Der Rheinfelder Gemeinderat hat zusätzliche Stellenprozente der Schulsozialarbeit an den Rheinfelder Schulen mit Wirkung ab Januar 2026 einstimmig bewilligt.
Schulsozialarbeit ist ein professionelles sozialpädagogisches Angebot an Schulen, welches Schüler sowie Eltern und Lehrer beim Meistern von sozialen, persönlichen oder schulischen Herausforderungen unterstützen soll. Der Landkreis Lörrach will in den kommenden Jahren mehr Geld in die Schulsozialarbeit investieren und hat hierzu nach einem eigenen Bedarfsermittlungssystem die förderfähigen Stellenanteile an einigen Schulen aufgestockt.
Die Stadt Rheinfelden bekommt für die Hans-Thoma-Grundschule in Warmbach eine Aufstockung von 0,5 auf 0,7 Stellen anerkannt. Für die Scheffelschule Herten mit Außenstelle Fridolinschule Degerfelden wurde eine Aufstockung um 0,1 Stellen auf 60 Prozent genehmigt. Die Schulsozialarbeit am Georg-Büchner-Gymnasium kann fortan von 70 auf 80 Prozent aufgestockt werden, da an der Getrud-Luckner-Realschule nicht genutzte Stellendeputate im selben Umfang wegfallen.
Somit erhöht sich ab Januar 2026 der gesamte Stellenumfang an Schulsozialarbeit an Rheinfelder Schulen von 7,8 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) auf 8,1. Die Gemeinde als Träger der Schulen leistet dabei einen Zuschuss für die Schulsozialarbeit in gleicher Höhe wie der Landkreis; für 2026 erhöht sich der Aufwand für Rheinfelden um knapp 10 600 Euro auf neu gut 285 500 Euro.
Auch an anderen Schulen Bedarf
Wie schon zwei Wochen zuvor bei der Sitzung des Hauptausschusses gab es hierzu einige Wortmeldungen aus dem Plenum. Uwe Wenk von der SPD forderte die Einrichtung einer Schulsozialarbeit auch für die Christian-Heinrich-Zeller-Schule in Karsau sowie die Dinkelbergschule an den Standorten Minseln und Eichsel, da dort ein Bedarf vorhanden sei: „Schulsozialarbeit muss eingesetzt werden, sobald der Bedarf entsteht. Es darf nicht nach dem prozentualen Anteil einer Vollzeitstelle entschieden werden.“
Dieter Meier (CDU) ergänzte: „Ideal wäre eine ,Springerlösung’, bei der die Pädagogen dort eingesetzt werden können, wo ein Bedarf entsteht.“ Einem Antrag der Verwaltung, die den Bedarf an diesen Schulen anerkennt, auf Einrichtung einer Schulsozialarbeit an diesen Schulen wurde im Jahr 2025 vom Landratsamt nicht entsprochen. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erklärte achselzuckend: „Die Entscheidungskompetenz liegt beim Landkreis. Uns sind die Hände gebunden.“ Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler sicherte zu, dass auch für 2026 beim Landkreis wieder eine Erhöhung des Stellenumfangs beantragt werde, gemäß Antrag der SPD erweitert um VZÄ auch für Schulen im ländlichen Raum.
Anette Lohmann (GAR/FDP) gab noch zu bedenken, dass die Schulsozialarbeit oft überfordert und auf die Unterstützung der Jugendhilfe angewiesen sei. Und Nadia Mucha (Bündnis GrünSozial) sagte: „Eigentlich braucht es einen Systemwechsel und Sonderpädagogen.“
Beiden Gemeinderätinnen konnte Eberhardt nur zustimmen, was allerdings die aktuelle Sachlage nicht ändert.