Hans-Peter Hörner, hier auf einem Wahlplakat in Frommern, konnte im Balinger Ortsteil mächtig punkten. Foto: Eyckeler

Gewählt wurde am Sonntag nicht nur in der Balinger Kernstadt. In den Ortsteilen gaben die Bürger ebenfalls ihre Stimme ab. Wir haben die Ergebnisse analysiert.

17.681 Balinger haben bei der Landtagswahl ihre Kreuze gemacht. Wahlberechtigt gewesen wären 26.313 Bürger gewesen. Somit lag die Wahlbeteiligung für das gesamte Stadtgebiet bei 67,2 Prozent. Neben dem Gesamtergebnis der Eyachstadt haben wir uns einmal genauer angeschaut, wie die zwölf Balinger Ortsteile gewählt haben. Vor allem in Frommern sahnte AfD-Direktkandidat Hans-Peter Hörner ordentlich ab.​

 

Das Wahlergebnis für die Stadt Balingen steht fest: Die CDU kommt bei den Zweitstimmen auf 30,7 Prozent, gefolgt von den Grünen (26,4 Prozent) und der AfD (23,5). Die SPD verbucht 5,4 Prozent der Stimmen, die FDP wird auch von den Balingern aus dem Landtag gewählt und erreichte lediglich 4,3 Prozent. Die Linke kommt auf 3,5 Prozent. 1,4 Prozent erreicht BSW. Das Bündnis Deutschland ist die einzige Partei, die in Balingen bei den Zweitstimmen komplett leer ausging. Nicole Hoffmeister-Kraut gewinnt das Direktmandat. Sie und Hans-Peter Hörner – beide aus Balingen – ziehen aus dem Wahlkreis in den Landtag nach Stuttgart ein.

„Erhebliche Unzufriedenheit“

Nun richten wir den Fokus auf die zwölf Ortsteile: Der erfolgreichste Direktkandidat in den Ortschaften ist Hoffmeister-Kraut. Im Wahllokal in Roßwangen entfiel beinahe jede zweite Stimme auf die Wirtschaftsministerin. In den meisten Ortschaften erhielt sie die Mehrheit der Erststimmen.

Lediglich im Wahllokal Ortsverwaltung Frommern wurde sie von AfD-Mann Hörner ausgestochen. In seinem Heimatort konnte der Landtagskandidat und Balinger Gemeinderat für seine AfD ordentlich Stimmen sammeln. 38 Prozent der Zweitstimmen entfielen in dem Wahllokal auf den 74-Jährigen. Auch in den benachbarten Wahllokalen Gemeindehaus Frommern (27,9) und Kindergarten Hesselberg (32,2) holte die AfD die meisten Zweitstimmen – ebenso in Weilstetten, Endingen und Stockenhausen. In Dürrwangen teilen sich CDU und AfD den ersten Platz (beide 30,2).

Wo die Grünen überzeugten

Auf Nachfrage unserer Redaktion bei Frommerns Ortsvorsteher Stephan Reuß, wie er sich das starke Abschneiden der AfD dort erklärt, heißt es: „Es schimmert eine erhebliche Unzufriedenheit mit der großen Politik und Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage durch. Frommern ist hier direkt vielleicht stärker betroffen als andere Stadtteile. Hinzu kommt, dass Frommern traditionell konservativ wählt, was sich jetzt im Ergebnis für die AfD niedergeschlagen hat.“

Am vergleichsweise schwächsten schnitt die Alternative für Deutschland in den Ortsteilen Zillhausen (19,7) und Ostdorf (19,1) ab. Ostdorfs Ortsvorsteher Helmut Haug: „Ich freue mich über das vergleichsweise starke Abschneiden der demokratischen Parteien der Mitte in Ostdorf.“

Die Grünen überzeugten vor allem in zwei Teilorten: So holten sie in Streichen (30,2) die meisten Zweitstimmen. Das beste Ergebnis rund um die Kernstadt holten die Grünen mit Direktkandidat Maurice Rössler im Wahllokal Vereinsheim Heselwangen (31,4). Im Rathaus Zillhausen holte Rössler 20,6 Prozent der Erststimmen, sein bestes Ergebnis in den Ortschaften.

Das Katastrophenergebnis der SPD bei der Landtagswahl zeigte sich so auch im Balinger Umland. Die meisten Zweitstimmen holten die Sozialdemokraten im Wahllokal Gemeindehaus Heselwangen. Allerdings lag das bei gerade einmal 6,7 Prozent. In Stockenhausen wählten nur 3,4 Prozent SPD. Ein wenig weiter, in Zillhausen, wählten von 87 Wählern exakt 7 die Sozialdemokraten – das sind 2,3 Prozent. Kleiner Trost für Direktkandidatin Katja Weiger-Schick: In der Regel lag der Erststimmenanteil immer ein wenig höher als der Zweitstimmenanteil.

Die FDP schnitt ähnlich schlecht ab auf den Dörfern. Lediglich in Ostdorf erreichten die Liberalen 7,4 Prozent der Zweitstimmen. Mit 5,9 Prozent holte die Linke das beste Ergebnis in Stockenhausen.