor allem landespolitische Themen im Mittelpunkt gestanden: gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen, eine starke Bildungspolitik, Sicherheit sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt. Besonders der Arbeitsmarkt spiele dabei eine zentrale Rolle.

Teufels Roadmap für die kommenden Jahre

Genau daraus ergebe sich auch die Roadmap für die kommenden Jahre, so Teufel: „Wir müssen alles dafür tun, Arbeitsplätze zu sichern, unsere Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen.“