Der innere Rückbau des Hochhauses hat stattgefunden. Foto: Schmider/Landratsamt Rottweil

Der Abriss des Landratsamtes in Rottweil hat vor rund zwei Monaten begonnen und ist längst noch nicht abgeschlossen. Doch schon jetzt gibt es einen ersten Nachtrag: Zu den bisherigen Kosten von 1,15 Millionen Euro kommen weitere 318 000 Euro hinzu.

Ursache ist ein Mehraufwand, über den der für den Landratsamt-Neubau zuständige Kreisausschuss kürzlich informiert wurde. Das Büro MuP aus Heidelberg habe den Rückbau geplant und für die Ausschreibung auch notwendige Beprobungen durchgeführt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Jedoch könne in einer solchen Projektgröße nicht jedes Bauteil geprüft werden.

 

Diskrepanzen zu den Plänen

Außerdem gab es offenbar Diskrepanzen zwischen den existierenden Bauplänen und der tatsächlichen Ausführung. Die ursprünglichen Baupläne stünden nicht zur Verfügung beziehungsweise sei offenbar nicht jede Änderung in der Ausführung in den Plänen nachgetragen worden.

Die Folge: Die Rückbaufirma BERB hat aufgelistet, was bislang im Rahmen der Entkernung an zusätzlichen Arbeiten angefallen ist, und ein Nachtragsangebot formuliert.

Es geht unter anderem um Zulagen beim Ausbau und der Entsorgung von Wänden aus Gipsdielen und Schilfrohrdecken mit Gips sowie künstliche-Mineralfaser-haltiger Trittschalldämmung mit Ölpapiertrennlage. Außerdem werden Ausbau und Entsorgung des Doppelbodens im Rundbau extra aufgeführt.

Asbesthaltiger Bodenbelag

Außerdem stellte die Rückbaufirma offenbar asbesthaltigen PVC-Belag, verklebt mit ebenfalls asbesthaltigem Kautschukkleber, unter dem verlegten Teppichboden auf allen Stockwerken des Landratsamt-Hochhauses fest. Die Entfernung erforderte ebenfalls besonderen Aufwand und damit Zusatzkosten.

Weitere Nachträge zu erwarten

Der Mehraufwand wird insgesamt mit rund 318 000 Euro beziffert. Im aktuellen Nachtrag sei allerdings nur der Rückbau bepreist und noch nicht die Entsorgungskosten, die nach einer Beprobung durch ein Labor ermittelt werden können, heißt es in der Sitzungsvorlage. Folglich wird es bei diesem einen Nachtrag nicht bleiben.

Eine bittere Pille angesichts dessen, dass für den Neubau des Landratsamtes 85 Millionen Euro anfallen werden zuzüglich 4,3 Millionen Euro für das ebenfalls noch zu bauende Parkhaus.