Am großen Landschaftsputz in Sulz beteiligen sich auch Kinder. Foto: Steinmetz

Im ganzen Stadtgebiet sammeln 600 Helfer viel Müll ein. Daran ändert auch das Schmuddelwetter nichts.

Rund 600 Helfer beteiligten sich an der Aktion “Sulz putz(t) munter“. Kindergartenkinder und Schüler waren schon während der Woche unterwegs, um Müll und Unrat einzusammeln. Am Samstagvormittag wurde im ganzen Stadtgebiet „geputzt“.

 

Die Sulzer Fischer waren bereits um 8 Uhr am Neckar. Vom oberen Wuhr bis zur Grenze nach Fischingen – rund vier Kilometer – säuberten sie den Fluss und das Ufer. Der Container an der Kläranlage war hinterher randvoll.

T-Träger ist nicht mehr zu bergen

Mehrere Tretroller, ein Fahrrad, ein Boot, jede Menge Plastikmüll und Glas sammelten die Angler am Neckar entlang ein. An der Löwenbrücke fanden sie eine Plane im Wasser, die vermutlich noch von den Bauarbeiten an der Brücke stammte. Den T-Träger an der Holzbrücke weiter oberhalb konnten sie nicht bergen, er war bereits zu sehr „eingeschlammt“.

Zur Müll-Ausbeute der Sulzer Fischer gehört auch ein Boot. Foto: Steinmetz

Erschreckend für den Ersten Beigeordneten und Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser waren die vielen kleinen Schnapsflaschen an der Straße. Überhaupt scheint der Alkoholkonsum nicht gerade gering zu sein, vor allem wenn Partys gefeiert werden. Am Pfingstbrunnen in Holzhausen füllten die Müllsammler einen ganzen Kofferraum mit Wodkaflaschen. Stadträtin Johanna Schrön-Dinkelaker entdeckte ebenfalls sehr viele leere Flaschen, die aus dem Auto geworfen wurden.

„Es hätte aber dramatischer sein können“, fand sie. Es habe auch Bereiche ohne Müll gegeben, so in der Kanalstraße und in den Canalwiesen. „Da war kein Bonbonpapier auf der Straße. Es gibt auch Positives zu berichten“, sagte sie. Im Stadtpark war zu beobachten, dass so mancher Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner ohne Tütchen spazieren ging und einfach zusah, wie sich der Hund erleichterte.

Nicht einmal ein Bonbonpapier

Zu den „Müll-Highlights“ in den Stadtteilen gehörten unter anderem Mikrowellen, ein 50 Meter langes Stahlseil, ein komplettes, nahezu neuwertiges Klosett und Altreifen. In Hopfau lagen 50 Zeitungspakete herum, in Dürrenmettstetten fanden die Helfer einen herausgerissenen Parkettboden im Wald. Containerweise sind im Stadtgebiet Müll und Unrat zusammengekommen. „Wir hätten weitermachen können“, sagte Bürgermeister Jens Keucher, als die Aktion um 12 Uhr beendet war.

Eigentlich könnte jeder sein bisschen Müll selbst mitnehmen

Ärgerlich waren für ihn nicht nur die größeren Funde, sondern fast noch mehr die „Kleinigkeiten“ wie Schnapsfläschchen, Verpackungen oder Zigarettenstummel. „Es wäre für jeden ein Leichtes, sein bisschen Müll wieder mitzunehmen“, meinte er.

Den vielen Helfern dankte er. Bei dem nicht gerade angenehmen Wetter sei es für sie eine Herausforderung gewesen, am Landschaftsputz teilzunehmen. Zuletzt hatte „Sulz putz(t) munter“ vor drei Jahren stattgefunden.