Zum offiziellen Pool des Fuhrparks gehört ein E-Auto. Foto: Landratsamt Calw

Das wird wohl eine ganze schöne Umstellung für die Kollegen in der Calwer Kreisverwaltung: Im Moment gibt es dort nach Angaben des Landratsamts ein E-Auto im Fuhrpark, das allen Mitarbeitern zur Verfügung steht – und es ist offenbar das von den Mitarbeitern am wenigsten genutzte. Künftig sollen hier aber nur noch E-Autos angeschafft werden.

Kreis Calw - Darüber hat die Verwaltung die Mitglieder des Umweltausschusses (UA) des Calwer Kreistags jetzt in Form eines Berichts zum "CO2-freien Fuhrpark" informiert. Wörtlich heißt es in der zugehörigen Sitzungsvorlage: "Der Landkreis Calw nimmt seine Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz wahr und setzt Ziele für einen CO2-freien Fuhrpark fest. Damit beteiligt sich der Landkreis Calw an den Klimaschutzbestrebungen des Pariser Abkommens und greift zu erwartenden hoheitlichen Vorgaben vor."

Auch Anschaffung von E-Bike geplant

Was wohl meint: An E-Autos – gerade in großen Fuhrparks von Verwaltungen; der Landkreis Calw verfügt über einige Dutzend Pkw im eigenen Fuhrpark – führt auch für die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung künftig kein Weg mehr vorbei. Daher sollen "ab sofort" (alle!) Pkw-Neuanschaffungen im Fuhrpark des Landkreises Calw mit Elektromotoren ausgestattet sein. Sonderfahrzeuge, beziehungsweise "Fahrzeuge für Sondernutzungen" seien aber von dieser Vereinbarung ausgenommen. Was das im Detail für Fahrzeuge meint, darüber war in der UA-Sitzung nichts zu erfahren.

Wohl um den Wechsel im Fuhrpark der Kreisverwaltung etwas schneller voranzubringen, solle nun "von einigen der vorhandenen Fahrzeuge" der Marktwert ermittelt und die Möglichkeit zum vorzeitigen Verkauf geprüft werden – um diese dann mutmaßlich bereits zeitnah durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Doch dürften die Mitarbeiter der Kreisverwaltung davon ausgehen, dass "vorhandene Verbrenner-Fahrzeuge" weiterhin für Dienstreisen zur Verfügung stünden. Für kurze Dienstreisen jedoch sei immerhin "die Anschaffung eines E-Bikes geplant".

Hemmschwelle der Mitarbeiter überwinden

Der Haken bei der Sache: Unter den bestehenden Pool-Fahrzeugen gibt es aktuell – wie eingangs erwähnt – nur ein einziges elektrisches Fahrzeug. Vor ziemlich exakt sieben Jahren, als der Landkreis Calw das erste Mal für seinen Fuhrpark – damals in Kooperation mit der EnCW und der Sparkasse Pforzheim Calw – kleine Elektroflitzer in Betrieb nahm, kalkulierte man zum Start mit einem Bedarf von insgesamt vier E-Fahrzeugen. Das hat sich wohl dann mit der Zeit erheblich nivelliert: Das aktuell einzige E-Fahrzeug im Pool-Fuhrpark des Landkreises wurde zuletzt im Vergleich zu den Verbrenner-Fahrzeugen "weniger von den Mitarbeitern des Landratsamtes für Dienstreisen genutzt".

Das wird sich und das muss sich jetzt wohl ändern. Weshalb das Büro der Calwer Klimaschutzmanagerinnen – die Fuhrpark-Initiative zur E-Mobilität ist Teil des Aktionsplan zur Bewerbung des Landkreises um eine Zertifizierung im European Energy Award und hier eine der laut Aktionsplan priorisierten Maßnahmen – nun "um Hemmschwellen zu überwinden" bei den so skeptischen Landkreis-Kollegen offizielle "Einführungskurse in die Elektromobilität" geplant hat. Was doch für einige Heiterkeit bei den UA-Mitgliedern sorgte.

Weshalb Frank Wiehe, Erster Landesbeamter beim Kreis Calw, sich als Sitzungsleiter zu einer Erklärung genötigt sah: Es habe wohl Mitarbeiter der Kreisverwaltung gegeben, die "an einem Hang" aus ihren flügellahmen E-Autos (Wiehe wörtlich) "gerettet" werden mussten. Allerdings steigerte dieser Hinweis die Heiterkeit der UA-Mitglieder nur noch weiter.