Eine Warnung vor einem Fuchs, der scheinbar die Fuchsräude hat, kursiert in Rottweil. Viele Hühner soll er auf dem Gewissen haben. Wir fragen beim Landratsamt, was bekannt ist.
Ein Fuchs ist in der vergangenen Tagen mehrfach in der Stadt gesehen worden – und einige Bürger, die ihn beobachtet haben, hegen zumindest den Kommentaren im Internet zu Folge den Verdacht, dass er die Fuchsräude hat.
Und nicht nur das: Eine Rottweilerin berichtet auf Facebook, dass der Fuchs bei ihnen „32 Hühner im Rausch getötet“ habe – und das mitten in Rottweil. Polizei, Veterinäramt und Stadtjäger seien informiert, es gebe auch Videodateien.
Auf unsere Kontaktaufnahme bezüglich näherer Informationen haben wir bislang keine Reaktion erhalten. Und auf Nachfrage beim Landratsamt erklärt Sprecherin Andrea Schmider, der Fall sei bislang nicht bekannt. „Bei uns ist keine Meldung eingegangen, weder über das Veterinäramt noch über die Untere Jagdbehörde“, erklärt sie.
Wir fragen, was denn in so einem Fall grundsätzlich zu tun wäre? Die Fuchsräude – eine hochgradig ansteckende Hauterkrankung, die durch Grabmilben verursacht wird – ist nicht nur für die betroffenen Tiere tödlich, sie kann auch leicht übertragen werden. Vor allem Hundebesitzer sind hier stets in Sorge.
Was getan werden kann
Andrea Schmider erklärt: „ Momentan ist Schonzeit und Jungtieraufzucht. Folglich darf ein erwachsener Fuchs nicht bejagt werden – mit der Ausnahme, dass vermeidbare Schmerzen und Leiden der Wildtiere verhindert werden dürfen und müssen. Ein Fuchs mit Räude im „Endstadium, max. 1,5 Tage Lebenserwartung“ könnte also nach Paragraf 38 JWMG erlöst werden. Diese Gewissensentscheidung muss aber im Einzelfall von dem Jäger getroffen werden, der das Leiden des Fuchses abkürzen würde.“
Hühner schützen
Was man außerdem unternehmen kann, sei die Hühner zu schützen: dichter Zaun, dichter Stall und abends die Hühnerklappe schließen. Als Erklärung für möglicherweise gleich 32 tote Hühner erklärt sie: Das Phänomen, dass mehr getötet wird als genutzt werden kann, sei als „surplus killing“ bekannt und trete ganz häufig bei Mardern in Hühnerställen auf, am prominentesten auch beim Wolf. Füchse mit Räude seien dagegen meist schon sehr geschwächt.
Hundebesitzer aufgepasst
Hundebesitzer sollten ihre Tiere vorsorglich nicht mit auffälligen Wildtieren oder Kadavern in Kontakt kommen lassen und Hunde in betroffenen Bereichen möglichst anleinen, so der Rat. Und: „Wer ein krank oder ungewöhnlich zutraulich wirkendes Wildtier beobachtet, sollte Abstand halten und dies den zuständigen Stellen melden.“ In Rottweil wird man weiter die Augen offenhalten.
Wildtiere in der Stadt sind jedenfalls längst keine Seltenheit mehr. Gleich vier junge Füchse wurden jüngst spielend in einem Garten beobachtet. Doch es geht eben nicht immer so putzig zu, wie die neusten Beobachtungen zeigen.