Gewählt wurde auch im Teinachtal.  Foto: © Melinda Nagy – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Landtagswahl: AfD verliert weniger als im Gesamtschnitt / Grüne verbessern sich

Im Teinachtal und Oberreichenbach verliert CDU-Mann Thomas Blenke ebenfalls Stimmen. Martin Handel von den Freien Wählern trumpft auf. Eine Überraschung ist aber die FDP.

Teinachtal/Oberreichenbach. Die erste Wahl im Superwahljahr 2021 ist vorüber. Das allgemeine Ergebnis ist bekannt: Bittere Niederlage, fast sogar schon Klatsche, für die Christdemokraten, der strahlende Sieger abermals Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Grünen.

Doch wie sehen die Zahlen im Detail im Teinachtal und Oberreichenbach aus? Ein etwas genauerer Blick auf die Zahlenwüste zeigt nämlich die ein oder andere interessante Entwicklung auf. Angefangen bei Oberreichenbach. Die einzige der vier Kommunen Neuweiler, Bad Teinach-Zavelstein, Neubulach und eben Oberreichenbach, in der die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2016 emporkletterte. 74,6 statt 73,6 Prozent der Obereichenbacher zog es zur Wahlurne oder eben zum Kugelschreiber und den Briefwahlunterlagen. In den drei Teinachtal-Gemeinden hingegen sackte die Wahlbeteiligung gleich um mehrere Prozentpunkte ab: Neubulach (70,5 statt 75,7 Prozent), Bad Teinach-Zavelstein (67,8/75,9 Prozent) und Neuweiler (69,8/77,4 Prozent).

Im Oberen Wald fällt bei den Ergebnissen dann noch etwas auf. Die AfD kommt in fünf von sieben Wahllokalen – Briefwahl inklusive – auf mehr als 20 Prozent. Am besten schneidet der AfD-Kandidat Miguel Klauß übrigens im Ortsteil Zwerenberg ab, holt dort 25,1 Prozent.

Blenke lässt Federn

In allen vier Kommunen verliert die Alternative zwar an Boden – im Schnitt mit 3,9 Prozentpunkten weniger –, aber ein besseres Abschneiden als im Gesamtergebnis, bei dem die AfD 5,4 Prozentpunkte einbüßt.

Nicht in diese Sphären, aber aus dem Stand heraus mehr als beachtlich, schafft es der Freie Wähler Martin Handel: 6,7 Prozent holt er in Oberreichenbach, das beste Ergebnis von Handel ist in Neuweiler zu finden (7,7 ­Prozent).

Des einen Freud, des anderen Leid, heißt es oft. Das gilt besonders für Thomas Blenke. Der CDU-Mann musste vor allem in einzelnen Teilorten herbe Verluste hinnehmen. Einige seien beispielhaft hier angeführt: In Neubulach-Oberhaugstett schrumpfte das Ergebnis von 2016 (36,3 Prozent) auf nur noch 27,5 Prozent zusammen. Im Kernort Neuweiler kommt Blenke lediglich auf 30,9 Prozent – satte 8,1 Prozentpunkte weniger als noch vor fünf Jahren. Klar, die Ergebnisse sind wegen der hohen Anzahl der Briefwähler verwässert, aber in allen vier Kommunen musste Blenke Federn lassen. – und das im, in diesem Fall großteils auch politisch zutreffenden, Schwarz-Wald.

Doch ein anderer Schwarz, nämlich Johannes Schwarz von den Grünen holte sich zahlreiche Prozentpunkte im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl.

Einzig in Oberreichenbach ist ein marginaler Rückgang von 0,1 Prozentpunkten zu verzeichnen. Ansonsten legte Schwarz in allen Teinachtal-Kommunen zu – immerhin 1,3 Prozentpunkte im Schnitt, in Bad Teinach-Zavelstein gar um drei.

Wer sich auch freuen dürfte, ist Herbert Müller. Der Liberale legte nicht nur überall zu, sondern verdoppelte sein Ergebnis in Oberreichenbach fast. Was zunächst wie ein Zahlendreher anmutet, entspricht tatsächlich dem Wählerwillen: Kam der FDP-Kandidat 2016 dort nur auf 4,8 Prozent, sind es heuer 8,4 Prozent. Ob eine solche Steigerung 2026 abermals möglich sein wird?

Das weiß Stand jetzt wohl nicht einmal die viel zitierte Glaskugel.

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