Teilweise sind die grauen Fassadenelemente bereits demontiert. Bald wird von diesem charakteristischen Hochhaus nichts mehr zu sehen sein. Foto: Schmider/Landratsamt Rottweil

Dem Rottweiler Landratsamt geht es seit Anfang Oktober an den Kragen. Alles muss raus für den Abriss, der den Landkreis allein 1,15 Millionen Euro kostet. Wie weit ist man seitdem mit den Arbeiten gekommen? Und wie viele Bäume mussten dafür gefällt werden?

„Aktuell wird das Gebäude noch vollständig entkernt“, teilt uns Pressereferentin Andrea Schmider auf Anfrage mit. Sobald die Fassade des Hochhauses vollständig demontiert ist und nur noch das Grundgerüst steht, geht es ans Eingemachte. Ein Longfront-Bagger wird das Hochhaus Stück für Stück „abknabbern“.

 

Derzeit werden im Rahmen des Rückbaus alle Baustoffe und Materialien getrennt und, wo möglich, dem Recyclingprozess zugeführt. Durch den beauftragten Rückbauplaner seien vorab etliche Materialproben entnommen und durch Labore ausgewertet worden.

Sichtbarer Fortschritt

Inzwischen ist der Fortschritt auch von außen sehr gut sichtbar. Vergangene Woche wurde ein großer Autokran aufgestellt, an dessen Haken eine Arbeitsbühne befestigt ist. Mit der Arbeitsbühne können die Mitarbeitenden von BERB, der Rückbaufirma, zur Demontage der Außenfassade herangeführt werden.

„Die Fassadenplatten enthalten, typisch für die Bauzeit, Asbest, und müssen deshalb sorgfältig demontiert und fachgerecht entsorgt werden“, erklärt Schmider dazu.

Bereits im Laufe des Dezembers wird auch der Abbruch des Flach- und Rundbaus angegangen.

Startschuss für Neubau: Ende Juni

Die Abrissarbeiten insgesamt sollen nach aktuellem Zeitplan bis Ende März abgeschlossen sein.

Der Fortschritt ist mittlerweile sichtbar. Foto: Schmider

Im Anschluss werde die Baugrube mit dem Baugrubenverbau, der Absicherung gegen Einbrüche der Wände, erstellt. „Dieser grenzt zum Teil direkt an den Gehweg oder muss in diesem erstellt werden, was einen aufwändigen Vorbereitungs- und Abstimmungsaufwand bedeutet“, sagt Schmider.

Fertigstellung für die Baugrube ist aus heutiger Sicht für Ende Juni geplant, so dass diese dann an die Rohbaufirma übergeben werden kann. „Das ist zugleich der Startschuss für den Neubau.“

Acht Bäume gefällt

Für die Bauarbeiten mussten acht Bäume gefällt werden. Man habe vorab geprüft, ob es die Möglichkeit gäbe, die Bäume von einem Fachunternehmen ausgraben und an anderer Stelle wieder einpflanzen zu lassen, um sie zu erhalten, teilt Schmider auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Schließlich habe man sich aber gegen eine Verpflanzung entschieden. „Einerseits waren die Kosten unverhältnismäßig hoch – diese wären bei drei infrage kommenden Bäumen im sechsstelligen Bereich gewesen. Andererseits wäre die Chance, dass die Bäume wieder anwachsen, nicht garantiert gewesen“, so die Begründung.

Keine allzu lange Lebenserwartung

Zum größten Teil hätten die Bäume laut Gutachten auch keine allzu lange Lebenserwartung mehr gehabt, was ebenfalls gegen eine kostenaufwändige Versetzung gesprochen habe.

Anhand dieser Fakten hatte sich der Kreistag dazu entschlossen, die Mehrkosten für die Versetzung der Bäume lieber in größere Jungbäume, die bei der Gestaltung der Freianlagen gepflanzt werden, zu investieren.