Der Landmarkt, der vor drei Jahren geschlossen hatte, war Gütenbachs einziger Nahversorger und wird seither schmerzlich vermisst. Doch nun gibt es Anlass zur Hoffnung.
Bürgermeisterin Lisa Hengstler betont: Ein Nahversorger sei „essenziell wichtig“ für Gütenbach. „An dem Thema sind wir schon lange dran.“
Um so größer ist ihre Vorfreude und Hoffnung, dass der Landmarkt bald wieder öffnen könnte. Der Eigentümer habe die Räumlichkeiten „sehr schön saniert“, alles sei auf einem „sehr modernen Stand“.
Im Gespräch mit unserer Redaktion informiert der Eigentümer, dass es sich um eine umfangreiche Kernsanierung handelte, währenddessen ein Ladenbetrieb nicht möglich gewesen wäre.
„Die Voraussetzungen sind gegeben“
„Doch jetzt sind die Voraussetzungen gegeben, den Laden wieder zu betreiben“, betont er. Was noch fehlt, ist ein geeigneter Pächter. Denjenigen oder diejenige möchte er nun verstärkt suchen, nachdem das frisch sanierte Gebäude im März von den Behörden abgenommen wurde.
Der Erfolg eines Landmarkts sei auch maßgeblich vom Betreiber abhängig. Das müsse passen. Der Eigentümer betont, er werde auch für die Innenausstattung aufkommen. „Ich habe Vorstellungen, wie diese aussehen könnte, möchte das dem Pächter aber nicht aufdrücken, sondern mit ihm absprechen.“
Wie sehr die Gütenbacher die Öffnung des Landmarkts herbeisehnen, ist dem Eigentümer sehr bewusst. „Das Interesse der Gütenbacher ist riesengroß.“ Und schmunzelnd fügt er hinzu: „Ich kann nicht durch den Ort laufen, ohne immer wieder darauf angesprochen zu werden.“
Ein Laden für alle Dinge des täglichen Bedarfs
Dass der Landmarkt bald wieder öffnet, ist dem aus Gütenbach stammenden Eigentümer ein persönliches Interesse. Er fühle sich mit Gütenbach verbunden und möchte mit dem Landmarkt ein wichtiges Angebot für die Bevölkerung bereithalten.
Er geht davon aus, dass ein solcher Nahversorger auch im ländlichen Raum wie Gütenbach gewinnbringend zu betreiben ist. Das hätten die Vorgänger bewiesen und würden Ländmärkte in der Umgebung zeigen. Wobei das eben auch am Engagement des Pächters liege. Für den neuen Betreiber gebe es sicherlich auch Fördermöglichkeiten und eine finanzielle Starthilfe für seine Anschaffungen, sei es für das Warensortiment, Informationstechnik oder Kasse.
Da in Gütenbach auch ein Getränkemarkt fehlt, schwebt dem Eigentümer vor, auch dieses Sortiment mit aufzunehmen, so dass der Nahversorger alle Dinge „des täglichen Bedarfs“ abdecke.
Bürgermeisterin denkt auch an Alternativen
Für die Waren bieten die Räumlichkeiten einigen Platz. Die Ladenfläche im Erdgeschoss liege bei 130 Quadratmetern mit 120 Quadratmetern Nebenflächen.
Über der gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss gebe es noch zwei Wohnungen mit 180 und 140 Quadratmeter. Die eine nutze er als Zweitwohnung. Die andere wolle er vermieten.
Bürgermeisterin Hengstler wünscht sich für Gütenbach, dass bald ein passender Pächter gefunden wird und der Landmarkt eröffnen kann. Wenn die Suche erfolglos bleibe, hat sie Ideen für einen Plan B, zum Beispiel ein genossenschaftlicher Betrieb eines solchen Ladens. Wobei ein solches Konzept vom Engagement der beteiligten Personen abhänge. Wichtig sei natürlich auch beim Genossenschaftsmodell, dass die Beteiligten die Kapazitäten für ein solches Engagement hätten. Und da sieht die Bürgermeisterin viele an ihrer Belastungsgrenze.
Der jetzige Eigentümer hatte den Landmarkt 2021 erworben. Genehmigung und Umsetzung der Sanierung hätten sich hingezogen, so seine Erfahrung. Über die Kosten wollte er gegenüber der Redaktion nichts sagen.