Im Studio Heimatblick war der Saarländische Ministerpräsident Tobias Hans zu Gast. Foto: Hartnigk

Als Mitglied der Ministerpräsidentenkonferenz, der aus dem Nähkästchen der Corona-Politik in Deutschland plaudern konnte, war Tobias Hans ein hochkarätiger Gast der CDU im Wahlkreis Calw.

Kreis Calw/Nagold - Der Saarländische Ministerpräsident war auf Einladung des Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und des CDU-Gemeindeverbands Gechingen/Ostelsheim nach Nagold gekommen. Bereits im Oktober hatte Hans als Redner für das Gechinger Rollmopsessen zugesagt. Dieses musste pandemie-bedingt jedoch in den digitalen Raum verschoben werden und fand unter Moderation der Gemeindeverbandsvorsitzenden Ingrid Bauer und Zweitkandidat Carl Christian Hirsch im Studio Heimatblick in der Alten Seminarturnhalle statt.

Schnepf verweist auf das Leid der Unternehmer im Land

Blenke zeigte sich eingangs verständnisvoll für jeden, der aktuell frustriert oder sogar sauer über die Einschränkungen sei. Eine schrittweise Rückkehr in die Klassenzimmer forderte er genauso wie weitere Öffnungen für Geschäfte zum 1. März. Seinen Koalitionspartner in Stuttgart kritisierte Blenke für dessen Kritik am Einfamilienhaus: "Wer glaubt, dass das eine Einzelmeinung von Hofreiter ist, der sollte man ins Grüne Wahlprogramm schauen." Ein "herzliches vergelt’s Gott" richtete der CDU-Kreischef an die Ehrenamtlichen im Land und die Pflegeberufe, die "Übermenschliches leisten" würden und die "wahren Helden der Krise" seien. Im Hinblick auf den Zustand der Wirtschaft sprach Blenke von einer Richtungsentscheidung. Grüne Politik gefährde nach seinen Worten den Wirtschaftsstandort und die Arbeitsplätze: "Wir bekennen uns klar zum Auto. Neue Antriebstechniken, ja, aber ohne ideologische Scheuklappen und ohne Begrenzung."

Bevor der Hauptgast zu Wort kam, durfte Klaus Schnepf, Geschäftsführender Gesellschafter der Schnepf Planungsgruppe Energietechnik, einen Impuls geben. Als schwäbischer Mittelständler verwies Schnepf auf das Leid der Geschäfte und Unternehmen im Land. Schnepf zeigte sich aber zuversichtlich, dass die aktuelle Krise überwunden werden könne. Ministerpräsident Tobias Hans lobte in seiner Rede den Titel des CDU-Studios in Nagold und welche Botschaft damit einhergehe. "Heimat wird nicht unmodern. Es sind die jungen Familien, die Wurzeln fassen und sich eine Existenz gründen wollen." Für diesen Traum stehe die CDU.

Ganz ohne das Thema Corona ging es an diesem Abend aber doch nicht. Zwar waren alle Corona-Schnelltestungen der Beteiligten an diesem Abend negativ, doch war die Pandemie in der Diskussion präsent. Der vorsichtige Kurs der CDU in Bund und Land zahle sich aus, sagte Hans und versprach Öffnungen, sobald die Infektionszahlen es zuließen. Wichtig sei, dass man die Daten über Infektionen zentral zusammenführe und auch nutze.

Tobias Hans stellte die Richtungsentscheidungen in diesem Superwahljahr heraus. Es gehe darum, wer am Steuer der Republik stehe und wer dafür sorge, dass Unternehmer wie Klaus Schnepf wieder Geld verdienen könnten und so das Wirtschaftswachstum wieder zum Laufen bringen.

Einen Seitenhieb auf Olaf Scholz kann er sich doch nicht verkneifen

Zwar blieb Hans bedeckt, wer die Union in die Bundestagswahl führen solle. Stattdessen ließ er sich zu einem Seitenhieb gegenüber dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz hinreißen: "Immerhin treten wir mit jemandem an, der schon einmal eine Wahl zum Vorsitzenden gewonnen hat, und nicht mit einem Verlierer." Während die Studiogäste symbolisch einen Rollmops verspeisten, wurden Fragen der Zuschauer beantwortet. Auf die Zuschauerfrage, ob es auch Nach-Corona-Themen gebe, hatte der 43-Jährige eine klare Antwort: "Der Neustart der Wirtschaft wird das allerbedeutendste sein. Es kommt jetzt darauf an, die Automobilindustrie und das verarbeitende Gewerbe wieder stark zu machen." Und auch die Themen Innere und Cybersicherheit müssten ganz oben stehen.

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