Offenhaltung der Landschaft: Eine ferngesteuerte Mulchraupe befreit im Kleinen Wiesental Weiden von Gestrüpp. (Archivfoto) Foto: Birgit Kiefer

Obstbaumschüttler, Pfahlramme und Mulchraupe stehen auf der Wunschliste: Der Maschinenmietpark der Gemeinde Baiersbronn für Landwirte und Bürger wird erweitert.

Der Maschinenmietpark Baiersbronn wurde 2021 eingerichtet, um einen gewissen Ausgleich für den Wegfall das Mähgelds zu schaffen. Ziel ist es, Landwirte und private Grundstückseigentümer zu unterstützen, um die Flächen zu pflegen und damit ein attraktives Landschaftsbild zu erhalten. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden die aktuellen Zahlen offengelegt und über Anschaffungskosten für weitere Landschaftspflegegeräte diskutiert.

 

Kämmerer Jochen Veit berichtete, dass seit 2021 acht Geräte angeschafft wurden, die Bürgern zur Verfügung stehen, die Flächen haben, die gepflegt werden. „Hierbei handelt es sich um einen Mietpark, die Geräte können gegen Entgelt ausgeliehen werden“, erklärte Veit. Er wies darauf hin, dass so ein Mietpark für eine Gemeinde etwas Besonderes sei.

Mit Blick auf die Zahlen wurde auch deutlich, dass dieses Projekt die Gemeinde Geld kostet. 2024 gab es einen Zuschussbedarf von rund 30 000 Euro. Dieser Betrag resultiere größtenteils aus den Abschreibungen, so Veit. Für das laufende Jahr werde mit Einnahmen aus 50 Rechnungen in Höhe von rund 4300 Euro gerechnet.

Offenhaltung ein hohes Gut

Nun gehe es darum, wie man weitermache und mit welchen Geräten man den Mietpark komplettiere, erklärte Veit. Geplant sei, in den Haushaltsplan rund 90 000 Euro aufzunehmen. Die Entscheidung, was dann angeschafft werde, müsse in Abstimmung mit den Landwirten und der Interessengemeinschaft Baiersbronner Landwirtschaft erfolgen. Ein Obstbaumschüttler (1300 Euro), eine Pfahlramme (3000 Euro) und eine Mulchraupe mit Fernsteuerung für schwieriges Gelände (85 000 Euro) seien bereits beantragt worden.

„Die Offenhaltung der Landschaft war schon immer ein hohes Gut, daher möchten wir auch weiterhin die Menschen unterstützen, die diese Arbeit leisten“, erklärte Bürgermeister Michael Ruf.

Gemeinderat Ludwig Wäckers (BUB) bat darum, nachzuforschen, welche Flächen überhaupt mit der beantragten Mulchraupe bearbeitet werden können. Fraglich sei für ihn, einen Obstbaumschüttler für 1300 Euro zu beschaffen. Ralf Beilharz von der Interessengemeinschaft erklärte, dass es viele Flächen mit einer Hangneigung von 20 Prozent gebe und der Obstbaumschüttler den Vorteil habe, den Stamm zu schütteln und nicht die Äste.

Welche Maschinen sinnvoll?

Zu einer Frage von Philipp Bayer (SPD) erklärte Bauamtsleiter Daniel Armbruster, dass aktuell noch geklärt werde, ob die Mulchraupe auch vom Bauhof verwendet werden könne.

„In Zeiten knapper Kassen ist es nicht ganz einfach, 90 000 Euro freizugeben“, gab Ingo Christein (CDU) zu bedenken. „Für Laien ist schwer zu beurteilen, welche Maschinen sinnvoll sind, manche werden auch nur sehr selten genutzt.“

Udo Keck (FWV) sprach sich gegen eine Mulchraupe aus. Er meine, dass mit anderen Geräten auch gemäht werden könne, und das deutlich günstiger. Bürgermeister Ruf betonte, dass es nicht um einen Beschaffungsbeschluss gehe, das werde später entschieden.

Vier Enthaltungen im Rat

„Wichtig ist es zu kommunizieren, dass alle Bürger, die Flächen haben, diese Geräte gegen Geld ausleihen können“, sagte Maike Weiß (CDU). Kämmerer Veit wies auf die Homepage der Gemeinde hin. Dort sei alles aufgeführt, auch die Kosten für die Miete der Geräte.

Yannik Seiferling (CDU) sprach sich dafür aus, grundsätzlich zu klären, wie groß der Mietpark noch werden soll – es werde auch Kosten für die Reparaturen bereits angeschaffter Geräte geben. „Sicher kann der Mietpark nicht unermesslich wachsen, das geht schon aus Platzgründen nicht“, sagte Bürgermeister Ruf.

Bei vier Enthaltungen stimmte der Gemeinderat der Anschaffung weiterer Geräte für den Maschinenmietpark grundsätzlich zu und beschloss, höchstens 89 300 Euro in den kommenden Haushalten einzuplanen.