Rekord: In der Gemeinde Fröhnd lag die Wahlbeteiligung mit 86,4 Prozent bei der Landtagswahl am höchsten im ganzen Landkreis Lörrach. Foto: MT-Archiv/Verena Wehrle

Eine knappe Kiste zwischen Hagmann und Schelshorn, ein Rekord in der Wahlbeteiligung in Fröhnd – so wählten die Bürger im Wiesental von Hausen bis Todtnau.

Knapper geht es kaum: Nur 106 Stimmen weniger als Grünen-Kandidatin Sarah Hagmann hat der Schönauer Bürgermeister Peter Schelshorn (CDU) bei der Landtagswahl im Wahlkreis Lörrach erreicht. Lediglich 0,1 Prozent der Stimmen entschieden am Ende darüber, dass er es eben nicht in den Landtag schafft. Das heißt aber wiederum: Schelshorn bleibt Bürgermeister in Schönau. „Von Schulterklopfen über Bedauern aber auch bis zur Freude, dass ich Bürgermeister in Schönau bleibe, reichten die Reaktionen der Bürger nachdem das Ergebnis klar war“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

 

In „seinem“ Wiesental, wo man ihn kennt, hatten die Bürger in nahezu allen Orten ihm die meisten Stimmen gegeben wie ein Blick auf die Statistik zeigt.

So wählten die Schönauer

Da bleibt die Frage: Wie viele Schönauer wollten ihren Bürgermeister Peter Schelshorn in den Landtag wählen? Und wie fiel sonst das Ergebnis in seiner Heimatstadt aus? 1624 Wähler waren in Schönau-Stadt zur Wahl aufgerufen, 660 gingen hin, was eine Wahlbeteiligung von 40,6 Prozent bedeutet. Dies allerdings ohne die Briefwähler, die in Schönau in einem eigenen Wahlbezirk gemeinsam mit anderen kleineren Gemeinden extra erfasst wurden, was das Ergebnis nach unten verfälschen dürfte.

38,3 Prozent stimmten in Schönau-Stadt für Peter Schelshorn (CDU), er erhielt damit in seinem Heimatort 250 Stimmen, 21,2 Prozent der Erststimmen (138) entfielen dort auf die Grünen-Kandidatin Sarah Hagmann, sie bekam in Schönau-Stadt 138 Stimmen. 18,6 Prozent der Stimmen erhielt Wolfgang Koch von der AfD. Bei den Zweitstimmen siegten die Grünen mit 27,7 Prozent, gefolgt von der CDU mit 26,6 Prozent.

Rekord in Wahlbeteiligung

Einen Rekord konnte die GVV-Gemeinde Fröhnd verbuchen – die Wahlbeteiligung von 86,4 Prozent war die höchste im ganzen Landkreis. Überhaupt gingen im Gemeindeverwaltungsverband Schönau besonders viele Bürger wählen, in Wieden lag die Wahlbeteiligung bei 83 Prozent, in Aitern bei 78,2, in Böllen bei 75,8 und in Utzenfeld bei 76,7 Prozent. Landesweit waren es 69,6 Prozent. Ob die hohen Werte in den Gemeinden daran liegt, dass ihr GVV-Vorsitzender für den Landtag kandidierte? Denn 2021 gaben etwa in Fröhnd nur 38,6 Prozent ihre Stimme ab.

Der Ausreißer Gresgen

36,3 Prozent der Erststimmen aus Zell konnte Schelshorn für sich verbuchen, weit dahinter lag Hagmann mit 17,5 Prozent – und das noch hinter Wolfgang Koch von der AfD (19,7). Bei den Zweitstimmen aus Zell siegte die CDU mit 30,2, gefolgt von den Grünen mit 24,1 und der AfD mit 20,3 Prozent. Auffallend in den Ortsteilen im Zeller Bergland: Gresgen blieb seiner Linie treu und wählte bei den Erststimmen SPD-Kandidat Jonas Hoffmann mit 30,1 Prozent an die Spitze.

Bei den Zweitstimmen erreichte die SPD als andernorts großer Verlierer auch in ihrer Hochburg „nur“ den zweiten Platz hinter den Grünen.

Klar vorne lag Schelshorn bei den Wählern in Hausen mit 30,5 Prozent vor Hagmann (23,7). Das Zweitstimmen-Ergebnis zeigt ein gegensätzliches Bild: Hier liegen die Grünen mit 30 Prozent vor der CDU (26,8).

Wo die AfD stark war

In Hasel haben am Sonntag 27,4 Prozent ihre Erststimme Peter Schelshorn gegeben, dicht gefolgt von Sarah Hagmann mit 24,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen lagen hier jedoch die Grünen (27,9 Prozent) vorne – und nur knapp dahinter die AfD (26,6 Prozent). Damit konnte diese im Höhlendorf die größten Gewinne bei den Zweitstimmen für sich verbuchen: Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 stieg ihr Ergebnis um 14,9 Prozentpunkte.

Auch im Kleinen Wiesental lagen die Stimmenanteile für die AfD besonders hoch: Hier wählten 26,1 Prozent Wolfgang Koch, der damit hinter Schelshorn (30,7) Zweitplatzierter wurde. Bei den Zweitstimmen lag der AfD-Anteil gleichauf mit den Grünen bei 24,7 Prozent, nach der CDU mit 28,1 Prozent. Einen Rekord verzeichnete unter den Ortsteilen Tegernau mit 31,2 Prozent der Erststimmen für die AfD.

Todtnau wollte Schelshorn

Auffallend groß war der Abstand zwischen Schelshorn und Hagmann bei der Wahl in der Stadt Todtnau : Ganze 47 Prozent der Erststimmen entfielen auf den CDUler, nur 19,2 Prozent auf die Grünen-Kandidatin.

Alle Ergebnisse der einzelnen Orte finden Sie in unserem Online-Auftritt unter www.verlagshaus-jaumann.de.