Friedensfreunde aus den Kreisen Freudenstadt und Calw gründeten ein kreisübergreifendes Bündnis für den Frieden. Foto: Oliver Frey

Aus den Landkreisen Freudenstadt und Calw haben sich Friedensfreunde zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Sie positionieren sich entschieden gegen eine erneute Wehrpflicht.

Friedensfreunde aus verschiedenen Konfessionen und Parteien aus den Landkreisen Freudenstadt und Calw haben das „Friedensbündnis Region Freudenstadt“ (FBRF) gegründet. Sie suchen nach eigenen Worten trotz aller Unterschiede gemeinsam nach einem Ausweg aus der derzeitig allumfassenden Militarisierung.

 

Sprecher des Bündnisses ist Theodor Ziegler (Jahrgang 1953), Religionspädagoge aus Baiersbronn-Mitteltal.

Die Gründungsversammlung verabschiedete eine intensiv vorbereitete, zehn Punkte umfassende Grundsatzerklärung. Darin lehnt sie eine Reaktivierung der Wehrpflicht ab und erklärt sich „offen für Personen und Gruppen aus der Zivilgesellschaft, aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, Vereinen, Gewerkschaften und politischen Parteien, die diese Überzeugungen teilen“.

Junge Leute, die den Kriegsdienst verweigern

Das Bündnis will sich an zahlreichen Veranstaltungen beteiligen, so beim Ostermarsch des SPD-Kreisverbands am Ostersamstag in Alpirsbach. Es will den Hiroshimatag sowie den Anti-Kriegstag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Freudenstadt unterstützen.

Kirchlich Engagierte werden sich im November an einer bundesweiten ökumenischen Friedensdekade beteiligen, zu der die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) aufruft.

Sollte die allgemeine Wehrpflicht reaktiviert werden, will sich das Bündnis für die Beratung junger Leute einsetzen, die den Kriegsdienst verweigern wollen.

Auszüge aus der Grundsatzerklärung

Die Grundsatzerklärung vom 19. Januar 2026 umfasst zehn Punkte, die an dieser Stelle nur in Auszügen wiedergegeben werden kann.

„Das Friedensbündnis Region Freudenstadt tritt für gewaltfreie, zivile Alternativen zur militärischen Friedenssicherung ein. Wir wollen gewaltfreier Resilienz in den öffentlichen Diskurs bringen.

Der paradoxe Versuch, durch Kriegsbereitschaft Kriege verhindern zu wollen, ist nicht zielführend. Die dafür erforderlichen enormen Geldausgaben bedeuten vermehrt innergesellschaftliche Konflikte. Kürzung der Entwicklungshilfe fördern Armut, Gewalt und Migration.

Das Ziel einer zivilen europäischen Friedensordnung muss formuliert, der Weg dorthin durch Abrüstungsvereinbarungen und den Aufbau einer internationalen Polizei und eines europäischen Katastrophenschutzes beschritten werden.

Besitz nuklearer Waffen

Wir lehnen die Reaktivierung der Wehrpflicht ab und unterstützen junge Menschen, die sich zur Kriegsdienstverweigerung entscheiden. Wir lehnen die Abschiebung von Kriegsdienstverweigerern aus kriegsführenden Ländern ab.

Wir lehnen den Besitz nuklearer Waffen und anderer Massenvernichtungswaffen sowie die Drohung mit deren Einsatz ohne Wenn und Aber ab.

Wir fordern die weltweite Anerkennung der Vereinten Nationen und internationaler Gerichte als maßgebliche Instanzen der Konfliktschlichtung. Wir treten für Völkerverständigung und für eine europäische Friedensordnung ein, mittelfristig auch unter Einbeziehung Russlands.

Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Zum Einsatz für den Frieden gehört für uns ein konsequentes Eintreten gegen jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Wir sind getragen von der Vision einer gewaltfreien und friedlichen Welt, in der sich alles Leben ungehindert entfalten kann.“