Jetzt steht er fest und kann sogar aufgesucht werden – der Mittelpunkt des Schwarzwald-Baar-Kreises.
Die amtlich ermittelte Stelle liegt im Binzenwäldle zwischen Pfaffenweiler und Tannheim.
Nicht nur bei einem Festakt und einem Tag der offenen Tür des Landratsamtes belassen wollte man das 50-jährige Bestehen des Schwarzwald-Baar-Kreises, erklärte Landrat Sven Hinterseh am Mittwoch vorort. Man habe jetzt einen Ort geschaffen, der von Spaziergängern, Radlern und Wanderern für eine Rast besucht werden kann. Das sei „mehr als ein Gag“, so Sven Hinterseh, aber ein Projekt „mit Augenzwinkern“.
Ein Glücksfall
Glücklicherweise liege der errechnete Punkt auf städtischem und nicht auf privatem Gelände. Michael Riede vom Kreisvermessungsamt hatte die Idee und löste mit seinen Mitarbeitern und den Kollegen des städtischen Vermessungsamtes von Steffel Wölfel auch gleich das Problem der Mittelpunktbestimmung.
Unter etlichen wissenschaftlich-mathematischen Formeln – darunter auch eine des alten Grieche Archimedes – wählte man die vermeintlich nachvollziehbarste: Man schneide den Umriss des Schwarzwald-Baar-Kreises aus dickem Karton aus und balanciere ihn auf der Spitze eines Kugelschreibers. Der so ermittelte Schwerpunkt ist demnach der Mittelpunkt und der liegt im Falle des Schwarzwald-Baar-Kreises im Binzenwäldle auf der Gemarkung Pfaffenweiler an der Grenze zu Tannheim.
Der Ort wird freigelegt
Eigentlich mitten im Dickicht, doch mit Hilfe des städtischen Forstamtes Villingen-Schwenningens wurde der Platz freigelegt und die Pflanzung verjüngt.
Der Tannheimer Steinmetz Humbert Müller gestaltete einen Buntsandstein-Findling, Gebhard Effinger lieferte die darauf fixierte Edelstahlplatte in der Form der Landkreisfläche und die beiden pensionierten Forstmitarbeiter Thomas Heitzmann und Wolfram Habenicht zimmerten aus Eichenholz zwei Sitzbänke. Alles zusammen fand Platz auf einer weichen Schicht von Hackschnitzeln.
In den nächsten Tagen werde noch eine Stele mit Erklärungen und einem QR-Code installiert, kündigte Silke Danninger an, im Landratsamt die Dezernentin für den Ländlichen Raum. Auch in der Radwegenetzplanung werde der Punkt neu aufgenommen. „Eine tolle Idee“, lobte Oberbürgermeister Jürgen Roth, an der die Stadt sich mit der Erneuerung des Straßenbelages gerne beteiligt habe. Schließlich soll der Kreismittelpunkt gut zu erreichen sein. „Es lohnt sich, hier einmal vorbeizuschauen“, findet Oberbürgermeister Jürgen Roth.