Andreas Junt hat zwar die endgültige Entscheidung für eine Kandidatur bei der Landratswahl in Freudenstadt noch nicht gefällt. Doch im Gespräch ist er bereits.
Wenn am 28. Juli der neue Landrat für den Kreis Freudenstadt und damit der Nachfolger von Klaus Michael Rückert, der im April angekündigt hatte, dass er sein Amt aufgibt, gewählt wird, dann könnte es spannend werden.
Nachdem bereits Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf seine Kandidatur öffentlich bekanntgemacht hat, zeichnet sich eine zweite Bewerbung ab. Und damit würden zwei Männer gegeneinander antreten, die auch schon als Kollegen zusammengearbeitet haben.
„Ich kann das Gerücht noch nicht bestätigen“, sagt Andreas Junt, Vizepräsident der Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg, von unserer Redaktion auf eine Kandidatur angesprochen. Junt (43, parteilos) hat sich also noch nicht abschließend entschieden.
Aber eines bestätigt er: Er sei derzeit aktiv in Gesprächen mit Fraktionen und anderen Gesprächspartnern, um inhaltliche Positionen zu klären, um auszuloten, ob eine Kandidatur sinnvoll ist. Ihm liege daran, viele Fraktionen mitzunehmen. „Deshalb brauche ich noch Zeit, um die Entscheidung zu fällen“, sagt Junt.
Der Heimatlandkreis
Doch wenn er vom Landkreis und dem Amt des Landrats spricht, dann wird schnell klar, dass er den Hut, den er vielleicht in den Ring wirft, zumindest schon gedanklich in der Hand hält. „Ich brenne für den Kreis und für die Tätigkeit“, sagt er. Der Kreis Freudenstadt sei sein Heimatlandkreis, es sei ein besonderer Landkreis. Hier habe er als Leiter der Stabsstelle Kommunal- und Rechnungsprüfungsamt des Landkreises eng mit den Gemeinden zusammengearbeitet.
Achteinhalb Jahre – von 2016 bis November 2024 – hatte er diese Stelle inne. Er kenne deshalb die Gemeinden und das Landratsamt gut, sei dort an allen Innovationsthemen beteiligt gewesen und sei am Schluss auch als Sonderbeauftragter für den Krankenhausneubau eingesetzt worden.
Weitere berufliche Stationen des Diplom-Verwaltungswirts vor seiner Zeit im Landratsamt Freudenstadt waren das Landratsamt Lindau, in dem er mehrere Jahre als Fachbereichsleiter für Personal und Organisation tätig war, und die Stadt Sindelfingen, wo er die Position des Personalleiters innehatte. Im Dezember vergangenen Jahres war er vom Landratsamt Freudenstadt zur Gemeindeprüfungsanstalt mit Sitz in Karlsruhe gewechselt, als deren Vizepräsident. Die Gemeindeprüfungsanstalt ist für alle Städte, Gemeinden und Landkreise zuständig. Dabei geht es laut Junt nicht allein ums Prüfen, sondern auch um Beratung in den Bereichen Finanzen, Personal und Organisation.
„Der Weggang im vergangenen Jahr war aber keine Abkehr vom Landreis“, stellt Junt fest. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern, inzwischen im Teenageralter, lebt er auch heute noch in Glatten, wo er auch aufgewachsen ist.
Exponierte Stelle
„Mein Herzblut hängt am Kreis. Das Amt des Landrats ist eine tolle Aufgabe“, sagt Junt. Diese wichtige exponierte Stelle biete Gestaltungsmöglichkeiten, man könne Entwicklungen lenken. Wobei er hinzufügt, dass es auch für den Kreis gerade herausfordernde Zeiten sind.
Es ehre ihn, so Junt, dass er in Verbindung mit der Stelle gebracht werde, dass er von vielen Seiten darauf angesprochen werde, ob er sich vorstellen könne, für die Position zu kandidieren.
Mit Ruf hat Junt übrigens in Pfalzgrafenweiler zusammengearbeitet, Ruf war damals dort Kämmerer, Junt im Einführungsjahr des Studiums. Und in seiner Position im Landratsamt war Junt auch für die Gemeinde Baiersbronn zuständig. Somit hatten er und Ruf auch in jüngerer Vergangenheit miteinander zu tun.